Politik

"Wir sind keine Bananenrepublik" Nahles empört über Zoll-Gespräche Grenells

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Der US-Botschafter Grenell solle endlich lernen, was seine Rolle sei, sagte SPD-Chefin Nahles.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der neue US-Botschafter Grenell kommt mit seinen Einmischungen in die deutsche Politik nicht bei jedem gut an. SPD-Chefin Nahles nimmt nun seine jüngsten Zoll-Gespräche mit den Chefs führender Autokonzerne zum Anlass, heftig gegen ihn auszuteilen.

SPD-Chefin Andrea Nahles hat die Gespräche des US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, mit Vertretern der deutschen Automobilindustrie über die Senkung von Einfuhrzöllen heftig kritisiert. "Mir ist neu, dass Botschafter über derlei Fragen verhandeln", sagte Nahles der "Welt am Sonntag". "Was sind das für Methoden?", fragte Nahles. Grenell solle endlich lernen, was seine Rolle sei.

"Wenn die amerikanische Regierung mit uns über Zölle reden will, ist das eine Sache zwischen dem Handelsminister in Washington und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier", sagte Nahles. "Wir sind doch keine Bananenrepublik", fügte sie hinzu.

Grenell hatte sich zuletzt nach Angaben aus Branchenkreisen mit den Chefs führender deutscher Autokonzerne getroffen. Dabei soll er die beidseitige Aufhebung jeglicher Autozölle vorgeschlagen haben. US-Präsident Donald Trump hat der EU mit Strafzöllen auf Autoimporte in Höhe von 20 Prozent gedroht. Die EU warnte daraufhin vor massiven Gegenmaßnahmen.

Die deutschen Manager hatten dagegen deutlich gemacht, dass sie sich auch einen Abbau der hohen europäischen Zölle auf Autos aus den USA vorstellen könnten. Diese EU-Zölle belasten heute auch deutsche Autos, die in den USA gebaut und nach Europa importiert werden. An dem Treffen in Berlin auf Einladung Grenells nahmen demnach die Vorstandschefs Herbert Diess (VW), Dieter Zetsche (Daimler), Harald Krüger (BMW) und Elmar Degenhart (Continental) sowie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, teil. Unternehmenssprecher wollten sich nicht dazu äußern.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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