Panorama

Welle bald nicht mehr messbar? RKI: Omikron-Anteil steigt auf über 89 Prozent

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Die Positivenquote bei den PCR-Testungen ist in der zweiten Kalenderwoche auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

(Foto: imago images/photothek)

Auch wegen begrenzter Testkapazitäten könnte der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland womöglich nicht genau erfasst werden. Das schreibt das Robert-Koch-Institut in seinem Wochenbericht. Derweil verdrängt die Mutante alle anderen Varianten zunehmend aus dem Infektionsgeschehen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erwartet, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten nicht genau bemessen werden kann. "Die Größenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlässig angezeigt", schreibt das RKI in seinem Corona-Wochenbericht. Hintergrund für die vorübergehend unvollständiger werdende Erfassung von Infizierten sind etwa begrenzte Testkapazitäten und Personalressourcen wegen der hohen Fallzahlen, wie es hieß.

Meldedaten bleiben laut Bericht "für das Management und Entscheidungen über Maßnahmen vor Ort während der Omikron-Welle weiter von hoher Bedeutung". Sie seien aber nicht allein zu betrachten, sondern zusammen mit Erkenntnissen aus weiteren Überwachungssystemen zu akuten Atemwegserkrankungen.

Die Krankheitsschwere werde somit bedeutsamer für die Lage-Einschätzung. Daher werden im Bericht nun zusätzlich mehrere Inzidenz-Schätzungen zu Covid-19-Patientinnen und Patienten mit Krankheitssymptomen unterschiedlicher Schwere ausgewiesen. Beispielsweise wurde für die zweite Woche 2022 geschätzt, "dass in etwa 0,4 bis 1,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,5 bis 1,1 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte".

Auch Inzidenzen von Arztbesuchen und Krankenhausbehandlungen vor dem Hintergrund von Covid-19 werden entsprechend geschätzt. Diese Angaben speisen sich aus verschiedenen Quellen, etwa auf Angaben aus der Bevölkerung zu Arztbesuchen.

Omikron: Starke Schwankungen zwischen Ländern

Dem RKI zufolge ist der Omikron-Anteil an den nachgewiesenen Infektionen in der zweiten Kalenderwoche 2022 bundesweit auf 89,3 Prozent gestiegen. In der ersten Woche des Jahres lag der Wert bei 73,3 Prozent.

In 7 von 16 Bundesländern wird jetzt sogar ein Wert über 90 Prozent erreicht. Der Höchstwert wird mit 96,2 Prozent für Bremen ausgewiesen. Großer Ausreißer nach unten ist Mecklenburg-Vorpommern, für das lediglich ein Anteil von 16,2 Prozent ausgewiesen wird. Die deutlichen Unterschiede ergeben sich laut RKI "unter anderem aus der unterschiedlichen Intensität von varianten-spezifischen Testungen" in den Ländern, "den Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung, sowie der Ausbreitung ausgehend von Ballungsräumen".

Derweil ist die RKI-Positivenquote bei den PCR-Testungen in der zweiten Kalenderwoche 2022 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Sie wird mit 24,42 Prozent angegeben. Der Wert für die erste Kalenderwoche liegt bei 22,79 Prozent. Die Positivenquote gibt den Anteil der positiven Ergebnisse an der Gesamtzahl der durchgeführten PCR-Tests an.

Dem RKI-Bericht zufolge stieg auch die Zahl der durchgeführten PCR-Tests in der zweiten Kalenderwoche auf einen neuen Höchststand. Sie liegt demnach erstmals bei über zwei Millionen.

Das stark ansteigende Fallaufkommen spiegelt sich auch in den Sieben-Tage-Inzidenzen aller Altersgruppen wider. Von der Omikron-Welle besonders betroffen bleibt die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15 bis 34 Jahre). Ähnlich verhält es sich bei Kindern bis 14 Jahre.

Weiterhin schätzt das RKI die Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung durch Covid-19 als insgesamt "sehr hoch ein". Als Grund für diese Bewertung wird die "rasante Ausbreitung der Omikron-Variante" genannt. Durch ihre im Vergleich zu anderen Varianten schnellere und effektivere Verbreitung komme es "zu einer starken Erhöhung der Infektionsfälle und es kann auch zu einer Überlastung des Gesundheitssystems und ggf. weiterer Versorgungsbereiche kommen", schreibt das RKI.

Wie bereits in der Vorwoche wird die Infektionsgefährdung für die Gruppe der Ungeimpften als "sehr hoch" angegeben. Für die Gruppen der Genesenen und doppelt Geimpften gilt sie als "hoch", für Menschen mit einer Auffrischungsimpfung als "moderat".

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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