Panorama

Deutsche Corona-Kurve flacht ab RKI verbreitet vorsichtig Optimismus

imago98318616h.jpg

Ob der Rückgang der Neu-Infektionen mit den Eindämmungsmaßnahmen zusammenhängt, lässt sich erst Ende der Woche prüfen.

(Foto: imago images/Future Image)

Das Coronavirus verbreitet sich in nahezu allen betroffenen Ländern rasend schnell mit exponentiellem Wachstum. Das oberste Ziel aller Gesundheitsmaßnahmen lautet deshalb, die Kurve abzuflachen. In Deutschland scheint dies zu funktionieren - und zwar schon länger als gedacht.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist vorsichtig optimistisch, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin unter Berufung auf tägliche Analysen. Für wirklich fundierte Aussagen sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich. "Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden", sagte Wieler.

Vor einer Woche waren in Deutschland weitgehend Schulen und Kitas geschlossen worden. Auch andere öffentliche Einrichtungen wie Klubs machten dicht, zudem wurden die Öffnungszeiten zunächst stark eingeschränkt. Aus der Analyse von Handydaten schließt das RKI außerdem, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt deutlich reduziert hat - aber das reiche noch nicht, sagte Wieler. Dieser Effekt werde sich durch die neuen Maßnahmen, die am Sonntag verkündet wurden, verstärken. Mit hundertprozentiger Sicherheit könne dies aber jetzt noch nicht bestätigt werden.

Wissenschaftler der Universitäten Regensburg und Mainz kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass sich die Zuwachsrate der Infektionsfälle in Deutschland seit Mitte März verlangsamt hat. Nach dem 14. März seien im Schnitt täglich 21 Prozent neue Fälle hinzugekommen, zuvor seien es 27 Prozent gewesen, heißt es in einer Modellrechnung der Wissenschaftler Tobias Hartl, Klaus Wälde und Enzo Weber. Ob es einen "statistisch gesicherten" Zusammenhang mit den Eindämmungsmaßnahmen gibt, lässt sich aber erst Ende der Woche prüfen: "Wir können aber bereits feststellen, dass es eine Abflachung in den Wachstumsraten seit Ende der vorletzten Woche gab, als die Maßnahmen noch gar nicht in Kraft waren", sagte Weber.

*Datenschutz

Bund und Länder hatten am Sonntagabend ein weitreichendes Kontaktverbot beschlossen. Bundesweit sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Erlaubt sind lediglich dringend notwendige Wege - etwa zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder gegebenenfalls zur Notbetreuung für Kinder. Auch Sport an der frischen Luft, zum Beispiel Joggen, ist weiterhin möglich.

Nach ntv-Berechnungen gibt es in Deutschland aktuell 26.155 bestätigte Corona-Fälle, 109 Menschen sind an den Folgen der Lungenerkrankung Covid-19 gestorben.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP