Politik

Nach einem Monat resigniert Brasiliens Gesundheitsminister wirft hin

e74ae7fe1edcf67f44e89d21c764fed5.jpg

Teich lag mit Bolsonaro bei einigen Fragen im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung über Kreuz.

(Foto: AP)

Jair Bolsonaro braucht einen neuen Gesundheitsminister. Der bisherige Amtsinhaber Nelson Teich verkündet nach nur einem Monat auf dem Posten seinen Rücktritt. Zuvor hatte es Streit um den Einsatz von Chloroquin in der Covid-19-Behandlung gegeben.

Inmitten der sich verschärfenden Corona-Krise hat der brasilianische Gesundheitsminister Nelson Teich nach nur einem Monat im Amt seinen Posten wieder geräumt. "Das Leben besteht aus Entscheidungen, und ich habe heute beschlossen zu gehen", sagte Teich in einer Erklärung in Brasília. Einen Grund dafür nannte er nicht. Teich sagte jedoch, dass er das Ministeramt nicht des Postens wegen angenommen habe, sondern weil er dachte, Brasilien und den Menschen helfen zu können.

Sein Abschied ist bereits der zweite an der Spitze des Gesundheitsministeriums in der Covid-19-Pandemie. Präsident Jair Bolsonaro hatte Teichs Vorgänger Luiz Henrique Mandetta wegen Uneinigkeit im Umgang mit dem Coronavirus entlassen. Während der rechtspopulistische Politiker das Virus verharmlost, nichts von Einschränkungen hält und auf eine Öffnung der Wirtschaft drängt, befürwortete der Mediziner Mandetta strenge Maßnahmen im Sinne der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch mit Teich hatte es zuletzt Unstimmigkeiten gegeben, vor allem über den Einsatz von Chloroquin in der Covid-19-Behandlung. Bolsonaro setzte Teich in dieser Frage unter Druck.

*Datenschutz

Brasilien hatte in den vergangenen Tagen sowohl bei den Corona-Infizierten als auch bei den Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Virus einen Negativrekord nach dem anderen vermeldet. Bis jetzt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben mehr als 14.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Insgesamt wurden 206.000 Infizierte registriert. Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das mit mehr als 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas damit sowohl bei der Zahl der Todesopfer als auch der Zahl der Infizierten nun auf Platz sechs der am schwersten betroffenen Länder.

Quelle: ntv.de, ino/dpa