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50.000 Euro "Wiedergutmachung" Vater will missbrauchte Tochter entschädigen

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Der gelernte Koch und Hotelfachmann soll seine Tochter immer wieder missbraucht haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er gilt als zentrale Figur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Nun will der angeklagte Familienvater seiner minderjährigen Tochter 50.000 Euro zahlen. Als Grund gibt der 43-Jährige an, er habe ihr Leben "komplett versaut".

Ein im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach in Köln angeklagter Familienvater will seiner Tochter 50.000 Euro auf ein Konto einzahlen. Das kündigten er und sein Anwalt vor Gericht an. Nach Angaben des Verteidigers soll das Geld als "Schadenswiedergutmachung" dienen.

Auf die Frage des psychiatrischen Sachverständigen, von welchem angerichteten Schaden zu Lasten seiner Tochter der Angeklagte ausgehe, antwortete der 43-Jährige: "Also, dass das Leben meiner Frau und Tochter komplett versaut ist." Das Geld solle der Tochter ab dem 20. Lebensjahr zur Verfügung stehen. Ferner gab der Verteidiger bekannt, dass sein Mandant den Eigentumsanteil am Haus in Bergisch Gladbach an seine Frau überschreibe. Zwischen den Eheleuten läuft ein Scheidungsverfahren.

Laut einem Bericht des Sachverständigen soll der 43-Jährige in seiner Kindheit selbst missbraucht worden sein. Demnach sei der Angeklagte acht bis zehn Jahre alt gewesen, als ihn ein etwa 15 bis 16 Jahre alter Junge aus der Nachbarschaft wiederholt missbraucht habe - in der Dusche, im Wald, auf einem Campingplatz und auf einem Heuboden. Trotz der Erfahrung habe er im Alter von 16 Jahren seine damals neun Jahre alte Cousine sexuell missbraucht. Die Taten seien alle nie zur Anzeige gekommen. Der Angeklagte bestätigte die Angaben am Montag vor dem Kölner Landgericht.

Der gelernte Koch und Hotelfachmann gilt als zentrale Figur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Immer wieder soll der Deutsche seine 2017 geborene Tochter missbraucht haben. Bei einer Hausdurchsuchung bei dem 43-Jährigen im Herbst 2019 wurden große Mengen von Material gefunden, das den Missbrauch von Kindern zeigt, zudem seien die Ermittler auf zahlreiche Chatkontakte mit Gleichgesinnten gestoßen. Dies brachte bundesweit Ermittlungen gegen viele weitere Verdächtige ins Rollen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa