Politik

Nach Entrüstungssturm von Eltern Berliner Senat stoppt Schulstart am Montag

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Schließen? Öffnen? Halb öffnen? Das sollen jetzt auch Schulleiter und Eltern mitentscheiden.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Lockdown-Wirrwarr in der Hauptstadt: Falls Berliner Schüler für Montag ihren Schulranzen schon gepackt haben, dürfen sie ihn gleich wieder an den Nagel hängen. Nach heftigen Attacken von Eltern, Lehrern und der Bundesregierung verzichtet der Senat auf die umstrittene Öffnung für einige Schülergruppen.

Berlin verschiebt den für Montag geplanten Schulstart nach heftiger Kritik von Lehrern und Eltern und einer deutlichen Ermahnung von der Bundesregierung. Das berichten unter anderen der "Tagesspiegel" und die "Berliner Zeitung" und berufen sich auf Koalitionskreise. Demnach soll es ab Montag in der Hauptstadt bis zum 25. Januar doch keine Präsenzpflicht geben. Der Berliner Senat habe am späten Nachmittag seine Regelung an die Brandenburger Linie angepasst. Auch die Grundschüler sollen frühestens am 25. Januar in die Klassen zurückkehren, heißt es in dem Bericht weiter. Ob die Klassen 1 bis 6 zusammen am 25. Januar starten oder erst nach den Ferien am 8. Februar, will der Senat dem Vernehmen nach am 19. Januar bei einer Neubewertung der Lage entscheiden, berichtete die Zeitung weiter.

Allerdings ist damit für die Schulleitungen längst nicht alles klar: Für die Abschlussklassen 10, 12 und 13 soll laut "Tagesspiegel" ab Montag "ein Präsenzangebot bei ausgesetzter Präsenzpflicht mit maximal halben Klassen" gemacht werden. Das heißt, Schulleitungen und Elternvertretungen müssen nun gemeinsam entscheiden, ob sie die halbierten Abschlussklassen ab Montag schon in die Schulen holen oder nicht. Die Elternkonferenz der jeweiligen Schule solle das mitentscheiden, heißt es in dem Bericht weiter.

Zunächst hatte der Plan von Bildungssenatorin Sandra Scheeres vorgesehen, Zehntausende Schüler aus Abschlussklassen in Berlin bereits am 11. Januar wieder zurück in die Schulen kommen zu lassen. Am 18. Januar sollten die Grundschüler folgen. Der Senat änderte seine Linie erst, als viele Lehrer, Schüler und Eltern gegen die Entscheidung der Bildungssenatorin Sturm liefen. Eine Online-Petition hatten am Morgen bereits mehr als 30.000 Menschen unterzeichnet.

Bundesregierung mahnt Länder zur Konsequenz

Zuvor hatte die Bundesregierung dazu aufgerufen, die mit den Bundesländern gemeinsam getroffenen Corona-Beschlüsse zur Verschärfung und Verlängerung des Lockdowns auch umzusetzen. "In der derzeitigen Situation ist aus unserer Sicht eine konsequente Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse auch mit Blick auf die noch ansteckendere Virusvariante unerlässlich, und das gilt auch für die Beschlüsse zu den Schulen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittag in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Dienstag vereinbart, dass die im Dezember in den Ländern getroffenen Maßnahmen an Schulen und Kitas bis Ende Januar verlängert werden. Im Prinzip bedeutet das geschlossene Schulen oder ausgesetzte Anwesenheitspflicht und geschlossene Kitas oder nur Kita-Notbetrieb mit der Bitte an Eltern, ihre Kinder möglichst nicht zu bringen. Für Abschlussklassen an Schulen dürfen ausdrücklich Ausnahmen gemacht werden. Für Grundschulen ist das zwar nicht vorgesehen, grundsätzlich können aber die Bundesländer immer selbst regeln, wie sie in der Pandemie vorgehen, da sie für Schulen und Kitas auch selbst zuständig sind.

Quelle: ntv.de, mau