Politik

Masken-Affäre weitet sich aus Auch Sauter im Visier der Ermittler

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Hintergrund der Ermittlungen sei demnach Sauters Rolle bei einem millionenschweren Geschäft mit Schutzausrüstung, die eine hessische Textilfirma an die bayerische Landesregierung verkauft haben soll.

(Foto: picture alliance/dpa)

Inzwischen ermittelt die Generalanwaltschaft München in der Masken-Affäre gegen fünf Beschuldigte. Unter ihnen soll auch der ehemalige bayerische Justizminister Sauter sein. Angeblich hat er Verträge erstellt, auf deren Basis Nüßlein Provisionen für die Vermittlung von Masken kassiert haben soll.

In den Korruptionsermittlungen gegen den Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (ehemals CSU) hat die Generalstaatsanwaltschaft München auch einen Abgeordneten des bayerischen Landtags mit in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen. Das Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit und der Bestechung von Mandatsträgern sei inzwischen auf insgesamt fünf Beschuldigte ausgeweitet worden, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Angaben zum Namen des Landtagsabgeordneten machten die Ermittler nicht.

Laut Berichten des "Spiegels" und der "Augsburger Allgemeinen" handelt es sich bei dem Abgeordneten um den CSU-Parlamentarier Alfred Sauter, der früher bayerischer Justizminister war und im CSU-Vorstand Vorsitzender der Finanzkommission ist. Der bayerische Landtag, die CSU-Landtagsfraktion und das Büro Sauters wollten die Berichte auf Anfrage nicht bestätigen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, der Politiker könnte mit den Masken-Deals rund eine Million Euro eingenommen haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft München ging im Zuge der erweiterten Ermittlungen mit einer Razzia vor. In Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landeskriminalamt seien insgesamt zehn Objekte in München und im Regierungsbezirk Schwaben durchsucht worden. Nach dem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" handelt es sich um die Privat- und Geschäftsräume des 70-jährigen Sauters in München und im schwäbischen Landkreis Günzburg.

Sauter will nur als Anwalt tätig gewesen sein

Sauter hatte eingeräumt, in seinem Beruf als Rechtsanwalt den Vertrag für ein Millionengeschäft einer hessischen Firma mit Corona-Schutzausrüstung mit dem bayerischen Gesundheitsministerium entworfen zu haben. Er will nach eigenen Angaben aber ausschließlich als Rechtsanwalt tätig gewesen sein, nicht als Abgeordneter.

Der CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer hatte Sauter aufgefordert, die Summe und Details des Geschäfts zu nennen. Dies lehnte dieser aber ab. Ursprünglich richteten sich die Ermittlungen gegen Nüßlein, der für die Vermittlung von Schutzmasken Provisionen im sechsstelligen Bereich kassiert haben soll. Er bestreitet die Vorwürfe, inzwischen trat der ehemalige Vizefraktionschef von CDU und CSU im Bundestag aus seiner Partei aus.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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