Politik

Diebstähle bei der Bundeswehr Munition und Geräte aus Kasernen geklaut

imago92189215h.jpg

Nach Munition, Nachtsichtgeräten und Funkgeräten besteht in rechten Netzwerken eine hohe Nachfrage.

(Foto: imago images / Björn Trotzki)

In drei Bundeswehrkasernen verschwinden seit 2011 hochwertige Ausrüstungsgegenstände und Munition. Das Bundesinnenministerium bewertet die Vorfälle als Diebstähle. Ein Verteidigungsexperte befürchtet, dass sie aus dem rechten Spektrum kommen.

Die Bundeswehr hat anscheinend Langfinger in den eigenen Reihen. Seit 2011 sind in drei Bundeswehrkasernen Ausrüstung und Munition verschwunden, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervorgeht, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Das Bundesinnenministerium geht in den besagten Fällen von Diebstahl aus.

In der Staufer-Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf wurden zwischen 2011 und 2013 zwei Laserlichtmodule, eine Signalpistole, ein Funkgerät, ein Notfunkgerät, sowie ein Magazin mit fünf Schuss Munition entwendet. Aus der bayerischen Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt wurden im August 2013 insgesamt 60 Schuss Munition gestohlen. Aus der Graf-Zeppelin-Kaserne im baden-württembergischen Calw, dem Standort der militärischen Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK), wurde ein Nachtsichtgerät gestohlen.

Das Nachtsichtgerät für die Spezialeinheit wurde laut Bundesinnenstaatssekretär Hans-Georg Engelke am 27. April 2017 entwendet - dem Tag, an dem der unter Terrorverdacht stehende Bundeswehroffizier Franco A. verhaftet wurde. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der Oberleutnant versucht hat, einen Terroranschlag zu verüben und diesen Flüchtlingen in die Schuhe zu schieben.

Rechte Netzwerke als Drahtzieher?

Tobias Pflüger, verteidigungspolitischer Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, befürchtet, die verschwundene Munition und die anderen Ausrüstungsgegenstände könnten von Neonazis in der Bundeswehr gestohlen worden sein. Gerade nach Munition, Nachtsichtgeräten und Funkgeräten bestehe in rechten Netzwerken eine hohe Nachfrage.

"Franco A. plante, den Polizeifunk abzuhören. Die Verantwortlichen für die Diebstähle müssen schnellstmöglich ausfindig gemacht werden. Wir brauchen dringend eine lückenlose Aufklärung rechter Netzwerke in den Sicherheitsbehörden", sagte Pflüger dem RND. Die Standorte Altenstadt und Pfullendorf sind in der Vergangenheit ebenfalls durch rechtsextreme Vorfälle negativ aufgefallen.

Quelle: ntv.de, mba