Politik

Von Revolutionsarmee zur Partei Farc geht mit neuem Namen auf Distanz

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Ex-Kämpfer der Farc-Guerilla bei einer Demonstration - die Farc heißt nun Partido Comunes.

(Foto: picture alliance/dpa/colprensa)

Die Farc bekämpfte jahrzehntelang den Staat sowie Großgrundbesitzer in Kolumbien mit Waffengewalt. Nach dem Friedensabkommen mit der Regierung 2016 wurde sie eine politische Partei - behielt aber ihr Kürzel Farc. Da das mit "Krieg" und "Schmerz" verbunden ist, folgt nun die erneute Umbenennung.

Die frühere kolumbianische Guerillaorganisation Farc hat sich umbenannt. Sie heißt nun Partido Comunes (etwa: Partei der Gemeinschaftlichkeit), wie ein Parteitag am Sonntag in Medellín beschloss. Mit der Umbenennung will sich die linksgerichtete Organisation von jenen ihrer Ex-Mitglieder distanzieren, die sich an dem Friedensabkommen von Ende 2016 nicht beteiligen.

Die Abkürzung Farc stand während des jahrzehntelangen Guerillakampfes für "Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia" (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens). Nach dem Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung konstituierte sich die Bewegung dann neu als politische Partei und benannte sich in "Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común" (etwa: Alternativ-Revolutionäre Kraft des Gemeinsinns) um - womit sie die Abkürzung Farc aber beibehielt. Durch die jetzige Umbenennung gehört auch diese Abkürzung der Geschichte an.

Farc für viele mit "Krieg" und "Schmerz" verbunden

Parteichef Rodrigo Londoño alias Timochenko räumte vor einigen Tagen ein, dass das Kürzel Farc von vielen Menschen mit "Krieg" und "Schmerz" in Verbindung gebracht werde. Die Farc war die älteste Guerillaorganisation Lateinamerikas und bekämpfte mehr als ein halbes Jahrhundert den kolumbianischen Staat sowie Großgrundbesitzer mit Waffengewalt. In dem Bürgerkrieg wurden geschätzte 260.000 Menschen getötet, weitere etwa 60.000 gelten als vermisst. Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben.

Nach dem Friedensabkommen ließen sich dann etwa 7000 Farc-Kämpfer entwaffnen. Hunderte andere Guerilleros widersetzten sich aber dem Abkommen und leben weiter im Untergrund.

Twitter sperrt Konten früherer Farc-Kommandeure

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Erst vor wenigen Tagen hatten Twitter und Youtube die Accounts von ehemaligen Farc-Kommandeuren gesperrt. "Twitter sperrt Konten, die gegen die Twitter-Regeln verstoßen", war auf den Konten von Iván Márquez und Jesús Santrich sowie der "Segunda Marquetalia" am 15. Januar zu lesen. Die kolumbianische Polizei hatte die Sperrung der Accounts zuvor mit der Begründung gefordert, dass sie zum Terrorismus anstiften könnten.

Márquez hatte auf Twitter ein Video mit einem Gewehr und ebenfalls bewaffneten Männern verbreitet, in dem er heftige Kritik an der Regierung von Präsident Iván Duque übt. Die früheren Farc-Anführer Luciano Marín alias "Iván Márquez" und Seuxis Hernández alias "Jesús Santrich" gehören zu der Dissidentengruppe "Segunda Marquetalia" der Ex-Guerilla-Organisation. Sie hatten beide das Friedensabkommen mit ausgehandelt. In einem Video im August 2019 beschuldigten sie Präsident Duque, das Friedensabkommen verraten zu haben, und kündigten an, wieder zu den Waffen zu greifen.

Quelle: ntv.de, abe/AFP/dpa