Politik

"Offensichtlich falsch" Ardern bietet US-Präsidenten Paroli

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Findet die Darstellung von US-Präsident Trump "offensichtlich falsch": Jacinda Ardern.

(Foto: AP)

Der Vergleich hinkt. Die USA registrieren täglich Zehntausende Neuinfizierte. In dem kleinen Neuseeland sind es nur einstellige Zuwächse. Präsident Trump verhöhnt trotzdem das Krisenmanagement des Landes und zieht damit den Unmut von Premierministerin Ardern auf sich.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat die Behauptung von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, ihr Land erlebe derzeit eine "riesige" zweite Corona-Welle. Trumps Darstellung sei "offensichtlich falsch", sagte Ardern. Jeder, der die Situation verfolge, werde "erkennen, dass die neun Fälle am Tag in Neuseeland mit den Zehntausenden Fällen in den USA nicht vergleichbar sind".

Neuseeland hatte die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 zunächst schnell unter Kontrolle bekommen und galt deshalb weltweit als Vorbild im Kampf gegen die Pandemie. Nach mehr als hundert Tagen ohne eine einzige Neuinfektion wurde vergangene Woche in Auckland allerdings ein neuer Infektionsherd entdeckt, woraufhin die Behörden wieder eine Ausgangssperre in der Großstadt verhängten.

Trump sprach daraufhin am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Minnesota von einer "riesigen Welle" in Neuseeland. "Es ist schrecklich. Wir wollen das nicht", sagte der US-Präsident, der zudem andeutete, Arderns Krisenmanagement zu Beginn der Pandemie sei gegen ihn persönlich gerichtet gewesen. "Sie haben es bekämpft. Es war überall in den Schlagzeilen. Sie haben es bekämpft, weil sie es mir zeigen wollten."

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Tatsächlich stehen die Fallzahlen in Neuseeland und den USA in keinem Verhältnis: Während Neuseeland mit seinen fünf Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 1300 Corona-Infektionen registrierte und es in dem Land derzeit etwa 70 aktive Fälle gibt, sind die USA mit insgesamt mehr als fünf Millionen nachgewiesenen Infektions- und 170.000 Todesfällen das am schwersten von der Corona-Krise betroffene Land der Welt.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP