Panorama

Trotz 260.000 Corona-Infektionen Tausende Pilger nehmen Bad im Ganges

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Im Jahr 2020 war nach einem ersten Pilgerfest eine riesige Infektionswelle über das Land hereingebrochen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Anlässlich einer der heiligsten Pilgerfahrten im Hinduismus kommen tausende Pilger in Indien zusammen, um im Ganges ein rituelles Bad zu nehmen, das sie von ihren Sünden befreien soll. Obwohl sich das Fest zu einem Superspreader-Event entwickeln könnte, lehnt ein Gericht das Verbot der Veranstaltung ab.

Ungeachtet eines rasanten Anstiegs von Corona-Infektionsfällen in Indien sind tausende Hindus zum Ganges gepilgert, um an dem Pilgerfest Gangasar Mela teilzunehmen und ein rituelles Bad in dem Fluss zu nehmen. Gesundheitsexperten hatten zuvor geraten, das Fest abzusagen. Doch trotz der Omikron-Welle des Coronavirus hatte ein Gericht in Kolkata ein Verbot des Festes vor wenigen Tagen abgelehnt. Stattdessen forderte das Gericht die Regierung auf, die Pilgerinnen und Pilger vor den bestehenden Risiken zu warnen. Die meisten Teilnehmer trugen keine Masken.

Insgesamt werden bis zu drei Millionen Pilger erwartet. Seit dem Morgengrauen gebe es ein "Meer von Menschen", schilderte ein Regierungsbeamter. Mit Drohnen sei Ganges-Wasser über den Pilgern zerstäubt worden, "um die Menge zurückzuhalten". Viele Teilnehmer wollten sich dennoch nicht von einem Bad im Ganges abhalten lassen.

Mehr als 260.000 Infektionen in 24 Stunden

Ein Polizist sagte, es sei nicht möglich, die Pilger zurückzuhalten: "Sie glauben, dass Gott sie retten wird und dass ein Bad im Ganges sie von allen Sünden reinigen wird, auch von dem Virus, falls sie infiziert sind." Viele der Pilgerinnen und Pilger bleiben für einen ganzen Monat, um nach ihrem Glauben die vollständige Erlösung zu erlangen. Trotz des extrem verschmutzten Flusswassers wird im Hinduismus noch immer auf die ungebrochene Reinigungskraft des göttlichen Ganges vertraut.

In Indien wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 260.000 Corona-Infektionen und 315 Todesfälle registriert. Auf dem Höhepunkt der vorigen Corona-Welle im vergangenen Mai verzeichnete Indien pro Tag mehr als 400.000 Infektionen und rund 4000 Todesfälle. Vorausgegangen war der massiven Infektionswelle damals das riesige Pilgerfest Kumbh Mela mit bis zu 25 Millionen Teilnehmern. Insgesamt sind in dem Land seit Pandemiebeginn rund 485.000 Menschen gestorben.

Quelle: ntv.de, lno/AFP

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