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FDP schimpft auf die Kanzlerin Klöckner kritisiert "Merkel-Bashing"

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Klöckner (r) und die Kanzlerin: Was Merkel erreicht habe, müssen andere erstmal nachmachen.

(Foto: dpa)

Nach dem Jamaika-Aus ist die Kritik aus der FDP an Kanzlerin Merkel groß. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Klöckner verwahrt sich dagegen und sagt: Die Union lasse sich nicht von anderen Parteien das Personal diktieren.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen Kritik in Schutz genommen. Sie nehme Merkel als "stark, gut sortiert und entschlossen" wahr", sagte Klöckner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "CDU und CSU sind so eng beieinander wie seit Jahren nicht mehr, auch in dieser Frage."

Klöckner verwahrte sich dabei insbesondere gegen Kritik aus der FDP. Sie sei mit Parteichef Christian Lindner freundschaftlich verbunden. "Aber dieses Angela Merkel-Bashing kann ich nicht mehr nachvollziehen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich Dritte jemals so in Personalfragen anderer Parteien eingemischt haben - zumal sich die Personalfrage gar nicht stellt." Die Union lasse sich nicht von anderen Parteien das Personal diktieren.

Zwar verstehe sie, dass die FDP nach dem Jamaika-Aus nun ihren Weg und ihren Platz suche und gerade vielleicht mit dem Gefühl kämpfe, sich in eine Sackgasse manövriert zu haben. "Aber mit flotten Anti-Merkel-Sprüchen kommt man doch nicht gegen eigene Umfrageprobleme weiter. Die Bundeskanzlerin kann nun wirklich nicht für alles herhalten, das ist doch nicht glaubwürdig und dem politischen Klima tut das auch nicht gut."

Klöckner kritisierte zudem, wie die FDP ihre Begründungen für den Abbruch der Jamaika-Sondierungen "in Rekordzeit" verändert habe. Erst seien die Gründe inhaltlicher Art gewesen, dann, als sie keinen wirklichen Grund für das Scheitern habe nennen können, habe sie sich auf Merkel eingeschossen. Dabei müssten andere erstmal nachmachen, was Merkel in zwölf Jahren erreicht haben. "Sprüche sind schneller gemacht als Taten."

Klöckner wollte nicht näher darauf eingehen, welche roten Linie die Union bei den im Januar anstehenden Gesprächen mit der SPD über eine Große Koalition ziehen werde. Zu Spekulationen, dass SPD-Chef Martin Schulz den Posten des Finanzminister für sich beanspruche, sagte sie: "Es hat sich bewährt, sich zunächst über Inhalte und eine Regierungsbildung zu einigen und dann erst über die Posten zu reden, nicht umgekehrt."

Quelle: n-tv.de, ghö

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