Panorama

Verdacht der Terror-Propaganda Schweiz ermittelt gegen deutschen Muslim

Ein deutscher muslimischer Aktivist reist nach Syrien und interviewt Dschihadisten. Jetzt steht er unter dem Verdacht, Terror-Propaganda zu verbreiten. In der Schweiz wird gegen ihn ermittelt.

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Das Bild stammt von der islamistischen Miliz Ahrar al-Sham, die in der syrischen Provinz Idlib kämpft und zur Organisation Dschaisch al-Fatah gehört.

(Foto: AP)

Ein deutscher muslimischer Aktivist hat ein Video mit syrischen Dschihadisten gedreht und steht nun in der Schweiz unter dem Verdacht der Terror-Propaganda. Gegen das Vorstandsmitglied der Gruppierung Islamischer Zentralrat Schweiz (IZRS) wurde ein Strafverfahren eröffnet, teilte die Bundesanwaltschaft in Bern mit.

Der Mann habe für sein Youtube-Video einen Anführer der dschihadistischen Dachorganisation Dschaisch al-Fatah in Syrien interviewt. Zu der Gruppierung gehört auch die Al-Nusra-Front, ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. "Dem deutschen Staatsbürger wird vorgeworfen, seine Reise in umkämpfte Gebiete in Syrien in einem Video propagandistisch dargestellt zu haben, ohne sich explizit von den Al-Qaïda-Aktivitäten in Syrien zu distanzieren", schrieb die Bundesanwaltschaft.

Keine Dachorganisation der Muslime

Das IZRS ist trotz seines Namens keine Dachorganisation der Schweizer Muslime. Schweizer Experten haben die Gruppe als salafistisch bezeichnet. Das IZRS sieht sich lediglich als konservativ. Die Bundesanwaltschaft gab keine Details zu dem Verdächtigen bekannt. Der Mann werde sich am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Bern persönlich zu den Vorwürfen äußern, kündigte der IZRS an.

Dschaisch al-Fatah ist in Syrien ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter die radikale Al-Nusra-Front, die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und Brigaden, die sich als Teil der moderaten Freien Syrien Armee (FSA) sehen. Das Bündnis beherrscht im Nordwesten Syriens die Provinz Idlib. Einige der islamistischen Rebellen sollen Saudi-Arabien und Katar nahestehen.

Quelle: ntv.de, spt/dpa