Politik

Corona-Test-Panne in Bayern Spahn versteht Fehler und mahnt dennoch

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44.000 Getestete warten noch auf ihr Ergebnis.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Laufe des Tages werden 900 Personen in Deutschland erfahren, dass sie sich bei ihrer Auslandsreise mit dem Coronavirus angesteckt haben. Ihren Test hatten sie bereits vor einigen Tagen an der bayerischen Grenze gemacht. Die Übermittlungspanne der Ergebnisse schlägt hohe Wellen.

Nach der schweren Panne bei der Übermittlung der Ergebnisse von Corona-Tests in Bayern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu aufgerufen, den Fehler nun rasch zu beheben. "Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich - das ist ohne Zweifel so", sagte Spahn im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei aber nun einmal so, dass "in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren". Der CDU-Politiker fügte hinzu: "Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass wir umfassend testen, dass auch die Bayern es möglich machen, zum Beispiel bei der Einreise mit dem Auto an den Raststätten zu testen. Aber dann müssen natürlich auch die Ergebnisse übermittelt werden."

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte am Mittwoch eingeräumt, dass die Ergebnisse von insgesamt 44.000 Corona-Tests bei Urlaubsrückkehrern bislang nicht den Betroffenen mitgeteilt wurden. Darunter sind offensichtlich rund 900 positive Testergebnisse, die teils schon geraume Zeit vorliegen. In Bayern können sich Reisende an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen freiwillig auf das Coronavirus testen lassen, für Reisende aus Risikogebieten ist dies mittlerweile vorgeschrieben.

Entscheidend sei, dass solche Fehler "transparent gemacht werden und dass sie dann schnell behoben werden", sagte Spahn dazu. Dies mache die bayerische Staatsregierung. Huml hat zugesichert, dass bis heute Mittag nun alle Betroffenen informiert werden sollen. Den Fehler führte sie unter anderem darauf zurück, dass bei den Tests Daten von Reisenden zunächst handschriftlich notiert worden seien. Diese hätten dann aufwändig digitalisiert werden müssen.

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Rotes Kreuz weist "(Teil-)Schuld" zurück

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) kritisierte derweil die Behörden. Die bayerischen Hilfsorganisationen seien vom Freistaat beauftragt worden, innerhalb eines Tages fünf Teststationen zu errichten. Dabei hätten sie sich an den Vorgaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Gesundheitsämter orientiert. "Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden", hieß es in einer Mitteilung.

Das BRK wies "Andeutungen zurück, die darauf schließen lassen, dass die Hilfsorganisationen eine (Teil-)Schuld an dieser Problematik haben". Es sei bedauerlich, dass der "schweißtreibende Einsatz der Ehrenamtlichen" in ein negatives Licht gerückt werde, sagte ein Sprecher.

Die Panne bringt die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder in Bedrängnis. Die Opposition verlangte Konsequenzen. Söder sagte zunächst eine für heute geplante Reise an die Nordsee ab. "Bayern geht vor", schrieb er am Mittwoch auf Twitter. "Das ist sehr, sehr ärgerlich. Das muss sofort behoben werden und darf nicht mehr passieren. Alle Strukturen sind umgehend zu überprüfen", so der CSU-Chef.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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