Politik

FDP-Chef im "ntv Frühstart" Lindner entschuldigt sich bei Teuteberg

Nach der Verabschiedung von Linda Teuteberg beim Parteitag in Berlin gibt sich FDP-Chef Lindner reumütig: Er bedauere, wenn ein falscher Eindruck entstanden sei. Seine Formulierung sei der missglückte Versuch gewesen, die Situation aufzulockern.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich für die missglückte Verabschiedung von Generalsekretärin Linda Teuteberg auf dem Parteitag der Liberalen am vergangenen Samstag in Berlin entschuldigt. Seine Formulierung, er denke "gerne daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten ungefähr 300 Mal (...) den Tag zusammen begonnen haben", sei nicht so gemeint gewesen, wie es viele verstanden hätten, sagte Lindner der RTL/ntv Redaktion. "Ich bedauere, wenn ein Eindruck entstanden ist, zu wenig Respekt geäußert zu haben."

Während seiner Rede habe er die angespannte Situation "nur auflockern" wollen, so der Parteichef weiter. "Mir tut das sehr leid." Sofern sich Teuteberg angegriffen gefühlt haben sollte, "dann möchte ich mich auch bei ihr entschuldigen", erklärte Lindner. Teuteberg und er hätten aber auch nach der Rede noch Kontakt gehabt.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen will Lindner bei seinen öffentlichen Auftritten in Zukunft trotzdem nicht ergreifen. "Ich will darauf verzichten, mit Manuskripten zu arbeiten und versuchen, weiter frei zu sprechen", so der Liberale. "Meine Reden entwickle ich frei mit wenigen Stichworten. Da kann natürlich eine einzelne Formulierung nicht immer aus der Spontaneität heraus gelingen. Und der Preis ist dann, dass dir eine missglückt."

Teuteberg hatte auf Drängen Lindners ihr Amt zur Verfügung gestellt, nachdem sie erst im vergangenen Jahr zur Generalsekretärin gewählt worden war. Beim Parteitag in Berlin sagte sie, es sei ihr "eine Ehre und meistens eine Freude" gewesen. Zu ihrem Nachfolger wurde der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing bestimmt.

Drei steuerpolitische Vorschläge

Steuerpolitisch will Lindner künftig deutlichere Akzente setzen. Konkret nannte er im "ntv Frühstart" drei Vorschläge: die Wiedereinführung der Verlustrechnung, die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und die Veränderung der Steuerprogression.

Letztere würden sich vor allem für die viel gelobten Helden der Corona-Krise bezahlt machen - also für Kassiererinnen, Erzieherinnen und Krankenpflegerinnen. "Wenn die eine Gehaltserhöhung bekommen, dann geben die über die Hälfte der Gehaltserhöhung beim Staat ab", kritisierte Lindner. Die Menschen in diesen Berufen könnten "sich nichts dafür kaufen, dass wir alle applaudiert haben während Corona".

Zum Prinzip der Steuersenkung sagte der FDP-Politiker: "Wir sollten bei der Lohnsteuer den Tarif nach rechts verschieben, damit die Menschen mit wichtigen Jobs bei kleinen Einkommen jetzt auch mehr netto von dem haben, was sie verdienen."

Quelle: ntv.de, ako/jug