Politik

Neue Satellitenbilder Russischer Militärkonvoi vor Kiew löst sich auf

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Der russische Konvoi auf Aufnahmen vom 27. Februar.

(Foto: picture alliance/dpa/Maxar Technologies/AP)

Kurz nach dem Angriff auf die Ukraine schickt Russland einen mehr als 60 Kilometer langen Militärkonvoi in Richtung Kiew. Doch der Vormarsch gerät schnell ins Stocken. Jetzt soll sich die Fahrzeugkolonne der "New York Times" zufolge aufgelöst haben. Ob das ein gutes Zeichen ist, ist allerdings nicht klar.

Der riesige russische Militärkonvoi vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat sich Medienberichten zufolge weitgehend aufgelöst. Das zeigten aktuelle Bilder des privaten Satellitenunternehmens Maxar, wie die "New York Times" schreibt. Zuvor war der Himmel über der Ukraine so wolkenverhangen, dass auf Aufnahmen tagelang nichts zu erkennen war. Nun sei die Fahrzeugkolonne, in der sich zwischenzeitlich viele Kilometer lange Lücken gebildet hatten, neu organisiert und verlagert worden.

Viele der Fahrzeuge befinden sich laut der US-Zeitung nahe dem Flughafen Antonow, den die Russen jedoch schon am 28. Februar eingenommen hatten. Somit wäre der Konvoi seither nicht wesentlich vorangekommen. Teile der Kolonne hätten sich auch in die umliegenden Wälder verteilt. Allerdings zeigen einige Satellitenbilder demnach auch, dass Fahrzeuge weiter nördlich in der Nähe der Stadt Lubjanka neu positioniert und Artilleriehaubitzen in Schussposition gebracht wurden.

Der 64 Kilometer lange Militärkonvoi wird der zweiten Welle des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zugerechnet, sagte Sven Bernhard Gareis im Interview mit ntv.de. "Der Konvoi bringt Nachschub an Großgerät, Treibstoff und an Munition", so der Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Internationale Sicherheitspolitik. Dies sei "eine ganz wichtige Aufgabe in einem solchen Angriffskrieg". Doch angesichts von Berichten über Nahrungsmittel- und Treibstoffmangel kam die Kolonne nur schleppend voran. Das ließe sich als Hinweis auf logistische Mängel auf russischer Seite deuten, sagte Garais.

Ob sich der Konvoi nun tatsächlich aufgelöst oder sich für einen Angriff auf Kiew neu positioniert hat, ist bislang unklar. "Wir wissen nicht, ob sich die Fahrzeuge in andere Gebiete bewegen und andere Offensiven verstärken oder ob sie versuchen, Nachschublinien für einen Einmarsch in Kiew in den kommenden Tagen zu sichern", sagte ein Reporter des Nachrichtensenders Al Jazeera UK in Kiew.

Experten warnten bereits, dass Russland allmählich seine logistischen Probleme überwinde und sich auf einen Bodenangriff auf die Hauptstadt vorbereite. So erklärte die US-Denkfabrik "Institute for the Study of War", dass sich die russischen Streitkräfte "weiterhin in den östlichen, nordwestlichen und westlichen Außenbezirken von Kiew auf einen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt in den kommenden 24 bis 96 Stunden konzentrieren".

Quelle: ntv.de, hny

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