Panorama

Festgesetzt wegen Corona Schiffscrew-Mitglied begeht offenbar Suizid

Viele Crewmitglieder wissen nicht, wann sie wieder nach Hause können. Ein Grund sind die Reisebeschränkungen vieler Länder. (Symbolbild)

Viele Crewmitglieder wissen nicht, wann sie wieder nach Hause können. Ein Grund sind die Reisebeschränkungen vieler Länder. (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Zehntausende Crewmitglieder müssen wegen der Coronavirus-Pandemie auf Kreuzfahrtschiffen ausharren und das bereits seit mehr als zwei Monaten. Die ungewisse Situation schürt Ängste. Ein Philippiner hat sich nun wohl das Leben genommen.

Unter den Besatzungsmitgliedern der wegen der Corona-Pandemie festsitzenden Kreuzfahrtschiffe wächst offenbar die Verzweiflung. Nach Angaben der US-Küstenwache nahm sich ein 32 Jahre alter Philippiner bereits in der vergangenen Woche mutmaßlich das Leben. Der Mann hatte auf dem Kreuzfahrtschiff "Scarlet Lady" als Reinigungskraft für die Kabinen der Urlauber gearbeitet.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Allein im Mai starben mindestens sechs Besatzungsmitglieder von Kreuzfahrtschiffen, deren Tod nicht auf das Coronavirus zurückzuführen war. Fünf von ihnen begingen mutmaßlich Suizid.

Die "Scarlet Lady", das einzige Kreuzfahrtschiff der von dem britischen Milliardär Richard Branson gegründeten Firma Virgin Voyages, hätte im März zu seiner Jungfernfahrt starten sollen. Diese wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt, seitdem liegt das Schiff vor der Küste Floridas, die Crew sitzt an Bord fest.

Das Unternehmen bekundete wegen des Todesfalls sein Mitgefühl, machte jedoch keine näheren Angaben. Der Tod des Besatzungsmitglieds war von dem Spezial-Blog Cruise Law News gemeldet worden. Es sei unklar, wann der Philippiner gestorben sei, hieß es dort. Die "Scarlet Lady" legte am Freitag in Miami an, um den Leichnam von Bord bringen zu können, wie der Blog und die Zeitung "Miami Herald" berichteten.

Reisebeschränkungen machen Probleme

Zehntausende Besatzungsmitglieder sitzen wegen der Pandemie seit mehr als zwei Monaten auf Kreuzfahrtschiffen fest. Viele von ihnen wissen nicht, wann sie nach Hause zurückkehren können. Sie in ihre Heimatländer zurückzubringen, stellt die Kreuzfahrtunternehmen vor riesige logistische Probleme.

Die Rückführungen hängen vor allem von den Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in den jeweiligen Häfen ab sowie von den Reisebeschränkungen in den jeweiligen Zielländern. Einige von ihnen lassen wegen der weltweiten Pandemie nicht einmal ihre eigenen Staatsangehörigen einreisen.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP