Politik

Kriegswirtschaft nicht notwendig Putin will Rüstungsindustrie auf Vordermann bringen

383991755.jpg

Ein zerstörter russischer Panzer steht am Rande von Iwaniwka, einem von der ukrainischen Armee nach der russischen Besetzung befreiten Dorf in der Provinz Cherson.

(Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Mit einem großen Arsenal alter sowjetischer Waffen greift Russland im Februar die Ukraine an. Doch nach neun Monaten Krieg sind viele der russischen Raketen abgeschossen, Panzer zerstört und Munition aufgebraucht. Präsident Putin setzt nun auf eine bessere Koordinierung seiner Waffen- und Rüstungshersteller.

Russland braucht nach Worten von Präsident Wladimir Putin zur Versorgung seiner Streitkräfte im Ukraine-Krieg keine Kriegswirtschaft. Die Rüstungsindustrie solle die Truppe schneller und mit besseren Produkten beliefern, forderte der Kremlchef in Moskau. Dafür seien aber keine außerordentlichen Maßnahmen notwendig. "Man muss die Arbeit nur genau, qualitätsvoll, gut koordiniert organisieren", wurde er von der Agentur Tass zitiert. Dies werde der Rüstungsbranche wie den angeschlossenen zivilen Bereichen zugutekommen, sagte Putin bei einer Sitzung des vor gut einem Monat eingerichteten Koordinierungsrates für die Ausrüstung der Armee.

Putin nannte Uniformen und Ausrüstung der Soldaten, Rüstungsgüter, aber auch Sanitätswesen, Soldzahlungen und militärisches Bauwesen. Alles sei notwendig, "um unsere Streitkräfte mit dem zu versorgen, was sie für die militärische Spezialoperation brauchen". So wird in Russland der vor genau neun Monaten begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine genannt.

Russland hat den Krieg mit einem großen Arsenal alter sowjetischer und eigener Waffen begonnen. Es hat aber auch viele Panzer, Fahrzeuge und Flugzeuge verloren und nach ukrainischen Berechnungen einen großen Teil seiner Raketenvorräte verschossen. Die Produktion von Nachschub ist bei vielen Waffentypen schwierig, weil elektronische Bauteile wie Computerchips fehlen.

Mehr zum Thema

Anders als die Ukraine, die auf Waffen aus dem Westen setzen kann, ist Putin auf eigene Waffenbestände angewiesen. Russland bekommt daher zunehmend Probleme, seinen Angriffskrieg mit den gleichen Mitteln zu führen wie zu Beginn der Invasion. Wie viel Ausrüstung und Waffen Russland noch in seinen Arsenalen hat, ist nicht bekannt. Doch auf dem Gefechtsfeld ist Experten zufolge zu beobachten, dass es den russischen Truppen vor allem an Mikrochips und Halbleiter für moderne Lenkwaffen fehlt.

Die Ukraine geht davon aus, dass Russland schon mehr als 87 Prozent seiner Iskander-Raketen verschossen hat und nun auf umfunktionierte S-300-Geschosse zurückgreifen muss. Die USA sehen zudem "erhebliche Engpässe" bei der russischen Artillerie-Munition.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen