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Verschwindendes Wissen schützen Unesco bestimmt gefährdetes Kulturerbe

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Die Übergangsriten der kenianischen Massai gehören ab jetzt auch zum gefährdeten immateriellen Kulturerbe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch immaterielle Güter können Weltkulturerbe-Status bekommen. Auf Mauritius entscheidet ein Unesco-Ausschuss darüber, welche Traditionen in Zukunft geschützt werden müssen. Von dem damit verbundenen Ruhm bekommt auch Deutschland einen Teil ab.

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat das Schattenspiel in Syrien und sechs weitere Kulturformen zum gefährdeten immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Dies entschied der zuständige Unesco-Ausschuss bei einer Sitzung auf Mauritius. Die Verbreitung des syrischen Schattenspiels, einer traditionellen Theaterkunst mit handgefertigten Puppen, habe in den vergangenen Jahren wegen des Bürgerkriegs sowie der Zunahme digitaler Unterhaltungsformen abgenommen, hieß es.

Mit der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes will die Organisation auf verschwindendes Wissen und Können aufmerksam machen. Die weiteren Kulturformen, die in diese Liste aufgenommen wurden, sind Übergangsriten der Massai-Jungen und -Männer in Kenia, eine traditionelle meteorologische und astronomische Praxis aus Pakistan, ein Gruppentanz aus Aserbaidschan, die Kenntnisse und Fähigkeiten der Wasserkontrolleure in Algerien, eine rituelle Praxis aus Kambodscha und ein Handpuppen-Theater aus Ägypten.

Auch Blaudruck immaterielles Kulturerbe

Zum nicht gefährdeten immateriellen Kulturerbe der Menschheit ist auch der Blaudruck erklärt worden. Dabei handelt es sich um eine jahrhundertealte Technik der Textilveredelung, die auch hierzulande verwendet wird. Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien und die Slowakei waren zusammen an der Nominierung beteiligt. Der Blaudruck ist ein Färbeverfahren, das im 18. und 19. Jahrhundert in Mitteleuropa weit verbreitet war und vor allem auf Leinen, Baumwolle oder Seide angewandt wird. Heute gibt es Unesco zufolge nur noch 12 Betriebe in Deutschland und 15 in anderen europäischen Ländern, die diese Kulturform ausüben.

Bisher zählen schon 470 lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken zum immateriellen Kulturerbe. In dem aktuellen Verfahren sind rund 50 Kulturformen neu als immaterielles Kulturerbe der Menschheit nomiert. Der Unesco-Ausschuss tagt noch bis Samstag in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius.

Quelle: n-tv.de, psa/dpa

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