Politik

Nach Ämtersperre Poggenburg verlässt die AfD

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André Poggenburg hält mit seinem völkisch-nationalistischen Weltbild nicht hinterm Berg. Das brachte ihm auch parteiintern Ärger ein.

dpa

Immer wieder bringt André Poggenburg die Parteiführung der AfD durch rechtsextremistische Äußerungen in Erklärungsnöte. Jetzt gibt der einstige Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt sein Parteibuch ab. Das heißt aber nicht, dass er sich aus der Politik zurückziehen will.

Der sachsen-anhaltische Landtagsabgeordnete André Poggenburg verlässt die AfD. Wie Kay Gottschalk vom AfD-Bundesvorstand bestätigte, hat der frühere Landesparteichef in Sachsen-Anhalt seinen Austritt erklärt. Poggenburg selbst äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Zuletzt hatte es Spekulationen über eine Partei-Neugründung unter Führung Poggenburgs gegeben. Der "Spiegel" zitiert den Ex-Chef des AfD-Kreisverbands Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, Egbert Ermer, einen Mitstreiter Poggenburgs, mit dem Satz: "Das Projekt Parteigründung geht heute los." Geplant sei eine "mitteldeutsche Bewegung", mit Zweigen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der "Spiegel" zitiert auch aus einer E-Mail Poggenburgs an den Leiter der Bundesgeschäftsstelle der AfD. Demnach fühle sich Poggenburg der Partei und ihren Mitgliedern "weiterhin irgendwie verbunden". Sie sei aber nicht mehr seine "politische Heimat".

Der AfD-Rechtsaußen war in seiner Partei umstritten. Zweimal erhielt er Abmahnungen, weil er die AfD durch seine Äußerungen in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt habe. So sprach er in seiner Rede zum Politischen Aschermittwoch letztes Jahr von "Kümmeltürken" und "Kameltreibern", die sich zu ihren "Lehmhütten und Vielweibern" scheren sollten. Auf internen Druck hin trat er deshalb im März 2018 als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurück.

Später hatte er Meinungsverschiedenheiten mit anderen führenden Mitgliedern des rechtsnationalen Flügels in der AfD. Dessen bekanntester Vertreter ist der Thüringer Landeschef Björn Höcke, als dessen Protegé Poggenburg einst galt. Zuletzt war Poggenburg bei Parteifreunden mit seinem Neujahrsgruß auf Twitter angeeckt.  Dort schrieb er am Silvestertag: "Den Mitbürgern unserer Volksgemeinschaft ein gesundes, friedliches und patriotisches 2019!" Der Bundesvorstand der AfD hatte für Poggenburg daraufhin eine Ämtersperre beschlossen.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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