Panorama

Ausgangssperre in Melbourne Teile Australiens rufen Notstand aus

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Bevor die Ausgangssperre in Kraft getreten ist, kauften viele Menschen, was sie in den Supermärkten noch bekommen konnten.

(Foto: KLARISSA LEAHY)

Das Coronavirus breitet sich in Australien derzeit in einer zweiten Welle aus. Die Infektionszahlen stiegen zuletzt schneller als jemals zuvor. Die Regierung reagiert mit den bisher strengsten Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Bundesstaat Victoria.

Angesichts steigender Infektionszahlen hat der australische Bundesstaat Victoria den Katastrophenfall ausgerufen und für seine Hauptstadt Melbourne eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Ab Sonntagabend dürfen die fast fünf Millionen Einwohner der zweitgrößten Stadt des Landes von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr nicht mehr ihre Wohnungen und Häuser verlassen, außer für den Weg zur Arbeit und aus Gründen medizinischer und pflegerischer Versorgung, wie Victorias Regierungschef Daniel Andrews mitteilte. Zudem dürfe nur noch eine Person eines Haushalts einmal am Tag einkaufen gehen, und die Menschen dürfen sich nicht mehr als fünf Kilometer von zu Hause entfernen. Die Maßnahmen sollen für sechs Wochen bis Mitte September gelten.

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Es sind die bisher strengsten Kontakt- und Bewegungsbeschränkungen in Melbourne, um das Coronavirus einzudämmen. Dort gilt bereits eine Ausgehsperre, dennoch stiegen die Ansteckungen zuletzt auf neue Höchstwerte. Die neuen Maßnahmen schränken die Zeit, die die Einwohner Melbournes für Bewegung und für notwendige Einkäufe im Freien verbringen dürfen, nun noch weiter ein. Alle Schulen sollen ab Mittwoch auf Unterricht von zu Hause aus umstellen.

Die Ausrufung des Notstands gibt der Polizei mehr Befugnisse, um die neuen Anweisungen durchzusetzen. "Wir haben keine andere Wahl", sagte Andrews. Die Einschränkungen in anderen Teilen des Bundesstaates würden weniger streng sein. Dazu wolle er sich am Montag äußern.

Die Neuinfektionen nahmen wieder etwas zu. Die Behörden meldeten am Sonntag 671 neue Fälle, nachdem es am Samstag mit 397 nachgewiesenen Ansteckungen mehr als ein Drittel weniger gewesen waren als am Freitag. Am Donnerstag gab es einen Höchstwert von 723 Neuinfektionen. Australien ist es weit besser als vielen anderen Länder gelungen, das Coronavirus einzudämmen.

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Aber die jüngste Virus-Ausbreitung in Victoria bereitet den Behörden große Sorgen. Auf den Bundesstaat entfielen zuletzt etwa 60 Prozent der landesweit rund 18.000 bestätigten Infektionsfälle. Im benachbarten New South Wales wurden am Sonntag zwölf neue Ansteckungen gemeldet. Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat empfahl nun "nachdrücklich" das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit.

Quelle: ntv.de, bdk/rts