Politik

Erdogans Streit mit Putin Merkel und Macron planen Idlib-Gipfel

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In der Krise um Idlib ist deutsch-französisches Fingerspitzengefühl gefragt: Merkel und Macron telefonieren zur Zeit abwechselnd mit Putin und Erdogan.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die militärische Eskalation zwischen Ankara, Damaskus und Truppen aus Moskau in der Rebellenhochburg Idlib ist brandgefährlich. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron telefonieren mit den Staatschefs der Türkei und Russlands. Ein Gipfel im März soll eine politische Lösung bringen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Eskalation im Norden Syriens gesprochen. Um die humanitäre Krise zu vermeiden, bedürfe es konkreter Taten und starker Unterstützung, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte, alle drei Gesprächspartner hätten ihre "gemeinsame Sorge über die katastrophale humanitäre Lage der Zivilbevölkerung und das Risiko einer weiteren Eskalation zum Ausdruck gebracht. Sie stimmten darin überein, dass eine politische Lösung der Krise erreicht werden muss."

Am Abend telefonierte Erdogan mit Kremlchef Wladimir Putin. Erdogan forderte dabei erneut ein Ende der Angriffe der syrischen Regierung und ihrer Unterstützer in der Rebellenhochburg Idlib nahe der türkischen Grenze. Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung. "Solange das Regime die Peinigung des Volkes in Idlib nicht stoppt, kommt ein Rückzug unsererseits nicht infrage", sagte er am Nachmittag. Die Türkei unterhält seit einem Abkommen mit Russland in der Region Beobachtungsposten und hat diese in den vergangenen Wochen stark aufgerüstet. Die Türkei droht für Ende Februar mit einer Militäroffensive gegen die syrischen Truppen.

Gipfel in Istanbul im März?

Über die Lage in Idlib hatten Merkel und Macron mit Putin bereits am Vorabend gesprochen. Sie hatten ein sofortiges Ende der Kämpfe und ungehinderten humanitären Zugang zu den Bedürftigen gefordert. Beide Politiker hätten sich bereit erklärt, Putin und Erdogan "zeitnah" zu treffen, um eine politische Lösung zu erreichen, bestätigte Seibert. Erdogan sagte, Merkel und Macron hätten Putin einen Vierer-Gipfel in Istanbul am 5. März vorgeschlagen. Darauf gebe es von Putin aber noch keine positive Antwort.

Die Lage in Idlib war zuletzt eskaliert. Nach UN-Angaben flohen seit Anfang Dezember rund 900.000 Syrer vor den heranrückenden Regierungstruppen und Gewalt - auch in Richtung türkische Grenze. Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, Sorgen ausgelöst. Syrien hatte die Offensive auf die letzte große Rebellenhochburg um die Stadt Idlib im vergangenen Jahr begonnen. Trotz einer Waffenruhe setzten Truppen der Regierung in Damaskus die Angriffe in den vergangenen Wochen fort und konnten größere Gebiete einnehmen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa