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Spenden, solidarisieren, teilen Wie man der Ukraine helfen kann

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In der Ukraine wird jede Hilfe benötigt.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

In der Ukraine tobt ein vernichtender Krieg. Viele Menschen in Deutschland wollen nicht länger hilflos zusehen - und müssen es auch nicht. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Not der Kriegsopfer ein wenig zu lindern. ntv.de hat sie zusammengetragen.

Über Nacht wird das Leben der ukrainischen Bevölkerung zum Albtraum, ihr Zuhause zum Kriegsgebiet. Das Leid, das der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem Angriff über das Land bringt, geht auch den Menschen in Deutschland nah. Viele sind fassungslos - und wollen helfen. ntv.de zeigt verschiedene Möglichkeiten, wie man die Menschen in der Ukraine und Geflüchtete am besten unterstützt.

Sach- und Geldspenden

Trotz der schwierigen Lage sind zahlreiche Hilfsorganisationen in der Ukraine tätig und leisten humanitäre Hilfe. Sie betreiben Feldküchen, errichten Notunterkünfte und versorgen die Menschen vor Ort mit Medikamenten und warmer Kleidung. Über Soziale Medien, wie zum Beispiel über Facebook oder Instagram kann direkt gespendet werden.

Doch Burkhard Wilke, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), warnt vor Impulsspenden: "Man sollte sich zumindest kurz Zeit nehmen und überprüfen, wer die letztlich begünstigte Organisation oder Initiative hinter dem Aufruf ist", erklärte der Experte der "Zeit". Dabei gehe es nicht darum, dass derzeit besonders viele missbräuchliche und betrügerische Aufrufe kursieren würden. "Es ist einfach eine Frage der Kompetenz", sagte Wilke. Denn Geld sammeln allein, reiche oft nicht. Nötig seien vor allem Strukturen, Erfahrung und Kontakte, um das Geld sinnvoll einsetzen zu können.

Das DZI hat dafür eine gute Übersicht über die verschiedenen Hilfswerke und Spendenmöglichkeiten zusammengestellt. Das Institut arbeitet nur mit Organisationen zusammen, die ein DZI-Spenden-Qualitätssiegel besitzen und bietet auch eine Spendenberatung an. Das Siegel garantiert laut Geschäftsführer Wilke Transparenz, wirtschaftlichen Umgang, eine gute Aufsichtsführung sowie Wirksamkeit der Spenden.

Bitte spenden Sie
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Jeder Cent kommt an!
Senden Sie eine SMS mit "Ukraine" an 44 8 44 (10 Euro / SMS + ggf. Kosten für SMS-Versand)
oder unter rtlwirhelfenkindern.de
Hier geht es direkt zur Spendenseite

Auch RTL hat unter dem Stichwort "Wir helfen Kindern" eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die "Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V." und ihre Partner-Organisationen arbeiten an lebensrettenden Maßnahmen. Dazu gehören: Evakuierungen, Transport von sauberem Trinkwasser sowie die Bereitstellung von Gesundheits-, Hygiene- und Notfallschulungsmaterial. Außerdem sind psychosoziale Teams für die Kinder im Einsatz, die bereits jetzt traumatisiert sind. Alle wichtigen Information zur Stiftung und wie Sie spenden, können finden sie hier.

Wohnunterkünfte für Geflüchtete anbieten

Aktuell versuchen viele Ukrainer ihr Land zu verlassen, um dem Krieg zu entkommen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet mit bis zu vier Millionen Flüchtenden, sollte der Krieg nicht schnell ein Ende finden. Entsprechend lang sind die Staus an den Grenzübergängen der Nachbarländer. Vor allem in Polen und der Slowakei werden derzeit schnell und unbürokratisch Notunterkünfte benötigt.

Aber auch in Deutschland kommen bereits erste Flüchtende an. Bisher seien rund 5000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert worden, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Wie viele es noch werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Hilfsangebote für die Unterbringung sind schon jetzt mehr als willkommen. So kann man sich etwa auf der Seite des Vereins Elinor registrieren lassen, wenn man Menschen ab zwei Wochen eine Unterkunft anbieten will. Mittlerweile haben sich schon mehr als 50.000 Menschen gemeldet, die jeweils mindestens ein freies Bett bei sich anbieten.

Sich mit der Ukraine solidarisieren

Menschen in ganz Europa sind am vergangenen Sonntag auf die Straßen gegangen, um gegen die Invasion Russlands zu demonstrieren. In Berlin hatte man mit 20.000 Teilnehmenden gerechnet, es kamen mehr als 100.000 Menschen. Dadurch geht es den Menschen in der Ukraine nicht unmittelbar besser. Dennoch ist es ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Die Bilder der Proteste verteilen sich über die sozialen Netzwerke und können so auch die Ukrainer vor Ort erreichen.

Friedensdemonstrationen wie die der vergangenen Tage führten zwar kaum zu Frieden, sagte Sebastian Haunss vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) der "Zeit". Doch sie vereinten und schufen durch die Solidaritätsbekundungen ein Gemeinschaftsgefühl. Das sei auch für Menschen in Russland, die gegen den Krieg demonstrieren, ein wichtiges Zeichen, erklärte der Politikwissenschaftler. Ihr Protest werde von der dortigen Regierung und den Staatsmedien verurteilt, "aber wenn sie sehen, dass Menschen in anderen Ländern das Gleiche machen und auf die Straßen gehen, kann das viel bewirken", so Haunss.

Eine Übersicht über weitere Demonstrationen, die in den kommenden Tagen stattfinden, kann man auf der Website https://standwithukraine.live finden.

Beistand leisten und Angebote zur Seelsorge teilen

Viele Menschen bangen zurzeit um ihre Familienangehörigen und Freundinnen und Freunde in der Ukraine. Sie sind einer großen psychischen Belastung ausgesetzt. Kontakthalten, Zuhören und eventuell Hilfe anbieten, kann in diesen schweren Zeiten eine große Hilfe sein - sei es die beste Freundin, der Arbeitskollege oder die Nachbarn.

Es gibt auch professionelle Hilfsangebote für Menschen, die derzeit stark psychisch belastet sind, etwa die deutsche Telefonseelsorge. Die Nummer gegen Kummer richtet sich spezifischer an Familien, an Eltern, Kinder und Jugendliche. Die Initiative Krisenchat bietet ebenfalls kostenlose psychologische Beratungen per Chat an und sucht dringend nach Psychologinnen und Psychologen, die Russisch und Ukrainisch sprechen. Aber auch Menschen, die keine Verwandten oder Freunde in der Ukraine haben, sich aber angesichts des Krieges sorgen und ängstigen, sollten keine Hemmungen haben, solche Hilfsangebote wahrzunehmen.

Quelle: ntv.de, hny

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