Politik

Helikopterflug mit ihrem Sohn Rechtsanwalt zeigt Lambrecht an

c73ad32b13f952c1a4cf486331bac815.jpg

Lambrecht erklärte, sie werde "dafür sorgen, dass es keinen Anlass mehr für solche Vorwürfe gibt".

(Foto: IMAGO/photothek)

Weil sie ihren Sohn im Regierungshubschrauber mitnimmt, hagelt es für die Verteidigungsministerin Kritik. Nun erstattet ein Düsseldorfer Jurist laut Medienberichten Anzeige gegen die SPD-Politikerin - wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses. Bundeskanzler Scholz stellt sich indes hinter Lambrecht.

Die wegen eines Hubschrauberflugs mit ihrem Sohn unter Druck stehende Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht ist einem Medienbericht zufolge von einem Rechtsanwalt angezeigt worden. Der Düsseldorfer Jurist begründe seine Anzeige mit einem Anfangsverdacht auf Verletzung des Dienstgeheimnisses und Verletzung anderer Dienstpflichten, berichtete das Portal "The Pioneer" unter Berufung auf den Anwalt.

Er wirft der SPD-Politkerin demnach vor, im Zusammenhang mit ihrem strittigen Flug auf ihrem privaten Instagram-Konto von einem Besuch bei einer "hoch geheimen" Einheit geschrieben zu haben. Eine solche Bezeichnung der Einheit erfülle laut Anzeige des Anwalts bereits den Verdacht des Verrats von Dienstgeheimnissen, berichtete "The Pioneer". Gleiches könne für die Veröffentlichung von Fotos gelten.

Die Anzeige ist demnach an die Staatsanwaltschaft Berlin gegangen. Lambrecht steht in der Kritik, weil sie am Mittwoch vor Ostern in Begleitung ihres Sohnes in einem Regierungshubschrauber von Berlin zu einem Truppenbesuch nach Schleswig-Holstein gereist war. Danach machte sie mit ihrem 21-jährigen Sohn Urlaub auf Sylt. Laut Verteidigungsministerium ist eine solche Mitreise zulässig, Lambrecht hat demnach wie vorgeschrieben die Kosten übernommen.

Scholz verteidigt Lambrecht

Kritik an Lambrechts Verhalten kam vor allem vonseiten der Union. Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich hinter Lambrecht gestellt. "Ich bin sehr sicher: Wenn man in drei Jahren auf die Wahlperiode zurückblickt, wird es heißen: 'Sie ist die Verteidigungsministerin, die dafür gesorgt hat, dass die Bundeswehr endlich ordentlich ausgestattet ist'", sagte Scholz dem Nachrichtenportal t-online. Er kenne die Gesetzmäßigkeiten der Medien: "Gerne wird sich auf eine oder einen fokussiert. Aber ich weiß eben auch, dass sich das wieder ändert."

Lambrecht selbst äußerte sich in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erneut zu dem Mitflug ihres Sohnes. Sie könne "verstehen, dass das für Kritik sorgt" und werde "dafür sorgen, dass es keinen Anlass mehr für solche Vorwürfe gibt", sagte sie der Zeitung. Sie achte immer "akribisch" darauf, "dass alles korrekt und regelkonform läuft und stets die Kosten von mir übernommen werden, wenn mein Sohn mich begleitet".

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen