Politik

Europaweiter Vergleich des UNHCR In Deutschland leben die meisten Flüchtlinge

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Mit Stand Ende Dezember 2017 zählte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR 1,41 Millionen Schutzberechtigte und Asylbewerber in Deutschland.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Der Streit über die europäische Asyl-Politik verschärft sich seit Tagen. Vor allem Länder wie Italien und Griechenland sprechen von zu hoher Belastung. Neue Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks zeichnen nun einem Medienbericht zufolge ein etwas anderes Bild.

In Deutschland befinden sich einem Bericht zufolge europaweit die meisten Schutzberechtigten und Asylbewerber. Mit Stand Ende Dezember 2017 zählte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) 1,41 Millionen dieser Migranten, wie die "Welt" berichtet.

Danach folgt Frankreich (402.000) vor Italien (355.000). Noch hinter Ländern wie Schweden (328.000) und Österreich (173.000) liegt Griechenland (83.000). Die UNHCR-Auflistung beziehe sich nur auf Schutzberechtigte, Asylbewerber und aus anderen humanitären Gründen Bleibeberechtigte (Persons of Concern).

Abgelehnte Asylbewerber seien darin nicht enthalten. Die Daten der nationalen Statistikämter sowie des europäischen Statistikamtes weichen demnach nicht wesentlich von diesen UNHCR-Angaben ab. Die griechische Regierung selbst spricht dem Blatt zufolge nur von rund 60.000 Schutzsuchenden im Land.

Über die Aufnahme von Flüchtlingen verschärfte sich zuletzt der Streit zwischen den EU-Mitgliedsländern und auch innerhalb Deutschlands zwischen CSU und CDU. Am Sonntag fand dazu ein Sondergipfel in Brüssel statt. Italien drängte in diesem Kontext mit einem neuen Vorschlag auf einen "radikalen Wandel" der europäischen Asylpolitik. Die Dublin-Regelung, nach der Migranten in dem Land einen Asylantrag stellen müssen, das sie zuerst innerhalb der EU betreten, müsse damit komplett überwunden werden, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Sonntag.

Italien erlebt Entlastung

Nach dem Zehn-Punkte-Papier sollen die Migranten erst gar nicht in Europa ankommen, was Bewegungen innerhalb der EU "zur Nebensache" mache. "Die sekundären Bewegungen können so Gegenstand technischer Abkommen zwischen den besonders interessierten Ländern werden." Abkommen mit Herkunfts- und Transitländern der Migranten müssten verstärkt werden. Zudem sollten in Zusammenarbeit mit dem UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration IOM "Schutzzentren" für Flüchtlinge in Transitländern eingerichtet werden, um schon dort Asylanträge zu prüfen.

Italien sieht sich seit langem in Europa alleingelassen. Allerdings deuten nicht nur die aktuellen UNHCR-Zahlen eine Entlastung an: Nach Angaben der IOM kamen 2018 rund 16.200 Migranten an - etwa 78 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/rts