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DNA-Test deckt Justizirrtum auf Unschuldiger kommt nach 33 Jahren frei

Vor 33 Jahren ist die Polizei sich sicher: Der Ex-Matrose Keith Harward ist ein Mörder und Vergewaltiger. Nun deckt ein DNA-Test auf, dass der 59-Jährige unschuldig ist. Mehr als die Hälfte seines Lebens verbringt er im Gefängnis, nun darf er ganz offiziell raus.

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Keith Hawards verbringt 33 Jahre unschuldig im Gefängnis - bis ein DNA-Test den Irrtum aufklärt.

(Foto: REUTERS)

In den USA ist ein Mann nach 33 Jahren aus der Haft entlassen worden, nachdem eine DNA-Probe seine Unschuld bewiesen hatte. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats Virginia widerrief das Urteil gegen den heute 59-jährigen Ex-Matrosen Keith Harward.

Er war zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er 1982 eine Frau vergewaltigt und ihren Ehemann getötet haben sollte. Zur Verurteilung reichte damals der angebliche Zahnabdruck Harwards am Hals der Frau.

Jahrzehnte später zeigten DNA-Tests, dass ein anderer Matrose die Taten begangen hatte. Er war zu diesem Zeitpunkt schon im Gefängnis verstorben, wo er wegen einer anderen Straftat einsaß.

Eine Reihe von Justizirrtümern

Die Freilassung Harwards reiht sich in mehrere, in den USA aufgeklärte Justizirrtümer. So wurde im vergangenen August ein unschuldiger Häftling nach ebenfalls 33 Jahren entlassen. Vor etwa einem Jahr wurde das Verfahren gegen die in Berlin geborene Debra Milke eingestellt, die für den Tod ihres Sohnes verantwortlich gemacht wurde und 22 Jahre in der Todeszelle saß. Auch sie kam frei.

Im Zuge dessen musste das FBI jahrzehntelange, systematische Schlampigkeit bei der Analyse von Haarproben und Laborberichten einräumen. Seitdem hoffen Dutzende Todeskandidaten, dass ihr Verfahren wieder aufgerollt wird.  

2015 waren in den USA insgesamt 149 Menschen freigelassen worden, nachdem sie durchschnittlich jeweils 14,5 Jahre unschuldig im Gefängnis verbracht hatten, wie die Rechtsfakultät der Universität von Michigan im Februar mitgeteilt hatte.

Zwei Drittel der Betroffenen gehörten demnach ethnischen Minderheiten an, die Hälfte von ihnen waren Schwarze. Die Dunkelziffer der unschuldig Verurteilten liegt den Autoren der Studie zufolge deutlich höher.

Quelle: n-tv.de, hla/AFP

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