Politik

Bundesregierung legt Daten vor Arme Kinder sind häufiger krank

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Kinder, deren Eltern weniger verdienen, haben gesundheitlich schlechtere Chancen als Gleichaltrige.

(Foto: picture alliance / Christian Cha)

Versäumte Vorsorge, schlechtere Ernährung: Kinder von Eltern mit geringem Einkommen sind nach Angaben der Bundesregierung anfälliger, krank zu werden. Sie litten etwa häufiger unter Übergewicht oder ADHS.

Kinder aus ärmeren Familien haben häufiger einen schlechteren Gesundheitszustand und sind öfter von Entwicklungsverzögerungen, psychischen Auffälligkeiten oder Übergewicht betroffen. Das die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP im Bundestag. Die Regierung trägt in ihrer Antwort verschiedene Studienergebnisse zusammen.

So weisen demnach zum Beispiel Jungen im Alter zwischen sieben und zehn Jahren, von denen kein Elternteil Vollzeit erwerbstätig ist, einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand auf als Gleichaltrige mit mindestens einem Vollzeit erwerbstätigen Elternteil. Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozialen Status haben auch ein erhöhtes Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) - den Daten zufolge um das 2,8- bis 4,4-Fache.

Auch zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen nehmen betroffene Kinder und Jugendliche demnach deutlich weniger oft wahr. Sie weisen zudem ein ungesünderes Ernährungsverhalten auf und trinken deutlich häufiger zuckerhaltige Erfrischungsgetränke als Gleichaltrige.

Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Pascal Kober, der die Anfrage gestellt hatte, fordert, stärker die Alltagswirklichkeit in sozial benachteiligten Milieus in den Blick zu nehmen. "Forderungen nach einem höheren Hartz-IV-Regelsatz oder einem bedingungslosen Grundeinkommen greifen zu kurz." Zweifel seien angebracht, "dass die mit vielen Milliarden finanzierten Hilfen des Sozialstaates die Menschen nicht früh genug erreichen". Deshalb müssten die Hilfen präventiver ausgerichtet werden.

Kober forderte ein umfassendes Kinder-Chancen-Paket. "Hierzu sollte die deutliche Erhöhung des Bildungs- und Teilhabepaketes gehören." Insbesondere die Zuschüsse für Sportverein und Musikunterricht sollten von 15 auf 30 Euro verdoppelt werden. "Sport und Musik machen Kinder vom Körperbewusstsein über die Sprachkompetenz, vom Durchhaltevermögen bis zur Konzentrationsfähigkeit in vielen Bereichen stark."

Quelle: ntv.de, ibu/dpa