Politik

Drohungen aufs Mobiltelefon Kiew warnt Soldaten vor russischen Textnachrichten

281145538.jpg

Eine ukrainische Soldatin mit ihrem Handy.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Der Krieg in der Ukraine ist auch ein Informationskrieg. Ukrainische Behörden warnen vor Drohbotschaften, die Angehörige der Streitkräfte auf ihren Mobiltelefonen erhalten. In den Nachrichten werden auch private Daten der Handybesitzer genannt.

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums verschickt Russland vermehrt Drohbotschaften auf die Mobiltelefone ukrainischer Soldaten. In den Textnachrichten werde dazu aufgefordert, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Demnach erhalten die Militärangehörigen die Nachrichten per SMS und über Messengerdienste wie Telegram, Signal oder Whatsapp.

Die Nachrichten enthielten Angaben zum angeblichen Aufenthaltsort der angesprochenen Person. Dabei werde mit Raketenangriffen auf die Wohnorte des Handybesitzers und seiner Familie gedroht. Genannt würden unter anderem Vor- und Nachname der Person, Steuernummer, der Wohnort und mitunter Daten über die Größe und Zusammensetzung der Familie.

Oft seien die personenbezogenen Daten allerdings veraltet, weshalb ersichtlich sei, dass es sich um eine Manipulation handele, heißt es in der Mitteilung. Laut dem Ministerium haben die Drohungen das Ziel, die Moral der Streitkräfte zu untergraben und das Land damit zu destabilisieren.

Die Art dieser psychologischen Kriegsführung ist nicht neu. Bereits seit Beginn der Kämpfe in der Ostukraine im Jahr 2014 sind ukrainische Militärangehörige nach Angaben der Nachrichtenagentur AP immer wieder Drohungen und Desinformationskampagnen ausgesetzt. Auch der Invasion Russlands in der Ukraine im Februar ging ein schwerer Cyberangriff voraus. Einen Tag vor Beginn des Krieges waren viele Webseiten der ukrainischen Regierung nicht erreichbar. Parallel dazu erhielten Angehörige der Streitkräfte Textnachrichten, in denen sie aufgefordert wurden, zu fliehen.

Nach Recherchen von AP werden die Massennachrichten wahrscheinlich mithilfe sogenannter IMSI-Catcher versendet. Die Geräte simulieren ein Mobilfunknetz und werden auch von US-Strafverfolgungsbehörden verwendet, um Handys von Verdächtigen aufzuspüren.

Quelle: ntv.de, jpe

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen