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"Das stellt alles auf den Kopf" CDU-Bewerber dringen auf Rentenreform

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(Foto: dpa)

Das aktuelle Rentensystem kann den Lebensstandard der Menschen auf Dauer nicht sichern, warnen die Kandidaten für den CDU-Vorsitz - und fordern eine tiefgreifende Reform des Systems. Dafür soll die kapitalgestützte private Altersversicherung ausgebaut werden.

Die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz haben grundlegende Reformen im Rentensystem gefordert. Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer sprachen sich am Dienstagabend auf der CDU-Regionalkonferenz in Idar-Oberstein für einen raschen Ausbau der kapitalgestützten privaten und betrieblichen Altersversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Versicherung aus. "Das, was die Große Koalition auf Drängen der Sozialdemokraten in der Rentenversicherung gerade vor 13 Tagen beschlossen hat, ist an der äußersten Grenze dessen, was überhaupt noch akzeptabel ist an Belastung für die jüngere Generation - wenn diese Grenze damit nicht schon überschritten wurde", warnte Merz.

Mit Blick auf die Erwartung, dass die Rentenversicherung den Menschen auch künftig noch den Lebensstandard sichere, sagte Kramp-Karrenbauer: "Wir müssen so ehrlich sein, dass das System das so nicht mehr hergeben wird." Sie drängte mit Blick auf die Landtagswahlen in Ostdeutschland 2019 darauf, dass die CDU sehr viel schneller als bisher geplant eine Antwort auf die langfristige Sicherung der Altersversorgung vorlegt. Hintergrund sei, dass die AfD "im Osten einen national- und sozialpopulistischen Wahlkampf führen wird insbesondere um das Thema Rente mit einem Konzept, das jedem alles verspricht", sagte sie.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn warnte als dritter Kandidat für den CDU-Vorsitz vor einer Überlastung der jüngeren Generation. Man werde bei einer steigenden Lebenserwartung nicht darum herum kommen, länger arbeiten zu müssen.

Merz ging noch einen Schritt weiter und zeigte sich offen für eine Debatte darüber, ob man angesichts der erwarteten dramatischen Veränderungen am Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung die Sozialversicherungssysteme weiter an sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse knüpfen solle. Ihm kämen Zweifel, ob dies auf Dauer noch haltbar sei. Doch für die Debatte brauche die CDU Zeit. Denn "das stellt alles auf den Kopf, was wir seit Bismarck in der Sozialversicherung in Deutschland haben", sagte er.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts

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