Politik

Urlaub ab Mitte Juni möglich Länder planen einheitliche Tourismus-Regeln

Menschen genießen am Sonntag die Sonne und Wärme am Strand, während ein Mann ins kalte Wasser der Ostsee rennt. Foto: Georg Wendt/dpa

Das Meer ruft!

(Foto: Georg Wendt/dpa)

Die Inzidenz in Deutschland sinkt, die Impfungen ziehen an, die Sommerferien rücken näher - die Hoffnung auf einen Urlaub steigt. Noch herrscht in den Bundesländern ein Tourismus-Flickenteppich. Das soll sich nun ändern. Ein Überblick.

Die Inzidenz in Deutschland fällt weiter in Richtung 100, derzeit liegt sie bei 115,4. Mehrere Bundesländer haben deshalb Lockerungen im Tourismus angekündigt oder bereits umgesetzt. Ein einheitliches Konzept gibt es bislang jedoch nicht. Das soll sich nun ändern: Die Länder arbeiten an einem einheitlichen Tourismusplan für Deutschland, berichtete die Nachrichtenseite "Business Insider".

Ab Mitte Juni sollten bundesweit Hotels, Restaurants und Ferienwohnungen für alle Gäste und nicht nur für die aus dem eigenen Bundesland öffnen können. Öffnungszeiten, Hygiene- und Testvorschriften sollen demnach überall gleich sein. Darauf hätten sich am Montag die Chefs der Staats- und Senatskanzleien geeinigt. Ein entsprechender Beschluss könnte dem Bericht zufolge auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 10. Juni erfolgen. Abgestimmt wäre das mit der geplanten Aufhebung der Impfpriorisierung ab Mitte Juni, womit dann alle impfwilligen Deutschen einen Termin bekommen könnten.

Wer Bedenken hat, dass nur Geimpfte und Genesene in Urlaubsregionen fahren dürfen, müsse sich jedoch keine Sorgen machen, sagt der Geschäftsführer des deutschen Tourismusverbands, Norbert Kunz. "Alle Länder stellen negativ Getestete gleich", sagt er ntv.de. Der Verband hatte zuvor eine einheitliche Öffnungsstrategie gefordert. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich für abgestimmte Maßnahmen aus: "Ich würde es für richtig halten, dass wir uns mit Bund und Ländern gemeinsam darauf verständigen. Und dass wir Schritt für Schritt die Öffnungen machen, und zwar so, dass im Sommer auch Urlaub in Deutschland möglich ist", sagte er am Sonntag in der ARD.

Für Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen gibt es bereits konkrete Öffnungsschritte. Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Rheinland-Pfalz haben Lockerungen angekündigt. Die anderen Bundesländer halten sich derweil noch zurück. Hier eine Übersicht der aktuellen Regelungen der Länder:

Baden-Württemberg

Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen keine touristischen Besucher aufnehmen, mit Ausnahme von notwendigen dienstlichen Übernachtungen oder extremen Härtefällen. Aufgrund der sinkenden Fallzahlen macht die Landesregierung allerdings Hoffnung auf eine teilweise Öffnung von Biergärten und Hotels in den Pfingstferien - wenn auch nur in weniger belasteten Regionen.

Bayern

Ab dem 21. Mai dürfen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Kreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 wieder öffnen. Bis dahin bleiben Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken verboten.

Berlin

In der Hauptstadt sind die Herbergen nur eingeschränkt geöffnet: Touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben sind untersagt. Ausgenommen sind Dienst- und Geschäftsreisen sowie Reisen "aus notwendigen privaten Gründen". Essen darf in Restaurants nur zum Mitnehmen angeboten werden. Am Dienstag teilte der Senat aber mit, ab Pfingsten seien Öffnungen in der Außengastronomie geplant, in Absprache mit dem Nachbarland Brandenburg und sofern die Inzidenzen unter 100 bleiben.

Brandenburg

Das Bundesland kündigte am Dienstag "maßvolle" Lockerungen ab Pfingsten in Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100 an. Dann entfällt auch die nächtliche Ausgangssperre. So sollen ab dem 21. Mai Gaststätten ihre Außenbereiche öffnen dürfen, Gäste müssen allerdings einen negativen Corona-Test vorweisen; für vollständig Geimpfte und Genesene gilt das nicht. Auch touristische Übernachtungen in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und auf Campingplätzen sind dann wieder erlaubt.

Bremen

Auch hier sind touristische Übernachtungen nicht gestattet. Dienst- und Geschäftsreisen sowie Verwandtschaftsbesuche fallen nicht darunter. Speisen und Getränke dürfen aus Restaurants nur abgeholt werden. Weitere Öffnungspläne sind noch nicht konkretisiert worden.

Hamburg

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde lag die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen am Montag den fünften Werktag in Folge unter 100. Gemäß dem Infektionsschutzgesetz entfallen am Mittwoch um Mitternacht deshalb die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Übernachtungsangebote für touristische Zwecke sind trotzdem nicht erlaubt und sollen laut Senat erst Mitte/Ende Juni wieder öffnen dürfen. Zulässig sind bis dahin nur berufliche, medizinisch und zwingend sozial-ethisch veranlasste Aufenthalte.

Hessen

In Hessen sind Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken untersagt. Ausnahmen sind zwingende berufliche oder private Gründe. Die Eigennutzung von Ferienhäusern, -wohnungen und Wohnwagen (Dauercamper) ist erlaubt. Speisen und Getränke dürfen aus Restaurants nur abgeholt werden.

Mecklenburg-Vorpommern

Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind weiterhin nicht erlaubt. Darunter fallen auch ausdrücklich Besuche der Kernfamilie. Erst bei einer Inzidenz von etwa 50 sollen in dem Bundesland weitere Öffnungen in der Gastronomie und dem Tourismus möglich sein. Dann soll es Modellregionen geben. Ausnahmen gelten hier für vollständig Geimpfte und Genesene: Seit dem 5. Mai dürfen sie aus anderen Bundesländern als Tagestouristen nach Mecklenburg-Vorpommern reisen. Wer eine eigene Ferienwohnung oder einen Zweitwohnsitz hat, darf als Geimpfter oder Genesener ebenfalls einreisen. Kinder fallen jedoch nicht darunter, weil sie noch nicht geimpft sind.

Niedersachsen

Im Vergleich mit anderen Bundesländern sind hier ab dieser Woche umfangreiche Lockerungen in Kraft. So dürfen in Kreisen, in denen die Inzidenz unter 100 liegt, Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze für Menschen mit einem Erstwohnsitz in Niedersachsen öffnen. Für Hotels gilt dabei eine maximale Auslastung von 60 Prozent. Jeder Gast muss bei der Anreise außerdem einen negativen Corona-Test vorlegen und vor Ort täglich einen kontrollierten Test machen. Auch die Außengastronomie darf bei einer stabilen Inzidenz von unter 100 in Landkreisen wieder öffnen. Eine Öffnung des Tourismus für Menschen, die nicht aus Niedersachsen kommen, könnte Ende Mai möglich sein.

Nordrhein-Westfalen

Beherbergungen sind in NRW für private Zwecke nicht erlaubt. Auch Restaurants dürfen Gerichte nur zur Abholung anbieten.

Rheinland-Pfalz

Aktuell kommt Bewegung in die Regeln. In Regionen mit einer stabilen Inzidenz unter 100 dürfen Ferienwohnungen ab dem 17. Mai wieder vermietet werden. Auch die Übernachtung in Wohnmobilen mit eigenen sanitären Anlagen ist dann wieder möglich. Zum Start des Pfingstwochenendes sollen in Rheinland-Pfalz dann noch weitere Öffnungen in den Bereichen Gastronomie und Tourismus folgen.

Saarland

Da das Saarland eine Modellregion ist, gibt es dort bereits Öffnungen und Lockerungen für den Handel, Außengastronomie und Kultureinrichtungen. Touristen dürfen aber weiterhin nicht in Hotels einchecken.

Sachsen

In Sachsen sollen touristische Übernachtungen in Ferienwohnungen und Campingplätzen ab sofort wieder möglich sein, wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt, die Bundesnotbremse also nicht greift. Übernachtungen in Hotels sollen wohl erst ab einer Inzidenz von unter 50 möglich sein, dann auch nur mit einem negativen Corona-Test und einem Kontaktnachweis.

Sachsen-Anhalt

Wie in Sachsen sollen Übernachtungen in Ferienwohnungen und Campingplätzen in Kreisen mit einer Inzidenz unter 100 ab sofort wieder möglich sein.

Mehr zum Thema

Schleswig-Holstein

Für Schleswig-Holstein gilt ab dem 17. Mai, dass touristische Übernachtungen unter Auflagen wieder möglich sein sollen. Man orientiert sich dabei an den Regelungen für die bestehenden vier Modellprojekte in Büsum, der inneren Lübecker Bucht (Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt), Nordfriesland und der Schleiregion: Gäste benötigen für die Anreise einen Negativtest, danach muss alle 72 Stunden nachgetestet werden. Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht gelten weiterhin, im Restaurant ist ein Termin Pflicht.

Quelle: ntv.de, mit AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen