Politik

Führungsstreit in Partei Hofer tritt als FPÖ-Chef zurück

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Hofer übernahm den Parteivorsitz vor zwei Jahren von Heinz-Christian Strache, nachdem die Ibiza-Affäre an die Öffentlichkeit gekommen war.

(Foto: picture alliance / HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com)

Überraschend verkündet Norbert Hofer seinen Rücktritt an der Spitze der FPÖ. Grund sind offensichtlich Streitigkeiten um die Führung bei Österreichs Rechten - denn auch Herbert Kickl bringt sich als Spitzenkandidat für künftige Wahlen ins Spiel. Vor seinem offiziellen Abgang sorgt Hofer auf Twitter für Verwirrung.

In Österreich hat der Vorsitzende der in den sogenannten Ibiza-Skandal verwickelten rechtspopulistischen FPÖ überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der Parteivorsitzende Norbert Hofer erklärte, seine "Reise an der Spitze der FPÖ" sei nun zu Ende. Hintergrund ist offenbar auch ein innerparteilicher Streit mit dem prominenten FPÖ-Politiker und früheren Innenminister Herbert Kickl.

Die Zeit nach der Ibiza-Affäre sei "nicht einfach" gewesen, erklärte Hofer weiter. Es sei eine "schwierige Aufgabe gewesen, die FPÖ nach dem Bruch der Regierungskoalition "wieder aufzubauen". Es sei aber gelungen, sie in Umfragen an die 20-Prozent-Marke heranzuführen. "Damit habe ich die Partei soweit aufgestellt, damit sie auch in den nächsten Jahren Erfolg haben kann."

Die Ibiza-Affäre hatte im Mai 2019 ein politisches Erdbeben in Österreich ausgelöst, zum Bruch der Regierungskoalition mit der konservativen ÖVP von Kanzler Sebastian Kurz und zu vorgezogenen Neuwahlen geführt. Hintergrund war ein heimlich auf Ibiza gedrehtes Enthüllungsvideo, das zeigt, wie Heinz-Christian Strache als damaliger FPÖ-Chef vor der Parlamentswahl 2017 einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte im Gegenzug für Wahlkampfhilfe Staatsaufträge in Aussicht stellt.

Zuvor hatte ein Tweet Hofers für Verwirrung gesorgt. Noch vor der offiziellen Mitteilung hatte er auf Twitter seinen Rücktritt bekanntgegeben, den Tweet aber wieder gelöscht. Wie der "Standard" berichtete, schrieb er am Dienstag um 16.12 Uhr, heute sei sein "erster Tag nach der Reha und der erste Tag nach der Tagespolitik", weil er seine "Funktion als Bundesobmann" zurücklege. Vier Minuten später sei der Post wieder gelöscht gewesen. Nach etwa einer halben Stunde folgte dann die offizielle Mitteilung seines Rücktritts.

Zuletzt hatte sich jedoch FPÖ-Fraktionschef Kickl als Spitzenkandidat für künftige Parlamentswahlen ins Spiel gebracht. Kickl ist als scharfer Rhetoriker bekannt, der unter anderem auch heftiger gegen Corona-Maßnahmen der Regierung wettert als Hofer. "Ich lasse mir nicht jeden Tag ausrichten, dass ich fehl am Platz bin", wurde Hofer in der Zeitung "Österreich" zitiert.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP

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