Politik

Kasachstan "besorgt" Fast 20 Tote nach Massenunruhen in Usbekistan

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Usbekistans Präsident Mirsijojew hat die Forderungen der Protestler inzwischen erfüllt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Usbekistans Präsident Mirsijojew regiert sein Land mit harter Hand. Als die Bürger der Teilrepublik Karakalpakstan für ihre Autonomierechte demonstrieren, rückt die Polizei an. Fast 20 Tote, hunderte Verletzte, räumen die Behörden ein. Menschenrechtler bezweifeln die Zahlen.

Bei mehrtägigen Unruhen in der ehemaligen Sowjetrepublik Usbekistan sind nach amtlichen Angaben mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte ein Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft, Abror Mamatow, mit. Die Proteste waren Ende vergangener Woche in Nukus ausgebrochen, der Hauptstadt der autonomen Republik Karakalpakstan im Westen des zentralasiatischen Landes. Sie richteten sich gegen eine geplante Verfassungsreform, in der die Souveränität der Region nicht mehr explizit erwähnt wird. Mamatow sprach von "Massenunruhen".

Nach Angaben der Nationalgarde gab es zudem mehr als 240 Verletzte. Davon seien 94 in Krankenhäuser gebracht worden. In Medienberichten war von deutlich mehr Todesopfern und Verletzten die Rede, ohne dass dies von offizieller Seite bestätigt wurde. Infolge der Proteste hat der Präsident des 35-Millionen-Einwohner-Landes, Schawkat Mirsijojew, inzwischen eingelenkt. Die Verfassungsparagrafen zur Souveränität von Karakalpakstan sollen nun unverändert Bestand haben.

Regierung in Kasachstan besorgt

In der Region am Aralsee leben zwar nur etwa zwei Millionen Menschen, mit 164.000 Quadratkilometern - doppelt so groß wie Österreich - nimmt Karakalpakstan aber fast 40 Prozent der Landesfläche ein. Die Republik hat ein eigenes Parlament. Karakalpakisch ist neben dem Usbekischen als Amtssprache verankert. Ansonsten sind die Autonomierechte begrenzt.

Unangemeldete Demonstrationen wie jene in Nukus sind im autoritär regierten Usbekistan illegal und finden nur sehr selten statt. "Es gibt unbestätigte Berichte über exzessive Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte während der Proteste in Nukus am 1. Juli", schrieb der Direktor für Europa und Zentralasien bei Human Rights Watch, Hugh Williamson, am Sonntag via Twitter. Er forderte eine Untersuchung der Vorgänge.

Das Außenministerium des Nachbarlandes Kasachstan, dessen Regierung Anfang Januar gewaltsame Proteste niedergeschlagen ließ, zeigte sich am Wochenende ebenfalls besorgt über die Ereignisse in Usbekistan. "Wir begrüßen und unterstützen die Entscheidungen der usbekischen Führung, die Situation in Karakalpakstan zu stabilisieren", so das Ministerium in einer Erklärung.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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