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Mehr Sex-Anspielungen gehen kaum Vilnius lockt Touris mit zweideutigen Fragen

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Dieses Bild empfängt den Besucher auf der Website zur Kampagne. Die finden manche unterhaltsam, andere sind empört.

(Foto: Go Vilnius)

Was kommt in den Sinn, wenn man an die Hauptstadt Litauens denkt? Bei vielen herrscht Leere - doch eine clevere Kampagne stößt in dieses Vakuum vor. Mit einer vor Sex triefenden Kampagne lockt die Stadt nun viele Besucher an.

Wer in Europa an einen Städtetrip ins Ausland denkt hat die Qual der Wahl – London, Prag, Rom oder doch lieber Paris? Jedenfalls fällt nicht jedem als erstes Vilnius ein. Das ist die Hauptstadt Litauens, die zwar viel zu bieten hat, aber bislang eher selten unter den Hotspots auf dem Kontinent gehandelt wurde.

Dass es dort allerdings ein paar clevere Marketing-Strategen gibt, hat sich im vergangenen Jahr herausgestellt. Eine Kampagne erklärte die Großstadt kurzerhand zum "G-Punkt Europas". Dazu der Slogan: "Niemand weiß, wo er ist, aber findet man ihn, ist es großartig". Das sorgte im vergangenen Jahr für viel Aufmerksamkeit - nun ist die Kampagne auf dem World Tourism Market in London sogar ausgezeichnet worden.

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Denn die Werbeoffensive besteht nicht nur aus einem provokanten Slogan. Auf der zugehörigen Website geht es gleich weiter mit den sexuellen Anspielungen. "Es gibt nicht so etwas wie zu viel Zunge" heißt es in einem Fragebogen, in dem die Besucher ihren Zustimmungsgrad zu ebensolchen Aussagen mitteilen können.

Zuletzt heißt es dort: "Man ist nie fertig, bis man nicht den höchsten Höhepunkt erreicht hat." Mit den Antworten wird dann eine "Landkarte der Freude" erstellt. Die wiederum ist der Dating-App "Tinder" nachempfunden - Vorschläge zu Reisezielen in Vilnius kann man per Wischgeste nach links oder rechts annehmen oder ablehnen.

Charmant oder verletzend?

Die Reisetipps führen allerdings nicht direkt ins Rotlichtviertel, sondern zu ganz normalen Sehenswürdigkeiten, Bars und Restaurants. Spätestens an dieser Stelle dürfte dem Letzten klar werden, dass das Ganze eher augenzwinkernd gemeint ist. Denn mit den "höchsten Gipfeln" sind bloß Punkte mit schöner Aussicht auf die Stadt gemeint, das Statement mit der Zunge führt zu zahlreichen Restaurant-Tipps.

Das alles kommt für den einen charmant und humorvoll daher, andere fühlen sich eher beleidigt. Im vergangenen Jahr löste die Kampagne einige Aufruhr in dem katholischen Land aus, zumal gerade ein Besuch von Papst Franziskus anstand. Die Kampagne blieb aber bestehen.

Und war sehr erfolgreich. CNN berichtet unter Berufung auf das Tourismusamt Go Vilnius, dass die Zahl der Besucher im vergangenen Jahr um 12,5 Prozent gestiegen sei. Ganz besonders viele Gäste seien aus Großbritannien (plus 20,5 Prozent) und Deutschland (plus 37,8 Prozent) gekommen.

Eine Sprecherin von Go Vilnius sagte dem Sender, man habe versucht, junge Menschen anzulocken. Man habe niemanden beleidigen wollen. In der Kampagne sei es um Humor gegangen und darum, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. So etwas wüssten auch ältere und gebildete Gäste zu schätzen.

Quelle: n-tv.de, vpe

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