Panorama

Europol warnt vor Drogenschwemme Verbrecher schlagen Kapital aus der Krise

Ein Häufchen Kokain liegt auf einer Oberfläche. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild

In der Krise blüht der Handel mit Kokain und sonstigen Drogen auf.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild)

In einem neuen Bericht warnt Europol vor dem Aufblühen der Organisierten Kriminalität in der Corona-Krise. Während umgesetzte Drogen und Schmuggelware in Wert und Masse immer neue Höchstwerte verzeichnen, nutzen die Kriminellen zunehmend auch die Ängste der Bürger für sich aus.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat vor einem Erstarken der Organisierten Kriminalität als Begleiterscheinung der Corona-Pandemie gewarnt. In einem in Den Haag veröffentlichten 87-Seiten-Bericht weist Europol darauf hin, dass die Ängste der Menschen und die wirtschaftliche Rezession von der Organisierten Kriminalität auf Jahre ausgenutzt werden könnten. "Noch nie dagewesene Mengen von Kokain" wurden demnach aus Lateinamerika in die EU geschmuggelt. Daraus erlösten Kriminelle in Europa und Südamerika Milliardenbeträge.

Die Reinheit des nach Europa geschmuggelten Kokains sei auf dem "höchsten jemals festgestellten Niveau", erklärte Europol weiter. Der Kokain-Handel befeuere kriminelle Unternehmen, die ihre "enormen Ressourcen" dafür einsetzten, die öffentlichen Institutionen, das Wirtschaftsleben und die Gesellschaft zu "untergraben". Interpol wies darauf hin, dass bei einer Razzia der niederländischen und deutschen Polizei Ende Februar 23 Tonnen Kokain beschlagnahmt worden seien.

In Deutschland geht die Gefahr in Sachen Rauschgifthandel laut Bundeskriminalamt (BKA) vor allem von den "vier klassischen Formen von kriminellen Gruppierungen nach Art der Mafia" aus, also den süditalienischen Gruppierungen Cosa Nostra, Camorra, 'Ndrangheta sowie einer heterogenen Strömung aus Apulien. Während diese sich den Vertrieb in Europa größtenteils aufteilen, erfolgt die Herstellung des Kokains dabei jedoch meist durch mittel- und südamerikanische Gruppen wie dem Sinaloa-Kartell, der aktuell wohl mächtigsten illegalen Vereinigung Mexikos.

Geldwäsche durch duales Wirtschaftssystem

Mit dem Kokain-Handel geht laut Interpol eine zunehmende Gewaltbereitschaft der Kriminellen einher, die inzwischen nicht vor dem Gebrauch von Gewehren, Handgranaten und Folter zurückschreckten. Mit der Corona-Pandemie sei Raum für kriminelle Banden entstanden, legale Geschäfte mit illegalen Aktivitäten zu verknüpfen und Geldwäsche zu betreiben.

Die Corona-Pandemie ermögliche es Kriminellen, aus den Ängsten in der Gesellschaft Profit zu schlagen, warnte Europol. Zunächst habe sich dies im Handel mit gefälschten Masken und Desinfektionsmitteln gezeigt. "Nun nimmt der Handel mit gefälschten Impfstoffen und Tests zu", sagte Europol-Direktorin Catherine De Bolle. Gefälschte Vakzine stellten eine Gefahr für die Gesundheit dar und dürften auf keinen Fall in den Umlauf kommen. Mit der Corona-Pandemie nahm laut Europol auch die Cyber-Kriminalität zu. Im Januar sei die Malware Emotet stillgelegt worden, die bislang "gefährlichste" Cyber-Attacke der Welt.

Quelle: ntv.de, wim/AFP

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