Politik

Söder und Kretschmer alarmieren "Es droht ein Kampf um das Intensivbett"

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Söder forderte eindringlich eine neue Bund-Länder-Runde.

(Foto: dpa)

Mit eindringlichen Worten fordern die Regierungschefs von Bayern und Sachsen einheitliche Schritte gegen die sich wieder verschärfende Pandemie. Söder attackiert dabei vor allem SPD-Spitzenkandidat Scholz. Kretschmer nimmt sich Spahn vor und sieht das Land in einen neuen Lockdown steuern.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den möglichen künftigen Koalitionären von SPD, Grünen und FDP vorgeworfen, sich in der Corona-Pandemie wegzuducken. "Wo ist die Ampel? Wo ist Olaf Scholz?", fragte er auf einem Landesparteitag der Sachsen-CDU im Dresden. Notwendig sei jetzt eine Konferenz der Ministerpräsidenten mit dem Bund. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer mahnte konsequentes Handeln an. "Wir müssen jetzt in einer besonderen Weise auf die Bremse treten."

Weiter sagte Söder: "Wenn Olaf Scholz auf dem G20-Gipfel war, dann kann er auch auf den G16 mit den Bundesländern gehen und endlich einheitliche Regeln für Deutschland finden. Angela Merkel hätte die Länder nicht allein gelassen." Es sei "schade und unverständlich", dass die SPD Gespräche verweigere. "Wir brauchen jetzt dringend einheitliche Lösungen. Die Ampel duckt sich komplett weg."

Es werde von einem Freedom Day und einem Ende der pandemischen Lage geredet, wenn genau das Gegenteil stattfinde. Statt Lockdown brauche es "mehr 2G" und 3G am Arbeitsplatz sowie rechtlich verbindliche Möglichkeiten dazu. Zudem gelte es, die Rückkehr zu kostenlosen Test zu prüfen. Söder hielt es für denkbar, auch die Impfzentren wieder zu reaktivieren.

Es sei gerade zu spüren, dass die vierte Welle Deutschland massiv trifft. "In den Krankenhäusern droht eine massive Belastung. Es droht auch ein Kampf um das Intensivbett", sagte der CSU-Chef. Die Corona-Krise komme schlimmer zurück als befürchtet.

"Es ist die letzte Ausfahrt"

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Auch Sachsens Ministerpräsident Kretschmer forderte konkrete Schritte gegen die steigenden Fallzahlen. "Das kann kein gutes Ende nehmen", sagte Kretschmer. "Wir wollen keinen neuen Lockdown. Wir wollen, dass Kindergärten und Schulen offen bleiben." Doch dafür müsse man jetzt handeln. Kretschmer sprach sich dafür aus, Corona-Schnelltests wieder für alle kostenlos anzubieten. Mit Testen allein löse man das Problem jedoch nicht. Die aktuelle Corona-Welle lasse sich nur durch eine radikale Kontaktreduzierung brechen. "Es ist die letzte Ausfahrt, die jetzt kommt vor einem Lockdown", sagte er. Wenn die Maßnahmen jetzt nicht funktionierten, dauere es nur noch wenige Wochen, bis Kritiker von der Realität eingeholt werden.

Kretschmer widersprach erneut dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der ein Ende der pandemischen Lage in Deutschland für den 25. November angekündigt hatte. Dieser Satz sei nicht nur "kolossal falsch", er habe auch einen gewaltigen Schaden angerichtet. "Wir haben eine Bedrohung, die vermutlich nicht so groß war in den vergangenen 18 Monaten wie jetzt." Es gebe eine extreme Belastung in den Krankenhäusern und eine wirkliche Bedrohungslage. Bund und Länder müssten jetzt gemeinsam agieren.

Sachsen hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Samstag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 415,8 den bundesweiten Spitzenplatz bei den Neuinfektionen erreicht. Vor diesem Hintergrund verschärft der Freistaat Schutzmaßnahmen und führt ab Montag in Teilen des öffentlichen Lebens die 2G-Regel (genesen oder geimpft) ein.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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