Panorama

Neue Verordnung des Bundes Reisen im Sommer wird leichter

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Schon bald könnte dies nicht der einzige Strandbesucher im spanischen Torremolinos sein.

(Foto: dpa)

Die Tourismusbranche frohlockt: Die Bundesregierung lockert die Regeln für Reisende. Dem Sommerurlaub am Mittelmeer "steht nichts mehr im Weg." Einige Auflagen sind dennoch zu beachten. Für einen unbeschwerten Urlaub in Europa soll derweil ein digitaler Impfpass sorgen.

Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Das Kabinett billigte die neue Einreiseverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die insbesondere Hürden für den Urlaub von Familien abbaut. Eltern müssen demnach geimpft sein, Kinder hingegen nicht. Zusätzlich erleichtert werden soll das Reisen durch den neuen digitalen Impfpass der Europäischen Union, der in einigen Wochen kommen soll. Geimpfte und Genesene brauchen mit der neuen Verordnung bei Einreisen keinen Test mehr und müssen auch nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt aber nicht bei der Ankunft aus einem Virusvariantengebiet.

Laut der Vorlage soll die Neuregelung bereits am morgigen Donnerstag in Kraft treten. Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Verordnung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet einreisen. Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter als 48 Stunden ist - oder ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Bei Einreisen aus Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Hochinzidenzgebiet einstuft, ist das Freitesten erst nach fünf Tagen möglich. Für Flugreisende aus dem Ausland gilt weiter die bisherige Testpflicht, wie Spahn weiter sagte. Der Test müsse vor dem Boarding vorgelegt werden.

Die Verordnung ziele auf Impfstoffe ab, die in der EU zugelassen sind, sagte Spahn. Ob auch andere Vakzine berücksichtigt werden sollen, müsse geprüft werden. "Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht und ein Signal der Zuversicht, erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, zur neuen Einreiseverordnung. "Das eröffnet Urlaubern und auch den Unternehmen der Reisewirtschaft wieder eine positive Perspektive." Auch diejenigen, die noch nicht geimpft sind, hätten nunmehr die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen. "Dem Sommerurlaub am Mittelmeer, nach dem sich so viele Menschen sehnen, steht nichts mehr im Weg."

Erleichtert werden soll das Reisen innerhalb der Europäischen Union durch den derzeit in Vorbereitung befindlichen digitalen Impfpass. Er soll in einigen Wochen zur Verfügung stehen, wie Spahn betonte: "Wir starten in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals." Diese beginne Anfang kommender Woche und ende Ende Juni. Die Union setze mit dem digitalen Impfpass einen "weltweiten Maßstab". Für den digitalen Impfnachweis soll es eine neue App geben, aber auch die Corona-App wird dafür genutzt werden können. Die Geimpften bekommen dafür einen QR-Code, der eingescannt werden kann. Wer noch vor dem Start des Systems geimpft wird, soll den QR-Code in ausgedruckter Form zugeschickt bekommen.

Spanien setzt auf Lockerungen durch die EU

Das bei Deutschen beliebte Reiseziel Spanien rechnet derweil mit einem baldigen Aufschwung für die gebeutelte Tourismusindustrie des Landes. Für das laufende Jahr würden 45 Millionen ausländische Besucher erwartet, sagte Tourismusministerin Reyes Maroto vor Journalisten. "Es ist realistisch, dass wir die Hälfte der internationalen Touristen zurückgewinnen können, die wir im Jahr 2019 hatten", sagte Maroto. Zum Start der Sommer-Werbekampagne sei Spanien bereit, "sich der Welt sehr bald wieder zu öffnen".

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"Wir entwickeln Instrumente, die ein sicheres Reisen ermöglichen", sagte Maroto mit Blick auf den europäischen Impfpass. Die Hoffnungen ruhen aber bereits auf dem 20. Mai, an dem die EU die Beschränkungen für Einreisen von außerhalb der Union lockern könnte. Dann dürften auch britische Touristen einreisen, die traditionell die größte Besuchergruppe in Spanien stellen - sofern die britischen Behörden bis dahin die Einstufung Spaniens als Risikogebiet aufheben.

Spanien ist nach Frankreich das zweitbeliebteste Reiseziel der Welt und verzeichnete 2019 nach offiziellen Angaben 83,5 Millionen ausländische Besucher. Im vergangenen Jahr brach die Zahl der Besucher jedoch um 77 Prozent ein und fiel auf unter 19 Millionen Menschen. Auch die spanische Wirtschaft litt unter dem Dämpfer für den Tourismus, der normalerweise zwölf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP

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