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Anschlag auf Luxushotel Alle Terroristen in Nairobi "eliminiert"

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Kenianische Sicherheitskräfte sperrten den Bereich um den Hotelkomplex in Nairobi ab.

(Foto: REUTERS)

Mehrere Männer stürmen in ein Luxushotel in Nairobi und schießen um sich. Ein Attentäter sprengt sich in die Luft. Mehrere Menschen sterben. Erst am nächsten Tag können die Terroristen von Sicherheitskräften getötet werden.

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta hat den Angriff auf einen Hotelkomplex in Kenias Hauptstadt Nairobi für beendet erklärt. "Alle Terroristen sind eliminiert worden", sagte Kenyatta. Mindestens 14 Menschen seien bei dem von der islamistischen Al-Shabaab-Miliz reklamierten Anschlag getötet worden, 700 Zivilisten seien gerettet worden.

Nach Angaben der Polizei war eine von US-Amerikanern organisierte Konferenz Ziel des Anschlags gewesen. Die Veranstaltung sollte ursprünglich in dem von Terroristen angegriffenen Luxushotel stattfinden, wie Mawira Mungania, ein Beamter der Anti-Terror-Polizeieinheit, sagte. Der Ort der Konferenz, an der auch US-Amerikaner teilnehmen sollten, sei in letzter Minute geändert worden.

Am Dienstag hatten Angreifer einen Terroranschlag auf das bei Ausländern beliebte Luxushotel verübt. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Die Zahl der Toten könnte allerdings noch höher liegen: Die Sicherheitskräfte konnten wegen der lange andauernden Kämpfe noch nicht den gesamten Gebäudekomplex durchsuchen. Auch am frühen Mittwochmorgen waren in der Umgebung des Hotels noch Schüsse und Explosionen zu hören, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Das Innenministerium schrieb auf Twitter, Zivilisten, die durch Sicherheitsleute in dem einen Gebäude geschützt worden seien, seien mittlerweile gerettet worden. "Alle Gebäude und die Umgebung sind sicher."

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Der Anschlag hatte mehrere Stunden gedauert. Zunächst kam es am Dienstagnachmittag zu einer Explosion vor dem Hotel DusitD2, dann zu einem Selbstmordanschlag im Foyer, wie die Polizei erklärte. Die Angreifer "schossen willkürlich um sich, aber ich hatte Glück und konnte wegrennen und mich verstecken", sagte Augenzeuge Joseph Katana, der in dem Gebäudekomplex arbeitete. Einige Angreifer verschanzten sich der Polizei zufolge stundenlang in dem Hotelkomplex.

Maas bestürzt über Terrorakt

Am späten Dienstagabend sagte Innenminister Fred Matiang'i, die Lage sei "unter Kontrolle". Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch unklar, was aus den Angreifern geworden war. Bei ihnen handelte es sich laut der Zeitung "The Star" um sechs schwer bewaffnete Männer. In dem Hotelkomplex hat unter anderem der deutsche Softwarehersteller SAP ein Büro. Alle SAP-Mitarbeiter hätten das Gebäude verlassen können und seien in Sicherheit, teilte eine Unternehmenssprecherin mit.

Bundesaußenminister Heiko Maas erklärte, er sei "bestürzt über den menschenverachtenden Terroranschlag in Nairobi". UN-Generalsekretär António Guterres drückte seine Solidarität mit den Menschen, der Regierung und dem Präsidenten von Kenia aus und verurteilte den "schrecklichen Terrorakt". Auch Mogadischus Bürgermeister Abdirahman Osman twitterte, er verurteile im Namen der Bürger der Hauptstadt Somalias die Tat.

Die Terrorgruppe Al-Shabaab kämpft seit Jahren in Somalia um die Vorherrschaft und verübt immer wieder Anschläge im Nachbarland Kenia. Das Hotel befindet sich unweit des Westgate-Einkaufszentrums, wo im Jahr 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen starben. In Kenia kommt es immer wieder zu Terroranschlägen, vor allem seitdem die kenianischen Streitkräfte die Regierung im Nachbarland Somalia im Kampf gegen Al-Shabaab unterstützen. Dies tun sie seit 2011 im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union (AU).

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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