Politik

Spahn: Zwei Millionen pro Woche Impftempo in Hausarztpraxen zieht an

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Spahn geht mit guten Nachrichten zur Impfgeschwindigkeit in die Bund-Länder-Beratungen am Montag.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Der Impfstart in den Hausartpraxen lief zunächst langsam an, pro Praxis gab es nur ein paar wenige Ampullen. Laut Gesundheitsminister Spahn sollen dort in der kommenden Woche aber mehr als zwei Millionen Dosen verabreicht werden. Probleme bereiten die unzuverlässigen Lieferzusagen einiger Hersteller.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet in der neuen Woche erstmals mehr als zwei Millionen Corona-Impfungen in den Arztpraxen. In der darauffolgenden Woche, Anfang Mai, sollen es bereits mehr als drei Millionen sein, wie es in einer Vorlage des Gesundheitsministeriums (BMG) für den Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag heißt. Demnach haben die Hersteller für das zweite Quartal insgesamt 80 Millionen Impfdosen zugesagt. Davon entfallen 50 Millionen Dosen auf Biontech/Pfizer. Kalenderwochen-bezogene Lieferpläne bis Ende Juni lägen bisher aber nur von Biontech und Moderna vor.

Die Lieferdaten und -mengen von Astrazeneca sowie von Johnson & Johnson werden den Angaben zufolge aktuell nur mit sehr kurzer Frist angekündigt. Dies stelle alle Beteiligten vor "logistische Herausforderungen". Wie zwischen Bund und Ländern vereinbart, erhielten die Länder im Mai und Juni für den Betrieb der Impfzentren wöchentlich kontinuierlich 2,25 Millionen Dosen von Moderna und Biontech sowie zusätzlich die angemeldeten Bedarfe für noch ausstehende Zweitimpfungen mit Astrazeneca.

Seit der zweiten Aprilwoche werden den Angaben zufolge "in einem eingespielten planerischem und logistischen Ablauf zwischen Bund, pharmazeutischem Großhandel, Apotheken und niedergelassenen Ärzten" zum Anfang einer Woche mindestens eine Million Dosen an die Arztpraxen geliefert und dort innerhalb der Woche verimpft. Mittlerweile beteiligen sich über 65.000 Ärztinnen und Ärzte an der Impfkampagne.

Aus der Vorlage des BMG geht außerdem hervor, dass alle Mitglieder der Bundesregierung, des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts ab dem 3. Mai die Möglichkeit erhalten sollen, sich in den von der Bundeswehr betriebenen Impfzentren des Bundes oder bei der parlamentsärztlichen Stelle gegen Covid-19 impfen zu lassen. Den Ländern stehe es frei, für die Mitglieder ihrer Verfassungsorgane ab dem 3. Mai ebenso zu verfahren. Die Mitglieder der Verfassungsorgane gehören der Gruppe 3 (Personen mit erhöhter Priorität) an.

"Bürokratisieren uns Impfstau herbei"

Mit Blick auf die Impfreihenfolge fordern Deutschlands niedergelassene Ärzte eine schnellere Abkehr von der bisherigen Regelung, als bisher von der Bundesregierung geplant ist. "Spätestens in zwei, drei Wochen sollte die Priorisierung aufgehoben werden", sagte Verbandschef Dirk Heinrich der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er erwarte dafür "ein klares Signal" des Impfgipfels von Bund und Ländern am Montag. "Wenn die Gruppe zwei, also die 70- bis 80-Jährigen und schwer Vorerkrankten, weitgehend durchgeimpft ist, braucht es die Freigabe", sagte Heinrich. "So weit sind wir Mitte Mai."

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn vorgeschlagene Freigabe im Laufe des Juni käme "viel zu spät", sagte Heinrich weiter. Ab Mai gehe es um die 1,5 Millionen Impfdosen pro Woche für die niedergelassenen Ärzte, ab Juni seien es bis zu 3,5 Millionen Dosen. "Schon für das Impfen allein müssen die Praxen zusätzliche Sprechstunden anbieten. Kommt dann noch die Suche nach den Berechtigten hinzu, wäre das schlicht nicht mehr zu stemmen", sagte er. "Fällt die Priorisierung nicht schnellstens weg, bürokratisieren wir uns einen Impfstau herbei."

Quelle: ntv.de, jhe/dpa/AFP

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