Politik

Abkehr von Priorisierung Söder will ab Mai alle impfen

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Söder will bei der nächsten MPK über die Impfpriorisierung sprechen.

(Foto: dpa)

23,5 Prozent der Menschen in Bayern sind inzwischen mindestens einmal gegen Corona geimpft. Viele warten aber noch auf ihre Einladung. Ministerpräsident Söder führt das auf "Impfbürokratie" zurück. Um die Immunisierung zu beschleunigen, möchte er die Priorisierung bundesweit schon im Mai aufheben.

Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag spricht sich CSU-Chef Markus Söder für eine Aufhebung der Impfreihenfolge ab Mai aus. "Wir müssen die starre Priorisierung schneller auflösen", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Nach dem Abarbeiten von bereits vereinbarten Impfterminen sollten alle Impfstoffe für jeden komplett freigegeben werden." Dies solle "am besten noch im Mai erfolgen. Die "Impfbürokratie" verzögere den Impferfolg, stellte der bayerische Ministerpräsident fest.

Bundesgesundheitsminister Spahn hatte kürzlich gesagt, er rechne im Juni mit einer Aufhebung der Impfpriorisierung. Im Mai solle aber erst einmal bundesweit die Priorisierungsgruppe 3 geöffnet werden. Darunter fallen unter anderem Menschen ab 60 und mit bestimmten Vorerkrankungen. Viele Länder haben bereits mit der Impfung dieser Personen begonnen. Zudem haben Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die Priorisierung für das Astrazeneca-Vakzin aufgegeben, hier können sich schon jetzt alle impfen lassen, wenn medizinisch nichts dagegen spricht.

Söder warb zudem dafür, auch Schüler ab 16 Jahren vermehrt zu impfen – vorausgesetzt, es gebe genügend Impfstoff. "Gerade hier ist die Inzidenz am höchsten", so der CSU-Chef. Diese Altersgruppe sollte daher aus seiner Sicht "beim Impfen behandelt werden wie Erwachsene".

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die "Bild am Sonntag" ist eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent der Menschen in Deutschland für eine sofortige Aufhebung der Impfreihenfolge. 22 Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus, die übrigen drei Prozent machten keine Angabe.

Schwesig will verlässliche Lieferzusagen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig forderte von dem bevorstehenden Impfgipfel Verlässlichkeit. "Wir brauchen mehr Impfstoff und klare Aussagen vom Bund, wann wir mit welchen Impfstoffmengen von welchen Herstellern rechnen können", sagte Schwesig dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Schwesig nannte ausdrücklich auch das russische Corona-Vakzin Sputnik V. "Selbstverständlich werde ich den Bundesgesundheitsminister fragen, was die Gespräche des Bundes zum Sputnik-Impfstoff ergeben haben", sagte die SPD-Politikerin. "Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, sollten wir ihn auch einsetzen. Dafür brauchen wir Optionen, die dann im Fall einer Zulassung fällig werden."

Die Ministerpräsidentin will auf dem Gipfel auch den Einsatz der Bundeswehr zur Sprache bringen. Sie werde sich "dafür aussprechen, dass wir spätestens dann, wenn wir noch mehr Impfstoff zur Verfügung haben, mehr mobile Impfteams der Bundeswehr einsetzen", sagte Schwesig den RND-Zeitungen. Dies sei "ein guter Weg, um die ländlichen Regionen noch besser zu erschließen".

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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