Politik

Im Januar könnte es so weit sein Kreml soll doch zweite Mobilisierungswelle vorbereiten

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Die Rekruten, die in der ersten Welle eingezogen wurden, sind nach Kiews Angaben "bereits tot, verwundet oder demoralisiert".

(Foto: REUTERS)

Mindestens 300.000 Reservisten soll Russland seit Ende September für den Krieg in der Ukraine eingezogen haben. Folgen bald weitere Hunderttausende an die Front? Die Hinweise darauf verdichten sich.

Russland bereitet sich laut einem russischen Oppositonsmedium auf eine zweite Mobilisierungswelle im Januar vor. Unter Berufung auf Insider im Kreml berichtet das Online-Medium "Verstka" von einer möglicherweise für den Anfang des Jahres geplanten neuen Welle der Teilmobilmachung. Auch vom ukrainischen Innenministerium gab es entsprechende Äußerungen, allerdings ohne Belege. Die Regierung in Moskau behauptet dagegen, man habe nicht vor, weitere Reservisten einzuberufen.

In seinem Bericht beruft sich "Verstka" auf anonyme Quellen im russischen Parlament und der Präsidialverwaltung. Demnach könnte die nächste Mobilisierung nach dem Jahreswechsel beginnnen. In der Regierung gehe man davon aus, dass die Einberufungsstellen dann viel besser vorbereitet seien, als während der ersten Welle. Zudem würden sie dem Bericht zufolge über genaue Listen der zu mobilisierenden Personen verfügen. Bei der bisherigen Mobilmachung gab es immer wieder Chaos. So wurden mehrfach Fälle dokumentiert, in denen Männer etwa trotz gesundheitlicher Beschwerden eingezogen wurden.

Dem Bericht zufolge werden in Russlands Regionen derzeit neue Zentren für Rekruten eingerichtet und Militärausbilder geschult. Die Behörden würden außerdem versuchen, "Löcher in der Produktion und Vorbereitung von Grundbedarfsgütern für Soldaten sowie von Waffen und anderen Ausrüstungsgegenständen zu stopfen", zitierte "Verstka" eine Quelle in der russischen Präsidialverwaltung.

Ukraine: Womöglich 500.000 bis 700.000 Einberufene

Auf Twitter schrieb außerdem der ukranische Politiker Anton Geraschtschenko, Moskau plane, im Januar 500.000 bis 700.000 Reservisten einzuberufen. "Die 300.000, die zuvor eingezogen waren, sind bereits tot, verwundet oder demoralisiert", behauptete der Berater des Innenministeriums. "Die Russen werden langsam unglücklich über die Behörden - sie können die Verluste in der gelobten Armee nicht verstehen", ergänzte Geraschtschenko.

Erst am Montag hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen behauptet, in der Regierung gebe es "keine Diskussionen" über eine zweite Mobilisierungswelle. Russland hatte eigenen Angaben zufolge Ende Oktober die Mobilmachung von 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine abgeschlossen. Neue Maßnahmen der Mobilmachung seien derzeit nicht geplant, hatte Verteidigungsminister Sergei Schoigu bereits damals gesagt.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 22. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, uzh

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