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Acht Jahre Aufschwung: In Deutschland ziehen Konsum, Export, Bau und Investitionen an.
Acht Jahre Aufschwung: In Deutschland ziehen Konsum, Export, Bau und Investitionen an.(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)
Mittwoch, 03. Januar 2018

Niedrigster Stand seit der Wende: 2017 war Rekordjahr am Arbeitsmarkt

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an: Im Dezember geht die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat um 183.000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt. Bei der Arbeitslosenquote bewegt sich dagegen nichts.

Die glänzende Konjunkturlage hat die Arbeitslosigkeit 2017 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gedrückt. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,533 Millionen Frauen und Männer ohne Job registriert. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,4 Punkte auf 5,7 Prozent, teilte die BA mit. Dies entspricht der niedrigsten durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit seit der Wende.

BA-Chef Detlef Scheele
BA-Chef Detlef Scheele(Foto: dpa)

Im zurückliegenden Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen zwar wie saisonal üblich im Vergleich zum Vormonat um 17.000 auf 2,385 Millionen an, blieb damit aber immer noch unter dem 12-Monatsdurchschnitt. Der mit dem Winterbeginn im Dezember zu erwartende Anstieg der Arbeitslosenzahl fiel diesmal deutlich schwächer aus als in den Vorjahren.

"Der Arbeitsmarkt hat sich 2017 sehr gut entwickelt", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. "Dabei hat er nicht zuletzt von einem breit angelegten Konjunkturaufschwung profitiert." Der positive Trend hielt auch zum Jahresende an: Gegenüber dem Vorjahresmonat, also dem Dezember 2016, ging die Zahl der Erwerbslosen im Dezember 2017 sogar um 183.000 zurück, wie die BA-Statistiker mitteilten. Insgesamt blieb die Arbeitslosenquote im Dezember unverändert bei 5,3 Prozent.

BA-Chef Detlef Scheele sprach mit Blick auf den zurückliegenden Monat von einer sehr guten Entwicklung: "Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist weniger gestiegen als saisonal üblich, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigen auf hohem Niveau weiter kräftig an."

Mehr als 700.000 freie Stellen

Der Bedarf an verfügbaren Arbeitskräften zieht immer stärker an: Im Dezember 2017 waren 761.000 offene Stellen bei der BA gemeldet, 103.000 mehr als vor einem Jahr. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt steht naturgemäß in einem engen Zusammenhang mit dem Aufschwung der deutschen Wirtschaft, die acht Jahre in Folge gewachsen ist.

Getragen wird der Aufschwung Beobachtern zufolge vor allem von den derzeit steigenden Konsumausgaben, florierenden Exporten, einem Bauboom und höheren Investitionen. Den meisten Experten zufolge dürfte der Job-Boom bis mindestens 2019 anhalten. Bis dahin könnte die Zahl der Arbeitslosen laut Prognose des Münchner Ifo-Instituts auf rund 2,2 Millionen sinken.

Mehr Gehalt, mehr Konsum

Daten aus dem Statistischen Bundesamt belegen, dass insgesamt deutlich mehr Menschen in Lohn und Brot stehen als im Vorjahr: Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach Hochrechnung der Statistiker im November bei 44,74 Millionen - ein Plus von 50.000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 613.000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg gehe allein auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück, hieß es dazu von der Bundesagentur. Diese hat laut Berechnungen der BA von September auf Oktober saisonbereinigt um 69.000 zugenommen. Damit hatten 32,79 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job - 743 000 mehr als ein Jahr zuvor.

Quelle: n-tv.de