Politik

"Raus aus der alten Denke" CDU-Nachwuchs soll Parteispitze mitbestimmen

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Kuban und Amthor fordern in ihrem Beitrag einen "Mitglieder-Reformparteitag".

(Foto: imago images/Ralph Sondermann)

Armin Laschet wird sein Amt als Parteichef bald niederlegen, die CDU steht vor einem personellen Neuanfang. Junge Unionspolitiker wittern ihre Chance und wollen die Parteimitglieder auf der Suche nach einer neuen Parteispitze miteinbeziehen.

Eine Gruppe junger CDU-Politiker um Junge-Union-Chef Tilman Kuban und den Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor fordert eine Beteiligung der Basis bei der Wahl einer neuen Parteispitze. Die CDU müsse "raus aus der alten Denke und raus aus eingefahrenen Strukturen", schrieben die Politiker in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". "Es ist nicht Aufgabe derjenigen, die die aktuelle Lage zu verantworten haben, einen neuen Vorsitzenden auszuwählen."

Die meisten Kandidaten für Wahlen würden bereits problemlos durch die CDU-Mitglieder aufgestellt. "Insoweit wäre es nur logisch und selbstverständlich, dass unsere Parteibasis auch über die wichtigsten Parteiämter in einem solchen Verfahren entscheidet", schrieben die CDU-Politiker.

Zuvor hatten sich bereits mehrere prominente Christdemokraten dafür ausgesprochen, die Basis in die Entscheidung über die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet einzubinden. "Ich finde es richtig, dass wir über Mitgliederbeteiligung sprechen", sagte der Abgeordnete Friedrich Merz, der selbst als Anwärter für den Parteivorsitz gilt.

"Mut zum Polarisieren"

Die jungen CDU-Politiker forderten in ihrem Gastbeitrag einen "Mitglieder-Reformparteitag, auf dem unsere Parteibasis den inhaltlichen Kompass festlegt und neu ausrichtet". Dafür brauche es gelegentlich auch "Mut zum Polarisieren statt Angst vor Kontroversen".

"Nur wenn die CDU der nächsten Generation eine Chance gibt, werden wir eine Zukunft als Volkspartei haben", erklärten die Autoren des Beitrags. "Auch an der Bundesspitze muss die Partei jetzt den Mut beweisen, mit frischen Gesichtern einen Aufbruch zu wagen."

Der als Kanzlerkandidat glücklose CDU-Chef Laschet hatte am Donnerstag angekündigt, den Weg für einen personellen Neuanfang freimachen zu wollen. Am Montag will er in den Parteigremien Vorschläge präsentieren - etwa für einen Sonderparteitag.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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