Politik

Plan für Tornado-Nachfolge AKK wünscht sich Eurofighter und F-18

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Eine F-18-Maschine der amerikanischen Streitkräfte.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Berichte über einen möglichen Alleingang Kramp-Karrenbauers beim Kauf von US-Kampfjets sorgen in den vergangenen Tagen für Wirbel. Nun legt das Verteidigungsministerium eine Wunschliste vor. Demnach sollen Maschinen der Typen Eurofighter und F-18 die veraltete Tornado-Flotte ersetzen.

Das Verteidigungsministerium will die überalterte Tornado-Flotte der Luftwaffe mit bis zu 93 Eurofightern sowie 45 F-18-Kampfflugzeugen des US-Herstellers Boeing ersetzen. Das Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer unterrichtete die zuständigen Obleute im Bundestag über das milliardenschwere Vorhaben, bei dem zunächst das europäische Modell und später auch das US-Flugzeug beschafft werden soll.

Beim Koalitionspartner SPD gab es bislang Vorbehalte gegen eine Entscheidung. Die Haltung von Kramp-Karrenbauer, die auf Fortschritte im ersten Quartal gedrängt und Gespräche geführt hatte, wurde in dem Schreiben nun nicht ausdrücklich deutlich gemacht. In der "Süddeutschen Zeitung" erläuterte sie die Gründe ihrer Positionierung und machte auch deutlich, dass eine entscheidungsreife Beschlussvorlage erst für die Jahre 2022 oder 2023 erwartet werden kann - also in jedem Fall nach der nächsten Bundestagswahl. Sollte sich aber der Start der Gespräche in die nächste Legislaturperiode verschieben, "wäre der nahtlose Übergang zum Nachfolgemodell nicht zu schaffen".

Bundeswehr besitzt 85 Tornado-Jets

Das US-Modell F-18 soll dabei als schon marktverfügbare Lösung für den elektronischen Luftkampf sowie die "Nukleare Teilhabe" Deutschlands an US-Waffen beschafft werden, heißt es in der als Verschlusssache eingestuften Unterrichtung. Das nukleare Abschreckungskonzept der Nato sieht vor, dass Verbündete im Kriegsfall Zugriff auf Atomwaffen der USA haben. Weder bei SPD-Wählern, aber schon gar nicht bei den Grünen als einem möglichen Koalitionspartner der Zukunft kann man mit diesem Thema punkten.

"Für die Bundesregierung, für mich als Verteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende, gehören die nukleare Teilhabe und der nukleare Schutzschirm zur Architektur unserer Sicherheitspolitik", so Kramp-Karrenbauer in dem Interview. Dies solle auch in Zukunft so bleiben. Am Mittwoch wollte Kramp-Karrenbauer den Verteidigungsausschuss des Bundestages über Details des Vorschlags informieren.

Aktuell verfügt die Bundeswehr über insgesamt 226 Kampfflugzeuge, darunter 141 Eurofighter des Herstellers Airbus und 85 in der Nutzung stehende Tornado-Jets. Der vor bald 40 Jahren eingeführte Tornado ist für die Aufgaben Luftangriff, taktische Luftaufklärung und elektronische Kampfführung zum Einsatz vorgesehen - und die nukleare Abschreckung. Keine Entscheidung ist in seinem Fall auch eine Entscheidung - für höhere Ausgaben: Der Betrieb würde nach Schätzungen zusätzliche Milliarden kosten, spätestens ab 2030 halten Experten im Verteidigungsministerium dies für unwirtschaftlich.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa