Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 03:15 Nouripour will Sieg der Ukraine im Krieg +++

Grünen-Chef Omid Nouripour nennt einen Sieg der Ukraine im Krieg gegen Russland als Ziel. "Die Ukrainer müssen ihre Souveränität, ihre territoriale Integrität und ihre Freiheit zurückerlangen", sagt er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir werden keinen Quadratzentimeter okkupierten ukrainischen Bodens anerkennen." Die Frage, ob die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen solle, beantwortet Nouripour mit "Ja". Er fügt hinzu: "Aber wir sagen der Ukraine nicht, was sie zu tun hat. Wenn sie diese Territorien zurückerobern will, dann unterstützen wir sie. Und wenn sie verhandeln will, dann unterstützen wir sie auch." Auf die Frage, ob die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine eine rote Linie sei, sagt Nouripour: "Wir müssen die Balance halten zwischen beiden Zielen: Eine Entgrenzung des Krieges zu vermeiden und der Ukraine beizustehen. Die Maßnahmen, die dafür notwendig sind, ändern sich fast wöchentlich. Ich würde mich vor roten Linien hüten."

+++ 02:18 Sanktionen aus Moskau könnten Steuerzahler Milliarden kosten +++
Die Sanktionen des Kreml gegen Gazprom Germania und deren Tochterfirmen drohen deutsche Steuerzahler und Gasverbraucher mit Zusatzkosten von mehr als fünf Milliarden Euro im Jahr zu belasten. Das berichtet die "Welt am Sonntag". Weil Russland nicht mehr an die deutsche Firma liefert, muss Ersatz beschafft werden. Ein Teil der dabei entstehenden Mehrkosten soll ab Oktober in Form einer Gas-Umlage auf die Energieversorger und damit die Endkunden abgewälzt werden, schreibt das Blatt. Entsprechende Information der Zeitung seien durch mehrere Branchenvertreter bestätigt worden. Moskau hatte die Belieferung der deutschen Gazprom-Tochter mit Dekret vom 11. Mai gestoppt, weil die Bundesregierung das Unternehmen unter Treuhandverwaltung gestellt hatte. Seither muss die Bundesnetzagentur als zuständige Treuhänderin Ersatzgas am Markt beschaffen, damit das Unternehmen weiterhin die Lieferverträge mit deutschen Stadtwerken und Regionalversorgern erfüllen kann.

+++ 01:07 Präsident der Afrikanischen Union kündigt Kiew-Reise an +++
Nach seiner Unterredung mit Kreml-Chef Wladimir Putin über die globalen Versorgungsengpässe wegen des Ukraine-Kriegs will der Präsident der Afrikanischen Union, Senegals Staatsoberhaupt Macky Sall, auch Gespräche in Kiew führen. "Ja (...), ich werde auch nach Kiew reisen", sagt Sall bei seiner Ankunft beim Gipfel der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas) in Accra vor Journalisten. Dies sei "wichtig, um zu einer Rückkehr zum Frieden beizutragen". Details zu seinen Reiseplänen nannte Sall nicht.

+++ 23:40 Selenskyj wirft Russland Vernichtung von Kulturstätten vor +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland in seinem Krieg eine massive Zerstörung von Kulturdenkmälern, Kirchen und anderen religiösen Stätten vor. Das sei Grund genug, das Land aus der Unesco, der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, auszuschließen, sagt Selenskyj in seiner Videoansprache in Kiew. 113 Kirchen seien bereits zerstört oder beschädigt worden. Schon Ende Mai hatte er den Ausschluss Russlands aus der Unesco verlangt. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar habe Russland bereits mehr als 2500 Raketen auf die Ukraine abgefeuert, klagt Selenskyj. "Unsere Helden halten die Stellung und tun alles, um dem Feind maximale Verluste zu verursachen."

+++ 22:06 Russische Region Brjansk: Ein Verletzter nach ukrainischem Beschuss +++
In Russland ist nach Angaben der Region Brjansk erneut ein Dorf an der Grenze zur Ukraine von dem Nachbarland aus beschossen worden. Beim Beschuss des Dorfes Slutschewsk sei ein Mann verletzt worden, zwei Wohnhäuser seien in Brand geraten. Das teilte der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram mit. Er warf den ukrainischen Streitkräften vor, auf das Dorf geschossen zu haben. Der verletzte Einwohner musste demnach in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Feuer seien gelöscht worden. Das Dorf mit insgesamt 150 Einwohnern liegt demnach etwa einen Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Russland hatte am 24. Februar einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen und beklagte seitdem wiederholt auch Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet.

+++ 21:33 Lawrow erwartet Erlössteigerungen für Russland beim Öl- und Gasverkauf +++
Russland erwartet nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow in diesem Jahr wegen gestiegener Öl- und Gaspreise erhebliche Mehrerlöse durch Energieexporte. "In Anbetracht des Preisniveaus, das sich infolge der Politik des Westens gebildet hat, haben wir keine Haushaltseinbußen. Im Gegenteil, in diesem Jahr werden wir die Erträge aus dem Export unserer Energieressourcen bedeutend steigern", sagte Lawrow nach Angaben seines Ministeriums einem serbischen Fernsehsender in Bosnien-Herzegownina. Nach dem von der EU beschlossenen Öl-Embargo werde Russland den Rohstoff an andere Abnehmer verkaufen.

+++ 21:02 Russen und Ukrainier mit gegensätzlichen Behauptungen zu Sjewjerodonezk +++
Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine haben beide Seiten Erfolge vermeldet. Russland werfe sein "ganzes Gewicht" in die Schlacht um die Stadt, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, am Samstag. Die ukrainischen Kräfte "drängen sie aber jetzt zurück". Moskau erklärte dagegen, ukrainische Einheiten zögen sich aus der Stadt zurück. Eine ukrainische Freiwilligenbrigade meldete unterdessen den Tod eines deutschen Kämpfers in ihren Reihen.

+++ 20:28 Häfen in der Ukraine blockiert: Afrikanische Staaten kaufen mehr argentinischen Weizen +++
Argentinien hat im ersten Wirtschaftshalbjahr einen Rekord beim Export von Weizen erzielt - und nach Angaben der Branche wegen des Krieges in der Ukraine auch mehr Weizen nach Afrika ausgeführt. Das berichtete die argentinische Zeitung "La Nación" unter Berufung auf die Getreidebörse in Rosario. Zwischen Dezember 2021 und dem vergangenen Mai wurden einer Mitteilung der Getreidebörse zufolge mehr als 12,7 Millionen Tonnen ins Ausland geliefert, ein Höchstwert für diesen Zeitraum. Der Analyse der Getreidebörse in Rosario zufolge hat unter anderem die Bedeutung Afrikas als Abnehmer zugenommen. "Die afrikanischen Länder erhalten in der Regel Weizen aus Russland oder der Ukraine, insbesondere die Länder im Norden des subsaharischen Afrikas", hieß es. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine habe mehrere dieser Länder veranlasst, argentinisches Getreide zu kaufen. Auch wenn Brasilien immer noch das Hauptziel der argentinischen Weizenlieferungen sei, so steige der Anteil Afrikas an den Lieferungen stark.

+++ 20:00 Mit Nogly, Ailton und Butt: HSV-Benefizveranstaltung für Ukraine bringt 250.000 Euro +++
Die Benefizveranstaltung des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV zugunsten der Initiative "#WeAreAllUkrainians" hat etwa 250.000 Euro gebracht. Das teilte der HSV mit. Im Mittelpunkt stand eine Woche zuvor ein Spiel zwischen den "DFB All-Stars" und dem Team "Hamburg&die Welt" (8:8). Mehr als 10.000 Zuschauer - darunter mehr als 1500 vor dem Angriffskrieg Russlands aus der Ukraine Geflüchtete und ihre Begleitungen - sahen dabei einstige Fußball-Helden wie Ailton, Arne Friedrich, Bastian Reinhardt, den schon 75 Jahre alten Ex-HSV-Kapitän Peter Nogly, Thomas Helmer, Torwart Hans-Jörg Butt, Conny Pohlers, Navida Omilade oder Thomas Gravesen. "Ich freue mich sehr über das Gesamtergebnis. Wichtig ist, dass der Krieg in der Ukraine und die darunter leidenden Menschen nicht in Vergessenheit gerät oder gar zur Normalität wird", sagte "WeAreAllUkrainians"-Gründerin Tatjana Kiel laut HSV-Mitteilung. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher und dem früheren ukrainischen Boxweltmeister Wladimir Klitschko.

+++ 19:38 Linke-Fraktionschef Bartsch ist gegen die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine +++
Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch lehnt deutsche Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine ab. "Ich bin strikt dagegen, dass Deutschland mehr Waffen, schwerere in die Ukraine exportiert", sagt Bartsch in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem Deutschlandfunk. Er frage sich, was das Ziel solcher Waffenlieferungen sei und was es bedeuten solle, wenn es heiße, die Ukraine müsse den Krieg gewinnen. "Ich bin der Überzeugung, dass es keine militärische Lösung geben wird", so Bartsch. Ein Waffenstillstand müsse daher das oberste Ziel sein. "Am Ende des Tages muss sich Russland an einen Verhandlungstisch setzen müssen." Zugleich betonte Bartsch, dass die Ukraine ein Recht auf Selbstverteidigung habe.

+++ 19:15 Selenskyj: Russen schießen Klosterkirche in Brand +++
Im Kriegsgebiet in der ostukrainischen Region Donezk ist ein Teil einer bedeutenden Klosteranlage in Brand geraten, Medienberichten zufolge eine Holzkirche. Flammen schlugen aus einer von mehreren Kirchen des Swjatohirsk-Klosters, das den Ehrentitel "Lawra" trägt und damit zu den wichtigsten orthodoxen Klostern gezählt wird. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das Feuer sei aufgrund von Artilleriebeschuss durch russische Truppen ausgebrochen. Das russische Verteidigungsministerium gab an, ukrainische Truppen hätten das Feuer gelegt. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine waren bereits Teile der Klosteranlage beschädigt und mehrere Menschen auf dem Gelände getötet worden.

+++ 18:39 Kuleba reagiert auf Macron: Frankreich demütigt sich mit Aufruf +++
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat auf die Warnung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor einer Demütigung Russlands reagiert: "Aufrufe, eine Demütigung Russlands zu vermeiden, können nur Frankreich und jedes andere Land, das solches fordert, demütigen", schreibt er auf Twitter. "Denn es ist Russland, das sich selbst demütigt. Wir sollten uns alle besser darauf konzentrieren, wie wir Russland in die Schranken weisen können. Das bringt Frieden und rettet Leben." Macron hatte vor einer Demütigung Russlands gewarnt, damit nach einem Ende der Kämpfe in der Ukraine eine diplomatische Lösung gefunden werden könne. Frankreich werde eine vermittelnde Rolle spielen, sagte Macron in einem Interview mit mehreren Regionalzeitungen. "Wir dürfen Russland nicht demütigen, damit wir an dem Tag, an dem die Kämpfe aufhören, mit diplomatischen Mitteln eine Startrampe bauen können", so der Präsident. "Ich bin davon überzeugt, dass es die Rolle Frankreichs ist, eine vermittelnde Macht zu sein."

+++ 18:10 Entlang der Frontlinie: Ukraine und Russland tauschen Leichen aus +++
Die Ukraine und Russland haben nach Behördenangaben aus Kiew der jeweils anderen Seite die Leichen von 160 Soldaten übergeben. Der Austausch sei am 2. Juni entlang der Frontlinie im Gebiet Saporischschja erfolgt, teilte das ukrainische Ministerium für die Wiedereingliederung der vorübergehend besetzten Gebiete am Samstag in Kiew mit. Die Ukraine hatte Russland immer wieder aufgefordert, die getöteten Soldaten entgegenzunehmen, und der Führung in Moskau vorgeworfen, die eigenen Streitkräfte wie "Kanonenfutter" zu behandeln und sich nicht um eine würdige Beerdigung zu kümmern.

+++ 17:41 Russland meldet Abzug einiger ukrainischer Einheiten aus Sjewjerodonezk +++
Russland hat den Abzug ukrainischer Soldaten aus der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine gemeldet. "Einige Einheiten der ukrainischen Armee, die bei den Kämpfen um Sjewjerodonezk schwere Verluste (in einigen Einheiten bis zu 90 Prozent) erlitten haben, ziehen sich in Richtung Lyssytschansk zurück", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

+++ 17:06 Selenskyjs Berater: Gespräche erst nach Zurückdrängung von russischen Truppen +++
Die Ukraine erklärt sich erst wieder zu Gesprächen mit Russland bereit, wenn sie in dem Krieg Boden gutgemacht hat. "Solange wir unsere Position nicht gestärkt haben und die russischen Truppen nicht so weit wie möglich zurückgedrängt wurden, ergeben Verhandlungen keinen Sinn", sagt der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Mychailo Podoljak, im Fernsehen auf eine Frage nach einem Vermittlungsangebot von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Der ukrainische Unterhändler David Arachamia äußert sich ähnlich. "Unsere Armee ist bereit, die neuen Waffen zu nutzen, und dann können wir aus einer gestärkten Position heraus eine neue Runde von Gesprächen angehen", sagt er.

+++ 16:45 Faeser will Spionageabwehr gegen Russland verstärken +++
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat eine Verstärkung der Spionageabwehr gegen Russland angekündigt. Kurz vor der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts am kommenden Dienstag sagte Faeser der "Bild"-Zeitung: "Wir haben sehr genau im Blick, welche nachrichtendienstlichen Mittel die russische Regierung nutzt. Wir sind äußerst wachsam und schützen uns. Und wir handeln." Deshalb habe Deutschland im April 40 Mitarbeiter an der russischen Botschaft in Berlin ausgewiesen, sagte Faeser. Sie konnten demnach den russischen Nachrichtendiensten zugerechnet werden.

+++ 16:14 Tritt auf die Bremse: Türkei fühlt sich "nicht unter Druck" bei NATO-Entscheidung +++
Eine Entscheidung über einen NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens muss nach Darstellung der Türkei nicht bis zum NATO-Gipfel Ende Juni in Madrid getroffen werden. Der Gipfel stelle keine Frist dar, sagt der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei einem Besuch in Madrid. "Wir fühlen uns zeitlich nicht unter Druck, so nach dem Motto 'lasst es uns bis zum NATO-Gipfel erledigt haben'." Wichtig sei, dass Schweden und Finnland offen, konkret und deutlich klar machten, wie sie gegen Terrorismus vorgehen wollten. Die Türkei ist gegen den von Finnland und Schweden beantragten Beitritt. Zur Begründung heißt es, die beiden nordischen Länder unterstützten Terrorismus. Für eine NATO-Erweiterung ist die Zustimmung aller 30 Länder nötig.

+++ 15:40 Biden deutet Verhandlungslösung "an gewissem Punkt" mit Konzessionen der Ukraine an +++
US-Präsident Joe Biden hat nach 100 Tagen nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine angedeutet, dass an einem gewissen Punkt eine Verhandlungslösung mit Konzessionen von ukrainischer Seite nötig sein könnte. Auf die Frage eines Reporters, ob die Ukraine "für etwas Frieden Land abgeben müsse", antwortete Biden zunächst: "Von Anfang an, habe ich gesagt – und nicht alle haben mir zugestimmt – dass ich nichts über die Ukraine sage ohne die Ukraine. Es ist ihr Territorium. Ich werde ihnen nicht sagen, was sie tun und lassen sollen." Dann fügte er hinzu: "Aber mir scheint, dass es an einem gewissen Punkt eine Verhandlungslösung geben muss. Und was das bringt, weiß ich nicht. Ich glaube, niemand weiß es zu diesem Zeitpunkt." Bis dahin werde man die Ukraine in ihrem Kampf unterstützen, so der US-Präsident. Der Geostratege und Publizist Brahma Chellaney beschrieb Bidens Äußerung als "scheinbaren Rückzieher" gegenüber seiner bisherigen Strategie.

+++ 15:28 Deutscher Kämpfer in der Ukraine getötet +++
Bei den Kämpfen gegen die russischen Truppen in der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben ein deutscher Kämpfer getötet worden. Insgesamt vier ausländische Freiwillige, die auf der Seite der Ukraine gekämpft hatten, seien ums Leben gekommen, teilte eine Freiwilligenbrigade namens Internationale Verteidigungslegion der Ukraine am Samstag mit. Neben dem Deutschen seien drei Männer aus den Niederlanden, Frankreich und Australien getötet worden. Zu den Umständen des Todes der vier ausländischen Kämpfer oder dem Ort machte die Freiwilligenbrigade in ihrer Erklärung keine Angaben.

+++ 15:11 Deutsche Versicherer warnen vor russischen Cyberattacken +++
Die deutschen Versicherer warnen vor verstärkten Cyberattacken aus Russland als Folge des andauernden Kriegs in der Ukraine. "Je länger der Krieg in der Ukraine dauert, desto wahrscheinlicher werden Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen aus Russland heraus", sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands GDV, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Er ruft insbesondere mittelständische Unternehmen auf, ihre IT-Sicherheit weiter zu verbessern: "Der Mittelstand hat die Potenziale bei der Prävention bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Angesichts der neuen Gefahren müsste IT-Sicherheit spätestens jetzt in jedem Unternehmen Chefsache sein, denn eine Cyberattacke kann die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens in kürzester Zeit vernichten", so der GDV-Hauptgeschäftsführer.

+++ 14:49 Rheinland-Pfalz hat mehr als 8000 ukrainische Schüler aufgenommen +++
Mehr als 8000 aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche werden mittlerweile an Schulen in Rheinland-Pfalz unterrichtet. Dies geht auch einer Mitteilung des Bildungsministeriums in Mainz hervor. Der größte Teil der nach der russischen Invasion aufgenommenen Schülerinnen und Schüler wurde an Grundschulen (3351) angemeldet. An Realschulen plus waren es 1682 Kinder und Jugendliche, 1462 der Schüler besuchen nun ein Gymnasium in Rheinland-Pfalz. Im selben Zeitraum wurden den Angaben zufolge weitere 1301 Schüler aus anderen Ländern in den Schulen im Land angemeldet. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien, hatte Mitte April erklärt, dass bundesweit bis zu 400.000 geflüchtete Kinder und Jugendliche an Schulen aufgenommen werden könnten. Insgesamt werden in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

+++ 14:27 UN-Generalsekretär appelliert an Verhandlungswillen der Kriegsparteien +++
UN-Generalsekretär António Guterres hat nach 100 Tagen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein sofortiges Ende der Gewalt gefordert. Zudem betonte er in einer Mitteilung, eine Lösung des Konflikts erfordere Verhandlungen und Dialog. Die Vereinten Nationen würden all solche Bemühungen unterstützen. "Je eher sich die Parteien aufrichtig um eine Beendigung dieses Krieges bemühen, desto besser für die Ukraine, Russland und die Welt", schrieb Guterres. Russland hat die Ukraine am 24. Februar angegriffen, am Freitag wurde die Marke von 100 Kriegstagen erreicht. Derzeit konzentrieren sich die Kämpfe vor allem auf den Donbass im Osten der Ukraine. Guterres forderte ungehinderten Zugang humanitärer Helfer zu allen Bedürftigen. Zudem sollten in den Kampfgebieten eingeschlossene Zivilisten evakuiert, die Zivilbevölkerung geschützt und die Menschenrechte im Einklang mit den internationalen Normen geachtet werden, so Guterres.

+++ 14:00 Sudetendeutsche ehren Selenskyj mit Karlspreis +++
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft zeichnet den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus. Er sei nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nicht geflohen, sondern kämpfe mit dafür, sein Land in eine europäische Zukunft zu führen, sagt Bernd Posselt, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Den Europäischen Karlspreis nimmt stellvertretend eine Frau entgegen, die aus der Ukraine geflohen war. Sobald es die Lage zulasse, wollen Vertreter der Landsmannschaft mit dem Preis nach Kiew reisen, so Posselt. Mit dem Europäischen Karlspreis zeichnet die Landsmannschaft Menschen aus, die sich besonders für die europäische Einigung und die Völkerverständigung verdient gemacht haben. Er ist nach dem mittelalterlichen Kaiser Karl IV. benannt.

+++ 13:46 Macron warnt vor Demütigung Russlands - nur so Chance für Diplomatie +++
Der französische Präsident Emmanuel Macron warnt vor einer Demütigung Russlands, damit nach einem Ende der Kämpfe in der Ukraine eine diplomatische Lösung gefunden werden kann. Frankreich werde eine vermittelnde Rolle spielen, sagt Macron in einem Interview mit mehreren Regionalzeitungen. "Wir dürfen Russland nicht demütigen, damit wir an dem Tag, an dem die Kämpfe aufhören, mit diplomatischen Mitteln eine Startrampe bauen können", so der Präsident. "Ich bin davon überzeugt, dass es die Rolle Frankreichs ist, eine vermittelnde Macht zu sein." Macron hat seit Beginn der russischen Invasion im Februar regelmäßig mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen, um einen Waffenstillstand zu erreichen und glaubwürdige Verhandlungen zwischen den Regierungen in Kiew und in Moskau aufzunehmen.

+++ 13:33 Russland will Schulungszentrum für Artilleristen zerstört haben +++
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben ein Zentrum zur Schulung von Artilleristen an westlicher Waffentechnik getroffen. "Mit hochpräzisen Luft-Boden-Raketen wurde ein Schlag gegen ein Artillerieausbildungszentrum der ukrainischen Streitkräfte im Raum Stezkiwka im Gebiet Sumy geführt", sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. In dem Zentrum seien die Soldaten in der Handhabung der westlichen Haubitze M777 unterrichtet worden, fügt er hinzu. Moskau kritisiert seit Monaten die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. Nach Ansicht des Kremls wäre der Krieg ohne die Rüstungshilfe schon beendet. Um diese Hilfe zu verringern, betont die russische Führung die Vernichtung westlicher Waffen und Freiwilliger besonders. Konaschenkow erklärt so auch, dass im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine "ein Lager ausländischer Söldner" durch einen Raketeneinschlag vernichtet worden sei. Insgesamt hat nach russischen Angaben die eigene Luftwaffe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 400 ukrainische Soldaten, 20 Kampf- und Schützenpanzer, rund ein Dutzend Artilleriegeschütze und Raketenwerfer sowie etwa 30 Fahrzeuge liquidiert. Die Angaben sind unabhängig nicht zu überprüfen.

+++ 13:16 "Russland könnte bei modernen Waffen in Knappheit geraten" +++
Im Osten der Ukraine gehen die heftigen Kämpfe weiter. In der Ukraine denke aber niemand an eine Niederlage, meint Christof Lang. Zwar machen die russischen Truppen Fortschritte - aber die Verluste sind offenbar groß. Ein kritischer Punkt der Russen sei der Nachschub an modernen Waffen, wie der ntv-Reporter erklärt.

+++ 13:00 Mützenich setzt auf China als Vermittler im Ukraine-Krieg +++
Nach Einschätzung von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich könnte die chinesische Regierung im Ukraine-Krieg möglicherweise als Vermittler agieren. Grundsätzlich kämen Staaten in Frage, die für beide Seiten akzeptabel seien, etwa jene, die sich bei der Verurteilung Russlands in der UN-Generalversammlung zurückgehalten hätten. "Also etwa Indien, die Volksrepublik China, aber auch Südafrika", sagt Mützenich "T-Online". "China etwa hat Russland zwar gewähren lassen, aber den Angriffskrieg auch nicht befürwortet", so Mützenich. "Im Gegenteil: Die chinesische Führung spricht weiter von der territorialen Integrität von Staaten. Vielleicht können die Ukraine und auch Russland dadurch in China einen möglichen Vermittler sehen." Er selbst würde sich wünschen, dass die Vereinten Nationen diese Rolle spielen könnten, sagt der SPD-Fraktionschef. "Aber ich bezweifle, dass Russland das will."

+++ 12:39 Russland streitet mit Sri Lanka um beschlagnahmtes Flugzeug +++
Die Beschlagnahmung eines Flugzeugs der russischen Fluggesellschaft Aeroflot in Sri Lanka sorgt für Streit zwischen Russland und dem südasiatischen Inselstaat. Der größte Flughafen von Sri Lanka, Bandaranaike, dementiert, dass die Regierung in Colombo die Beschlagnahme des Airbus A330 veranlasst habe. Die Angelegenheit sei "rein kommerzieller Natur", es gebe keinen Anlass für staatliche Einmischung, erklärt die Flughafenverwaltung. Die russische Maschine war am Donnerstag auf Anordnung des Handelsgerichts in Colombo konfisziert worden. Der Flug SU289 mit 191 Passagieren und 13 Besatzungsmitgliedern an Bord wurde kurz vor dem Rückflug nach Moskau gestoppt. Hintergrund ist ein Streit mit einem irischen Luftfahrtunternehmen, zu dem es am Mittwoch eine Anhörung geben soll. Sri Lankas oberster Gesandter in Moskau war am Freitag vom russischen Außenministerium einbestellt worden, wo ihm ein "entschiedener Protest" übermittelt wurde, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete.

+++ 12:20 Bundesagentur glaubt, bis Jahresende haben 746.000 Ukrainer Hartz IV-Anspruch +++
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge bis Jahresende mit 746.000 ukrainischen Flüchtlingen, die sich in den Jobcentern melden und Anspruch auf Hartz IV haben. In den kommenden Wochen gehe die Behörde von 410.000 "ukrainischen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten" aus, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine vertrauliche Szenariorechnung, die Landes- und Kommunalvertretern vorgelegt worden sei. Die BA verweist in diesem Papier laut Bericht aber darauf, dass die Zahl der seit 24. Februar eingereisten und im Ausländerzentralregister erfassten ukrainischen Geflüchteten" einer "hohen Volatilität" unterliegt, etwa wegen Unter- und Doppelerfassung oder Rückreisen.

+++ 11:58 Schiff bringt wohl erneut Metall aus Mariupol nach Russland +++
In Mariupol ist einem Agenturbericht zufolge ein weiteres Schiff angekommen, um Metall zu laden und es nach Russland zu bringen. Das Schiff habe im Hafen angelegt, zitiert die Nachrichtenagentur Tass einen Vertreter der Hafenbehörde. Bereits Anfang der Woche hatte ein mit Metall beladenes Schiff in Mariupol mit Ziel Russland abgelegt. Die Ukraine hatte erklärt, dies käme Plünderung gleich. Russland hat die Hafenstadt vergangenen Monat nach erbitterten Kämpfen vollständig eingenommen.

+++ 11:31 Polen meldet mehr als 3,8 Millionen geflüchtete Ukrainer seit Kriegsbeginn +++
Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine registriert der polnische Grenzschutz 3,82 Millionen Einreisen aus dem Nachbarland. Am Freitag kommen 22.300 Menschen über die Grenze nach Polen, wie die Behörde per Twitter mitteilt. In die umgekehrte Richtung überqueren am Freitag 25.100 Menschen die Grenze aus Polen in die Ukraine. Es gibt seit mehreren Wochen täglich mehr Rückkehrende als Neuankömmlinge. Insgesamt sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar rund 1,8 Millionen von Polen aus in die Ukraine eingereist. Dabei handelt es sich nach Angaben der Behörden zum Großteil um ukrainische Staatsbürger. Sie reisen meist in Gebiete, die die ukrainische Armee zurückerobert hat.

+++ 11:07 Russische Soldaten sollen Brücken in Sjewjerodonezk sprengen +++
Russische Soldaten sprengen nach Angaben des Gouverneurs der ostukrainischen Region Luhansk Brücken in der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk. Damit solle verhindert werden, dass militärische Ausrüstung und Hilfe für die Zivilisten in die Stadt gebracht werden könne, sagt Gouverneur Serhij Gajdaj im Fernsehen. Ukrainische Einheiten hielten weiterhin ihre Stellungen in der Stadt und drängten russische Soldaten an mehreren Stellen zurück, so Gajdaj. Die Industriestadt Sjewjerodonezk liegt am Siwerskji Donez, auf der anderen Seite des Flusses befindet sich ihre Zwillingsstadt Lyssytschansk.

+++ 10:41 Russische Raumfahrtagentur will deutsches Teleskop wieder einsetzen +++
Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos will das deutsche Satelliten-Teleskop Erosita trotz der von Berlin abgebrochenen Zusammenarbeit wieder in Betrieb nehmen. "Ich habe die Anweisung erteilt, damit zu beginnen, die Arbeit des deutschen Teleskops im System 'Spektr-RG' zusammen mit dem russischen Teleskop wiederherzustellen", sagt Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin in einem Fernsehinterview. Das Teleskop war wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der darauffolgenden westlichen Sanktionen gegen Moskau vom deutschen Max-Planck-Institut in den Schlafmodus versetzt worden. Erosita war 2019 an Bord des russischen Satelliten Spektrum-Röntgen-Gamma (Spektr-RG) mit einer Proton-Rakete ins All geschossen worden. Es dient zusammen mit einem russischen Teleskop der Weltraumbeobachtung und kann Galaxien in Millionen Kilometer Entfernung von der Erde durchleuchten. Russische und deutsche Forscher konnten gemeinsam die Daten auswerten. Ziel der gemeinsamen wissenschaftlichen Mission war unter anderem der Nachweis von Schwarzen Löchern in nahe gelegenen Galaxien.

+++ 10:17 Russische Luftwaffe laut Briten im Donbass sehr aktiv +++
Die russische Luftwaffe ist nach Erkenntnissen der britischen Regierung im Donbass weiterhin sehr aktiv und fliegt Angriffe sowohl mit gelenkter als auch ungelenkter Munition. "Der verstärkte Einsatz von ungelenkter Munition hat zur großflächigen Zerstörung bebauter Gebiete im Donbass geführt und mit ziemlicher Sicherheit erhebliche Kollateralschäden und zivile Opfer verursacht", teilt das Verteidigungsministerium in einem Tweet mit. Russland habe seine taktischen Luftangriffe verstärkt, um den langsamen Vormarsch zu unterstützen.

+++ 10:01 Getreideexport über Odessa "wäre für Kiew hochriskant" +++
Präsident Putin sieht Russland nicht für die Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine verantwortlich. Ihm zufolge sei eine Ausfuhr problemlos zu bewerkstelligen. ntv-Reporter Rainer Munz schätzt die Aussage ein und erklärt außerdem, warum im Ukraine-Krieg Verhandlungen vorerst nicht möglich sein werden.

+++ 09:44 Ukraine: Geheimdienst steht mit gefangenen Mariupol-Kämpfern in Kontakt +++
Der ukrainische Geheimdienst steht nach Angaben der Regierung in Kiew in Kontakt zu den von Russland gefangen genommenen Kämpfern aus dem Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Die Regierung unternehme alles, um sie freizubekommen, sagt Innenminister Denys Monastyrskij im ukrainischen Fernsehen. Über den Geheimdienst erfahre man etwas über die Haftbedingungen, die Versorgung und die Möglichkeiten einer Freilassung der Kämpfer. Nach russischen Angaben vom Mai haben sich fast 2000 Ukrainer ergeben, nachdem sie wochenlang in Bunkern und Tunneln unter dem riesigen Stahlwerk in der Hafenstadt im Süden erbitterten Widerstand geleistet hatten.

+++ 09:05 Özdemir fordert Mehrwertsteuerstreichung für Obst und Gemüse +++
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hält angesichts der Folgen des Krieges in der Ukraine weitere Hilfen für die deutsche Bevölkerung für nötig. "Mir macht die aktuelle Preisentwicklung bei Lebensmitteln aufgrund des Ukraine-Kriegs Sorgen", sagt der Grünen-Politiker der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. "Wir haben als Bundesregierung sofort Entlastungspakete geschnürt, um auf die Folgen des schrecklichen Krieges zu reagieren. Und wenn es so weitergeht, dann kann ich Ihnen sagen: Nach dem Entlastungspaket ist vor dem Entlastungspaket." Özdemir wirbt dafür, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu streichen. Davon würden vor allem einkommensschwache Haushalte profitieren. Zudem würde ein Anreiz für gesündere Ernährung geschaffen. In der Diskussion über Biotreibstoff, der aus Ackerpflanzen gewonnen wird, spricht sich Özdemir für eine komplette Streichung der Vorgaben für Tankstellen aus. "Ich hoffe, dass wir in der Ressortabstimmung darüber Einigkeit erzielen, die verpflichtenden Beimischungsquoten von Agrarsprit schrittweise auf null abzusenken." Damit würden in Deutschland rund 800.000 Hektar für den Anbau von Lebensmitteln frei.

+++ 08:37 EU soll Führerscheine geflüchteter Ukrainer anerkennen +++
Um ukrainischen Flüchtlingen und Transportunternehmen zu helfen, plant die EU-Kommission spezielle Regelungen zur europaweiten Anerkennung von Führerscheinen aus der Ukraine. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Abgeordneten Clara Bünger hervor. Auf EU-Ebene diskutieren die Bundesregierung und die Länder mit der Europäischen Kommission Möglichkeiten zur Anerkennung ukrainischer Führerscheine, heißt es darin. Die fluchtpolitische Sprecherin der Linken hatte wissen wollen, ob die Bundesregierung Ausnahmeregelungen plane, da eine neuerliche Fahrprüfung in Deutschland für die Flüchtlinge mit erheblichen Kosten, Zeitaufwand und sprachlichen Hürden verbunden wäre. Zudem benötigten viele Betroffene ihren Führerschein für eine Erwerbstätigkeit. Ausländer, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und aus Nicht-EU-Staaten stammen, dürfen mit ihrer Fahrerlaubnis aus dem Heimatland generell nur sechs Monate fahren. Danach wird ein in Deutschland ausgestellter Führerschein erforderlich.

+++ 08:12 Selenskyjs Berater: Krieg könnte noch sechs Monate dauern +++
Die ukrainische Präsidialverwaltung prognostiziert, dass der russische Angriffskrieg noch bis zu einem halben Jahr dauern kann. "Das kann sich noch zwei bis sechs Monate hinziehen", sagt der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak im Interview mit dem oppositionellen russischen Online-Portal "Medusa". Am Ende hänge es davon ab, wie sich die Stimmung in den Gesellschaften Europas, der Ukraine und Russlands verändere. Verhandlungen werde es erst geben, wenn sich die Lage auf dem Schlachtfeld ändere und Russland nicht mehr das Gefühl habe, die Bedingungen diktieren zu können, sagt Podoljak. Er warnt dabei einmal mehr vor territorialen Zugeständnissen an Russland. Das werde den Krieg nicht beenden. "Weil es für die Russische Föderation - und das hat Herr (Wladimir) Putin mehrmals gesagt - prinzipiell ist, dass allein die Existenz der ukrainischen Staatlichkeit schädlich ist."

+++ 07:54 Wegen Rückschlägen? Russland verstärkt Truppen in Sjewjerodonezk +++
Russland verstärkt nach Angaben des ukrainischen Militärs seine Truppen rund um Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine. Bei den Angriffen auf die Industriestadt werde Artillerie eingesetzt, teilt der ukrainische Generalstab mit. Der Versuch der russischen Truppen, in die nahe gelegene Stadt Bachmut vorzudringen, sei allerdings gescheitert. Daraufhin hätten sie sich zurückgezogen.

+++ 07:29 Moskauer Bestseller-Autor: Nach Putin zerfällt russisches Imperium +++
Der Moskauer Bestseller-Autor Dmitry Glukhovsky erwartet einen Zerfall der Russischen Föderation nach dem Ende der Regierungszeit Wladimir Putins. "Russland ist ein sterbendes koloniales Imperium", sagt der Schriftsteller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Mein persönlicher Eindruck ist: Russland in der jetzigen Form wird es nur noch so lange geben, wie Putin Präsident ist. Wenn er stirbt, ist ein Erbfolgekrieg unvermeidlich." Der ganze Staat hänge an Putin und dessen persönlichem Umfeld, so Glukhovsky. "Russlands Zerfall als Imperium, als Staat, wird durch Putin unabwendbar. Er wollte diesen Staat und seine Macht sichern - und er wird ihn zerstören." Glukhovsky, der seit Kriegsbeginn im Ausland lebt, ist Autor der dystopischen "Metro-Trilogie", in der die Menschen in der Zukunft nach einem Atomkrieg in den U-Bahn-Stationen Zuflucht gesucht haben.

+++ 07:03 Linken-Chefin Wissler: Russische Energiepreise deckeln +++
Die Vorsitzende der Linken, Janine Wissler, fordert, russische Energie nur noch bis zu einer bestimmten Preisgrenze zu importieren und darüber hinaus nicht mehr. "Statt hohe Preise zu subventionieren und damit immer mehr Geld in die Kassen der russischen und europäischen Energiekonzerne zu schütten, sollte die EU ihre Nachfragemacht nutzen und die Einkaufsbedingungen diktieren", sagt sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Energieimporte aus Russland mit einem Embargo auf null zu setzen, hätte mehr Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft als auf die Einsatzfähigkeit der russischen Armee." Die Bundesregierung müsse sich deshalb auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass die Einkaufspreise für Energie aus Russland auf das Vorkriegsniveau gedeckelt würden, fügt Wissler hinzu. Damit würden Russland die aktuellen Extra-Profite entzogen, Gaslieferungen blieben aber möglich. Gleichzeitig könnten so die Verbraucherpreise gesenkt und die Inflation begrenzt werden.

+++ 06:36 Kostenexplosion: Bank in Zentralamerika bewilligt Kredit über 800 Millionen Dollar +++
Die Zentralamerikanische Bank für Wirtschaftsintegration (BCIE) bewilligt eigenen Angaben zufolge einen 800 Millionen Dollar schweren Kredit. Er soll lokale Länder vor dem weltweiten Treibstoffpreisanstieg schützen, der zum Teil durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine verursacht wurde. "Diese Maßnahme wird direkte wirtschaftliche Auswirkungen für Millionen Verbraucher haben", sagt der Präsident der BCIE, Dante Mossi, in einer Erklärung. Jedes der acht regionalen Mitglieder der Gruppe könne bis zu 200 Millionen Dollar Finanzmittel erhalten. In den zentralamerikanischen Ländern sind die Kosten für Düngemittel und regionale Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen infolge der steigenden Treibstoffpreise in die Höhe geschnellt.

+++ 06:04 Ukraine drängt russische Truppen nach eigenen Angaben in Sjewjerodonezk zurück +++
In der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine drängen die Verteidiger laut eigenen Angaben die russischen Streitkräfte etwas zurück. Hätten die russischen Soldaten zuvor "etwa 70 Prozent" der Stadt kontrolliert, "so sind sie jetzt um 20 Prozent zurückgedrängt worden", sagt der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj. Er beschreibt ein brutales Hin und Her. Die russischen Streitkräfte "bombardieren unsere Stellungen stundenlang, dann schicken sie eine Kompanie frisch mobilisierter Soldaten, sie sterben, dann begreifen sie, dass es noch Widerstandsnester gibt, und sie fangen wieder an zu bombardieren", sagt Gajdaj. Kiew wirft Moskau vor, aus der letzten verblieben Bastion der Ukraine in Luhansk ein "zweites Mariupol" zu machen.

+++ 05:13 Göring-Eckardt will Ukraine rasch zu EU-Beitrittskandidat machen +++
Die Vizepräsidentin des Bundestages, Katrin Göring-Eckardt, fordert, den EU-Beitritt der Ukraine rasch auf den Weg zu bringen. "Es sollte für Deutschland klar sein: Die Ukraine gehört zur europäischen Familie", sagte die Grünen-Politikerin den "Funke"-Zeitungen. "Der nächste Europäische Rat ist ein guter Zeitpunkt, der Ukraine den Kandidatenstatus für den EU-Beitritt zu verleihen." Darüber hinaus sollten Georgien und Moldau zeitnah den Kandidatenstatus erhalten, so Göring-Eckardt. "Ukraine, Georgien und Moldau haben unsere Unterstützung und eine verlässliche europäische Perspektive verdient." Diese Kraftanstrengung sei eine Verpflichtung, um die Werte Europas dauerhaft zu sichern.

+++ 02:57 Mützenich: Deutschland nicht geeignet für Vermittlerrolle +++
SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hält Deutschland für keinen geeigneten Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine und schlägt stattdessen Staaten wie China für diese Rolle vor. "Deutschland wird in diesem Konflikt kaum vermitteln können", sagt Mützenich "t-online". "Weil wir aus Sicht Russlands von Anfang an eine zu klare Haltung an den Tag gelegt haben." Mützenich hält für die Vermittlerrolle Staaten für geeignet, die sich bei der Verurteilung Russlands in der Generalversammlung der Vereinten Nationen zurückgehalten haben.

+++ 01:22 Schweiz blockiert weiter Lieferung von Munition und Panzern +++
Die Schweiz bekräftigt ihre Blockadehaltung beim Export von schweizerischen Waffen über Drittländer an die Ukraine. Aufgrund "des neutralitätsrechtlichen Gleichbehandlungsgebots" könne Bern der Lieferung von Munition und Radschützenpanzern aus Deutschland und Dänemark an Kiew nicht zustimmen, teilt der Bundesrat mit. Nach dem Kriegsmaterialgesetz könnten Ausfuhrgesuche nicht genehmigt werden, wenn sich das Empfängerland in einem internationalen bewaffneten Konflikt befindet. Deutschland hatte demnach in Bern angefragt, ob es 12.400 Patronen für den Flugabwehrpanzer Gepard an Kiew liefern dürfe. Außerdem ging es um die Weitergabe von 22 Radschützenpanzern des Typs Piranha III, die Dänemark ursprünglich in der Schweiz gekauft hatte und die seit ihrer Ausmusterung in Deutschland lagern.

+++ 00:45 Kiewer Chefunterhändler will nur aus stärkerer Position heraus verhandeln +++
Die Ukraine will nach Worten ihres Chefunterhändlers erst bei einer stärkeren Position im Krieg gegen Russland an den Verhandlungstisch zurückkehren. Für die Unterbrechung gebe es gute Gründe, solange in der Ostukraine schwere Gefechte stattfinden, sagte Dawyd Arachamija im ukrainischen Fernsehen. "Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden, wenn unsere Verhandlungsposition gestärkt ist", sagte der Fraktionsvorsitzende der Präsidentenpartei Diener des Volkes. Die Ukraine werde vor allem dadurch stärker, "dass die Waffen, die uns von internationalen Partnern ständig versprochen werden, endlich in ausreichender Menge eintreffen". Die Verhandlungen brachen ab, als nach dem Abzug russischer Soldaten Gräueltaten in Kiewer Vororten wie Butscha bekannt wurden. Präsident Wolodymyr Selenskyj will erst wieder verhandeln, wenn russische Truppen sich wenigstens auf die Grenzen von vor dem 24. Februar zurückziehen.

+++ 23:41 Lettlands Ministerpräsident lobt deutsche Ukraine-Politik +++
Lettlands Ministerpräsident Krisjanis Karins hält den deutschen Beitrag zur Bewaffnung der ukrainischen Armee für wichtig. Die Waffenlieferungen der Ampel-Koalition trügen dazu bei, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinne, sagt Karins der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er sehe lediglich Defizite bei der Rhetorik der Bundesregierung, die manchmal unklar bleibe. Außerdem verteidigt der lettische Regierungschef das Teil-Embargo der EU gegen Öl aus Russland und betont, wie wichtig eine EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine sei.

+++ 23:10 Selenskyj: Wir kämpfen für Frieden, Sieg, die Ukraine +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat 100 Tage nach dem russischen Überfall den Glauben an den Sieg beschworen. Es gebe drei Worte, für die sein Land kämpfe: Frieden, Sieg, Ukraine, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Aufnahme wurde unter freiem Himmel vor seinem Amtssitz in Kiew gemacht. "Vor genau 100 Tagen sind wir in einer neuen Realität aufgewacht", sagte der Staatschef. Er beschrieb die Erfahrung des Krieges anhand neuer Wörter, die Ukrainerinnen und Ukrainer hätten lernen müssen. Dazu zählten schreckliche Wörter wie Raketentreffer, Ruinen, Deportation. Ortsnamen seien dazugekommen wie Hostomel, Butscha oder Mariupol, die Namen russischer, ukrainischer und ausländischer Waffensysteme. Aber es gebe auch positive Worte: Wiederaufbau, Rückkehr, Befreiung.

+++ 22:02 Russisches Flugzeug in Sri Lanka festgesetzt +++
Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Aeroflot ist wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland auf Sri Lanka festgesetzt worden. In Moskau bestellte das Außenministerium deshalb den Botschafter des Inselstaates im Indischen Ozean ein. Die Regierung von Sri Lanka solle die Situation schnellmöglichst klären, verlangt die russische Seite. Das Flugzeug vom Typ Airbus A330 sollte russische Touristen zurück in die Heimat bringen, wird aber nun am Flughafen von Colombo bis mindestens zum 16. Juni festgesetzt. Auslöser ist den Angaben nach ein Gerichtsbeschluss auf Antrag einer irländischen Leasingfirma, die Anspruch auf das Flugzeug erhebt.

+++ 21:38 Putin sieht Russland nicht für Getreideblockade verantwortlich +++
Russlands Präsident Putin weist eine Verantwortung Moskaus für die Getreideknappheit auf dem Weltmarkt zurück. Die Krise habe schon vor dem Krieg in der Ukraine begonnen, den Putin eine militärische Spezialoperation nennt. Nicht Russland verhindere einen Export von Weizen aus der Ukraine, sagt er im russischen Fernsehen. Die Ukraine solle die Minen vor ihren Häfen an der Schwarzmeer-Küste entfernen. Die russische Armee werde dies nicht für Angriffe ausnutzen, versprach er. Russland könne auch die von ihm kontrollierten Häfen Mariupol und Berjansk am Asowschen Meer zur Verfügung stellen, sagt Putin.

+++ 20:58 Ukraine: Haben Teile von Sjewjerodonezk zurückerobert +++
Die Ukraine hat nach eigener Darstellung etwa ein Fünftel des an die russische Armee verlorenen Gebietes in der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk zurückerobert. Dies erklärt der Chef der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, im Fernsehen. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Die Zwillingsstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind die letzten Bastionen der Ukrainer in der Region Luhansk. Sjewjerodonezk ist seit Tagen schwer umkämpft.

+++ 20:24 Klitschko: "Wir stehen und kämpfen alle zusammen" +++
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko zeigt sich weiterhin siegessicher. Russland führe einen "barbarischen Krieg zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer", sagt er in einem Selfie-Video. 100 Tage Krieg seien voller blutiger Schlachten, Verluste und Todesfälle. "Es ist aber auch eine Zeit des Mutes und der Ausdauer", so der frühere Box-Weltmeister. "Wir stehen und kämpfen alle zusammen. Jeder an seinem Platz. Wir bewundern unsere Streitkräfte", sagte er. Die Ukraine werde sich von den "russischen Barbaren" befreien. "Ja, es wird schwierig. Aber ich glaube, dass jeder von uns diese Prüfungen mit Würde überstehen wird."

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, als/joh/dpa/rts/AFP

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