Politik

Frauentag: Tulpen von Klitschko Kiew zählt 13 gefallene Soldatinnen

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Kiews Bürgermeister sorgt für die Blumen zum 8. März: Der Frauenanteil der ukrainischen Armee liegt bei 15 Prozent.

(Foto: Vitali Klitschko/Instagram)

Mit Angaben zu eigenen Gefallenen hält sich das ukrainische Militär zurück. Zum Frauentag gibt der Kommandeur der Luftwaffe nun eine traurige Zahl bekannt: 13 Soldatinnen seien seit dem russischen Angriff gefallen. Von Bürgermeister Klitschko bekommen die weiblichen Streitkräfte rote Tulpen.

Im Kampf gegen russische Truppen sind nach offiziellen Angaben aus Kiew bisher 13 Soldatinnen der ukrainischen Luftstreitkräfte getötet worden. Fast 7000 weibliche Angehörige der Luftstreitkräfte erlebten den Internationalen Frauentag "nicht mit Blumen, sondern mit der Waffe in der Hand", sagte der Kommandeur, Generalleutnant Mykola Oleschtschuk. "Schulter an Schulter mit den Männern wehren sie die russische Aggression ab, kämpfen für die Zukunft ihrer Kinder und die Zukunft unserer Ukraine."

Mehr als 1500 Soldatinnen der Luftstreitkräfte hätten direkt an Kampfhandlungen teilgenommen, sagte Oleschtschuk. 16 von ihnen seien mit Orden ausgezeichnet worden. Zur Gesamtzahl der Verluste unter den Streitkräften gibt es keine offiziellen ukrainischen Angaben. Auf Instagram veröffentlichte der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko am Internationalen Frauentag ein Video, auf dem er ukrainischen Soldatinnen rote Tulpen schenkt.

Nach Angaben der Politologin Leandra Bias von der Schweizer Friedensstiftung Swisspeace beläuft sich der Anteil von Frauen in der ukrainischen Armee auf etwas mehr als 15 Prozent. Dagegen habe sich der Frauenanteil in der russischen Armee seit der Jahrtausendwende um die Hälfte auf derzeit etwa vier Prozent reduziert.

Ukrainische Frauen senden Drohung an russische Truppen

Die Soldatinnen der ukrainischen Armee schickten anlässlich des Frauentags eine Botschaft, eine Warnung an die russischen Truppen: "Wir sind die Frauen der Ukraine. (...) Wir haben unsere Kinder in Sicherheit gebracht. Der Genpool unserer Nation ist gesichert. Jetzt schließen wir uns den Männern an und werden den Feind überall in unserem Land vernichten - in jeder Stadt, in jedem Dorf, in jedem Wald und in jedem Feld. Für jedes Kind, für jede Frau, für jeden alten Mann, für jedes zerstörte Haus werden wir euch erschießen wie einen tollwütigen Hund. "

Auch der russische Präsident Wladimir Putin feierte den Frauentag mit einer kämpferischen Ansprache, allerdings ohne explizit auf die blutigen Gefechte in der Ukraine Bezug zu nehmen: "Heute möchte ich an die Worte erinnern, die eine großartige Frau unserer Nation gewidmet hat. Sie wird in Russland Matuschka genannt, Mütterchen: Katharina die Zweite, Katharina die Große, deren Denkmal hier im Kreml steht. Sie war nicht von Geburt an Russin, aber sie ist eine sehr stolze Russin geworden und sie sagte: 'Ich werde meine Heimat verteidigen. Mit der Sprache, mit der Feder und mit dem Schwert. Solange ich lebe'."

Sexuelle Gewalt: Weibliche Flüchtlinge besonders bedroht

Anlässlich des Internationalen Frauentags riefen in Deutschland zahlreiche Organisationen zum besonderen Schutz für geflohene Frauen und Kinder aus der Ukraine auf. "Krieg und damit einhergehend Vertreibung und Flucht bedeuten für Frauen und Mädchen immer die Bedrohung durch sexualisierte Gewalt, die weltweit ein Phänomen aller bewaffneten Konflikte ist", hieß es in einer Erklärung von mehr als 40 Frauen- und Nichtregierungsorganisationen. Die unterzeichnenden Organisationen - darunter etwa der Deutsche Frauenrat, Pro Asyl und die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser - forderten Deutschland und die EU auf, die Arbeit von Frauenrechtsorganisationen und Schutzstellen zu unterstützen und auszuweiten.

"Putins Angriffskrieg richtet sich gegen Freiheit, Selbstbestimmtheit und Gleichberechtigung und damit gegen alle Demokratinnen und Demokraten", teilte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel mit. "Mit Blick auf den Internationalen Frauentag heißt das für mich, sich für die Freiheit unabhängig vom Geschlecht einzusetzen." Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR schon mehr als 1,7 Millionen Menschen geflohen. Aus der Ukraine fliehen hauptsächlich Frauen und Kinder. Die Regierung in Kiew hat ukrainischen Männern im Alter zwischen 18 und 60 Jahren die Ausreise untersagt, sie unterliegen der Wehrpflicht.

Der Internationale Frauentag wird jährlich am 8. März begangen und geht auf die Frauenbewegung zurück, die vor mehr als 100 Jahren Gleichberechtigung und ein Frauenwahlrecht forderte. In Russland ist er ein Feiertag, an dem Frauen traditionell Blumen geschenkt bekommen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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