Politik

Russland von Fähren abhängig London: Dnipro-Brücken nicht mehr für Nachschub nutzbar

305611337.jpg

Zivile Fahrzeuge können die Antoniwka-Autobrücke womöglich noch passieren, schweres militärisches Gerät dagegen nicht.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Seit einigen Wochen feuern ukrainischen Streitkräfte gezielt auf mehrere Brücken in der besetzen Region Cherson. Die Taktik geht anscheinend auf: Nach Angaben des britischen Geheimdienstes hängt die Versorgung der russischen Truppen am westlichen Ufer des Dnipro von Befehlsfähren ab.

Russland gehen nach britischen Angaben die Möglichkeiten aus, die eigenen Truppen in der Südukraine mit Nachschub zu versorgen. Die beiden wichtigsten Straßenbrücken für eine Verbindung der russischen Streitkräfte zu dem besetzten Gebiet am Westufer des Dnipro in der Region Cherson seien wahrscheinlich nicht mehr für größere Lieferungen nutzbar, teilt das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Geheimdienst-Update mit.

Demnach ist auch die Brücke am Staudamm und Wasserkraftwerk Nowa Kachowka durch ukrainischen Beschuss seit dem 10. August für schwere militärische Fahrzeuge unpassierbar. Zuvor hatte die Ukraine bereits gezielt die Antoniwka-Autobrücke weiter südlich nahe der besetzten Stadt Cherson beschossen.

"In den letzten Tagen hat es nur oberflächliche Reparaturen gegeben", schätzt das britische Verteidigungsministerium der Zustand der Autobrücke ein. "Die Struktur ist wahrscheinlich beschädigt." Da auch eine wichtige Eisenbahnbrücke über die Dnipro bei Cherson beschädigt wurde, ist Russland seit Ende Juli demnach auf ein Fährsystem mit Pontonbrücken zurückgreifen, um seine Truppen am westlichen Ufer des Flusses versorgen zu können.

Selbst wenn es Russland gelingen sollte, die Brücken in größerem Umfang zu reparieren, bleiben sie nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes aber eine bedeutende Schwachstelle, die jederzeit wieder beschossen werden könnte. "Der Nachschub für die Tausenden russischen Soldaten am Westufer hängt mit ziemlicher Sicherheit von den beiden Pontonbrücken ab", lautet das Fazit. Die Größe der russischen Munitionsvorräte werde damit zum Schlüsselfaktor für die Kampfbereitschaft.

Russland hatte die südukrainische Region am Schwarzen Meer unmittelbar nach Kriegsbeginn Ende Februar eingenommen. Die Ukraine will das Gebiet auch mithilfe der von den USA und anderen NATO-Staaten gelieferten schweren Waffen zurückerobern. Übereinstimmenden Berichte zufolge plant sie, die russischen Truppen in der Region durch die Zerstörung der Brücken von den Nachschublinien abzuschneiden und zu isolieren.

Quelle: ntv.de, chr

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen