Politik

Tempo dürfte wieder nachlassen Etliche Impfzentren bleiben über Ostern zu

Mit ihrer Idee eines Osterlockdowns verrennt sich die Politik, Kanzlerin Merkel entschuldigt sich sogar. Doch es wird wohl doch so etwas wie eine Osterruhe geben - bei den Impfungen.

Über die Osterfeiertage bleibt in Deutschland eine ganze Reihe von Impfzentren geschlossen. So wird beispielsweise in den Impfzentren in Brandenburg am Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag nicht gearbeitet, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung in den Bundesländern ergab. Im Saarland wird sonntags generell nicht geimpft.

In Thüringen wird ebenfalls über die Feiertage nicht geimpft, außer am Samstag in einem Impfzentrum in Erfurt. In weiteren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, sind Schließungen möglich, wie es aus den Landesregierungen heißt. Das hänge davon ab, wie viel Impfstoff vorhanden sei. An Wochenenden wird insgesamt weniger geimpft, wie offizielle Zahlen zeigen. Während in der Woche zum Teil mehr als 300.000 Menschen ihre Spritze bekommen, sind es an Samstagen und Sonntagen jeweils nicht einmal halb so viele.

Bund und Länder stehen in der Kritik, weil die Impfkampagne hierzulande weit hinter dem Tempo anderer Länder wie den USA, Großbritannien und Israel zurückbleibt. In Deutschland haben erst knapp 11 Prozent der Bevölkerung die erste Impfdosis erhalten, in Israel sind es bereits 60, in Großbritannien gut 43 und in den USA knapp 28 Prozent - dort wurde gerade erst wieder ein Impftagesrekord aufgestellt.

Impfstoffmangel ist nicht der einzige Grund

In Deutschland wurden am Sonntag knapp 138.000 Dosen verimpft, etwas weniger als in der Woche davor. Gründe dafür sind neben der Impfstoffknappheit auch die von vielen als zu starr empfundene Impfpriorisierung. So sollen zunächst Menschen der Altersgruppe 80 plus das Vakzin bekommen. Ein Rückschlag für das Impftempo war auch das vereinzelte Auftreten von Hirnvenenthrombosen nach Impfungen mit dem Astrazeneca-Präparat und die folgende tagelange Aussetzung der Impfungen. Das scheint zu Verunsicherung und Skepsis gegenüber dem Präparat in der Bevölkerung geführt zu haben. Beispielsweise in Berlin lassen viele Bürger Astrazeneca-Impftermine verstreichen. Da es aber kein großangelegtes Nachrückersystem gibt, lässt dadurch das Impftempo nach.

Die britischen Behörden konnten so viele Menschen impfen, weil zunächst sämtliche Impfstoffvorräte gespritzt wurden, ohne Rücklagen für die Zweitimpfungen zu bilden. Befürworter dieser Strategie verweisen darauf, dass ein Großteil der Schutzwirkung bereits nach der ersten Dosis gegeben ist. Bei den Zweitimpfungen gleichen sich die Werte Deutschlands und Großbritanniens. Im Vereinigten Königreich genießen 4,9 Prozent der Bevölkerung den vollen Schutz, hierzulande sind es 4,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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