Panorama

Facebook-Post von Angetrauter U-Boot-Mörder Madsen hat wohl geheiratet

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Peter Madsen wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

(Foto: picture alliance / One Filmverle)

Seine grausame Tat macht weltweit Schlagzeilen. Auf seinem selbstgebauten U-Boot ermordet der dänische Erfinder Madsen die schwedische Journalistin Wall auf brutale Art und Weise. Der 49-Jährige muss dafür lebenslang hinter Gitter. Nichtsdestotrotz ist er nun offenbar den Bund der Ehe eingegangen.

Der wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall verurteilte Däne Peter Madsen hat offenbar geheiratet. Das berichten mehrere Medien und berufen sich dabei auf entsprechende Facebook-Posts einer Frau. Die russische Aktivistin Jenny Curpen gibt in dem sozialen Netzwerk an, im Dezember vergangenen Jahres Madsen geheiratet zu haben. Der 49-Jährige sitzt derzeit eine lebenslange Haftstrafe in Dänemark ab.

Wie der "Stern" berichtet, lebt Curpen seit einigen Jahren in Finnland und arbeitet dort als Grafikerin, Journalistin und Fotografin. Die Vermählung mit Madsen soll sie demzufolge der russischen Nachrichtenagentur Ria bestätigt haben. Die beiden sollen in den vergangenen Monate über Briefe Kontakt aufgebaut haben. Curpen ist Medien zufolge Mutter von zwei Kindern.

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Madsen hatte im August 2017 Wall auf seinem selbstgebauten U-Boot "Nautilus" brutal ermordet. Die Journalistin wollte eine Reportage über den Erfinder schreiben. Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, da die 30-Jährige zunächst als verschwunden galt und Madsen im Anschluss unterschiedliche Versionen präsentierte, was sich genau in dem untergegangenen U-Boot zugetragen hatte.

Ein Kopenhagener Gericht sah es im April 2018 als erwiesen an, dass Madsen Wall sexuell missbrauchte, folterte, auf grausame Weise ermordete, ihre Leiche zerstückelte und im Meer verschwinden ließ. Teile von Walls Leiche wurden später in der Ostsee entdeckt, sie wies Schnitt- und Stichverletzungen auf. Madsen bestritt dennoch, Wall ermordet zu haben, vielmehr sei sie erstickt, lautete seine letzte Version des Hergangs.

"Ich werde mich für meine Entscheidung nicht entschuldigen"

Im Prozess vernommene Zeugen, darunter mehrere Ex-Freundinnen, beschrieben den Erfinder als Anhänger brutaler Sado-Maso-Praktiken. Eine in seiner Werkstatt gefundene Computerfestplatte enthielt Fetisch-Videos, die zeigten, wie Frauen gefoltert, geköpft oder lebendig verbrannt werden.

Auf Facebook bezeichnete seine mutmaßliche Ehefrau Madsen als "eines von zwei Opfern seines Verbrechens". Am Leben zu sein sei für ihn eine Bestrafung und keine Belohnung. "Ich bin glücklich mit der schönsten, klügsten, talentiertesten, hingebungsvollsten und empathischsten Person und Mann überhaupt zusammen zu sein." Nach eigenen Angaben erhielt Curpen nach Bekanntwerden der Hochzeit zahlreiche negative und auch aggressive Kommentare sowie Drohungen. "Ich werde mich für meine Entscheidung nicht entschuldigen, aus dem einfachen Grund, dass mein Privatleben niemanden etwas angeht", schrieb sie.

Madsen, der wie in Dänemark üblich vermutlich bis zu 15 Jahre inhaftiert bleiben wird, ließ am Freitag auf seiner Facebook-Seite einen Post veröffentlichen. Darin forderte er Interessierte dazu auf, sich mit Anfragen an Jenny Curpen zu wenden, da er selbst keinen Zugang zum Internet habe. Als Beziehungsstatus ist seine Hochzeit mit Curpen in dem sozialen Netzwerk bereits vermerkt.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP