Politik

Corona-Fall kurz nach Öffnung Schule in NRW muss gleich wieder schließen

Ein Schild mit der Aufschrift

Wie lange das Gymnasium in Dormagen geschlossen bleibt, ist noch nicht bekannt.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Seit vergangenen Donnerstag sind Schulen in NRW für Abiturienten wieder geöffnet. Nur wenige Tage später meldet bereits die erste Schule einen Corona-Fall - und muss direkt wieder schließen. Kritiker hatten genau davor gewarnt.

Nach nur zwei Tagen Schulbetrieb schließt ein Gymnasium in Dormagen wieder. Der Grund: die Mutter eines Schülers sei am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das sagte ein Sprecher des Rhein-Kreises Neuss. Bei dem Schüler selbst sei der Test aber negativ ausgefallen. Wie der Sprecher weiter sagte, habe sich die Schulleitung dennoch mit dem privaten Träger des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden in Dormagen auf den Schritt geeinigt.

Da der Test beim Schüler negativ war, sei es nicht notwendig, die übrigen Mitschüler zu testen. Seit Donnerstag sollte der Abiturjahrgang der Schule nach der wochenlangen Pause wegen der Coronavirus-Pandemie eigentlich wieder in der Schule unterrichtet werden. Dies geschehe nun digital. Wie lange das Gymnasium geschlossen bleibt, ist noch nicht bekannt.

Das Thema Schulöffnung hatte bereits im Vorfeld für Zündstoff gesorgt. Zum einen hatte Laschet in der ARD-Talkshow "Anne Will" am Sonntagabend angedeutet, die Kommunen in Nordrhein-Westfalen seien auf die Wiederöffnung von Schulen nicht ausreichend vorbereitet gewesen. Diese Schuldzuweisungen belasteten das Vertrauensverhältnis der Kommunen zur Landesregierung. Das betonten Städtetag NRW, Städte- und Gemeindebund (StGB) und Landkreistag NRW am Montag in einer gemeinsamen Erklärung. Die öffentlich geäußerte Kritik helfe auch nicht bei der Bewältigung der Corona-Pandemie.

"Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen..."

Derartige Kritik entbehre "jeglicher sachlicher Grundlage", meinten die Verbände. Der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer twitterte: "Es ist ein Affront gegen all jene, die vor Ort tagtäglich gegen die Krise und ihre Folgen ankämpfen."Düsseldorfs Schuldezernent Burkhard Hintzsche wies die Vorwürfe zurück. "Wir haben uns als Schulträger schon vor Ostern auf die Schulöffnung vorbereitet und alle fachlichen Ratschläge berücksichtigt", sagte Hintzsche.

Aber dann sei das NRW-Schulministerium innerhalb weniger Stunden mit "immer neuen Erlassen" um die Ecke gekommen. "Es wäre gut gewesen, wenn das Land nicht jeden Tag neue Standards und Richtlinien herausgibt." So sei Alleinerziehenden per Erlass am Freitagabend aufgegeben worden, eine Arbeitgeberbescheinigung vorzuweisen, wenn sie ihre Kinder am Montag in die Notbetreuung bringen, schrieb Hintzsche. Auch die kommunalen Verbände bemängelten die Kurzfristigkeit und einige Unklarheiten bis zuletzt. Dennoch sei trotz der knappen Vorbereitungszeit dank des großen Engagements von Schulen und Kommunen ein problemloser Schulstart für die ersten Schüler gelungen.

Auch der Youtuber Rezo hatte die Schulöffnungen in NRW stark kritisiert. In einem neuen Video mit dem Titel "Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen..." plädiert er dafür, die Abiturprüfungen ausfallen zu lassen und stattdessen den Notendurchschnitt der letzten zwei Jahre zu nehmen. Schüler, Lehrer und Eltern seien in Gefahr, unter anderem wegen unhygienischer Zustände in den Schulen. Laschet fühlte sich wohl persönlich angesprochen und reagierte prompt auf Twitter ebenfalls mit einem Video. Darin sagte er, er habe mit Rezo telefoniert und begrüße seine Kritik. Inhaltlich geht er allerdings nicht auf diese ein.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa

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