Politik

"REGELBRUCH", "Telefonjoker" Spahn nutzt Fragerunde für Laschet-Werbung

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Jens Spahn meldet sich zu Wort - aber nicht mit einer Frage.

(Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Eigentlich ist auf dem CDU-Parteitag Zeit für Fragen der Delegierten an die Vorsitz-Kandidaten eingeplant. Stattdessen meldet sich Gesundheitsminister Spahn zu Wort - und wirbt für seinen Teampartner Laschet. Das erntet Kritik.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auf dem digitalen Bundesparteitag der CDU für seinen Team-Partner Armin Laschet als neuen Parteichef geworben - und damit für Wirbel gesorgt. Spahn meldete sich auf dem Parteitag in einer Fragerunde der Delegierten zu Wort - hatte jedoch keine Frage, sondern hielt ein Kurz-Plädoyer für Laschet.

Formal war Spahns Verhalten nicht zu beanstanden. Dennoch twitterte die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke "REGELBRUCH" und danach noch "DEMASKIERT!!!!". Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann wunderte sich, warum Spahn jetzt reden dürfe. Und fügte hinzu, auf einem Grünen-Parteitag wäre "nach so einem unfairen Move (...) sowohl das Präsidium als auch der Kandidat einen Kopf kürzer". Der FDP-Politiker Johannes Vogel nannte Spahn "Telefonjoker".

Spahn sagte, Laschet sei die "richtige Antwort" auf die nun anstehende Personalfrage. Der NRW-Ministerpräsident habe die Fähigkeit, verschiedene Lager zusammenzuführen: "Er lebt Zusammenhalt."

Spahn unterstützt Laschets Kandidatur als Team-Partner - er will nach Laschets Wahl Vizechef der CDU werden. Zwar seien er und Laschet "nicht immer gleicher Meinung", sagte Spahn. Sie beide seien aber der Überzeugung, dass es nach 16 Jahren der Kanzlerschaft von Angela Merkel "Kontinuität beim Regieren" brauche, "aber auch neue Impulse für die 20er-Jahre".

Im Rennen um den CDU-Vorsitz trat Laschet gegen Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und den früheren Minister Norbert Röttgen an. Im ersten Wahlgang erhielt Merz die meisten der 1001 Delegiertenstimmen. Er trat in einer Stichwahl gegen Laschet an. Diese gewann dann Laschet. Er ist damit neuer CDU-Chef.

Bei der Wahl zum Parteivize erhielt Spahn die Quittung für seinen Telefonjoker-Auftritt. Unter den fünf Stellvertreterinnen und Stellvertretern erhielt er das schlechteste Ergebnis. Für ihn stimmten nur 589 Delegierte. Spahn wurde erstmals zum Vizevorsitzenden gewählt; die Kandidatur war Teil des "Teams", das er mit Laschet bildete.

Quelle: ntv.de, mli/AFP